Hambergen
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Annelie Keil lobt und informiert die Hamberger Landfrauen

FR 11.11.2018 0 Kommentare

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Annelie Keil hat ihr neues Buch in Hambergen vorgestellt. (Karsten Klama)

Zu Anfang kam sie auf die beiden Veranstalter zurück. Die Landfrauen würden sie bereits seit über 40 Jahren begleiten. Für ihren ersten Vortrag bei den Landfrauen hatte sie sich eine Wandzeitung zu ihrem Vortragsthema erarbeitet, doch als sie vor 500 Landfrauen stand, merkte sie, dass die Wandzeitung ganz hinten nicht zu lesen wäre.

Aus diesem Grund hat sie kurzfristig ihr ganzes Konzept überarbeiten müssen. Seitdem wisse sie, welches Interesse die Frauen auf dem Lande haben, wofür sie sich einsetzen und was sie leisten. Die Sorge um das Gemeinwohl werde auch in deren Kreisen aktiv gelebt.

Die Kümmerer der Samtgemeinde Hambergen sorgen sich um das „gemeinsam alt werden in der Samtgemeinde Hambergen“ und springen ein, wo Hilfe nötig ist, ob als Schülerhilfe, als Fahrdienst zu Arztbesuchen oder zum Einkaufen, und laden ein zu Vortragsreihen, die gesellschaftliche Themen aufgreifen – ein breites Spektrum geballter Aktivität. „Somit sind sie hier in Hambergen gut aufgestellt“, sagte Annelie Keil.

Ihr Vortrag griff Themen Ihres gesamten Fachwissens auf. Es geht um Angehörige zwischen Hingabe, Pflichtgefühl und Verzweiflung, um Hilfe geben und Hilfe annehmen. Und zwar nicht nur im Krankheits- und Sterbefall, sondern immer und zu jeder Zeit. Immer wieder betonte sie, den Spruch „Ich will niemandem zur Last fallen“ könne man vergessen. „Sie sind lästig. Von Geburt an. Wir kommen als Pflegefall auf die Welt.“ Mit dieser Aussage hatte Annelie Keil die Lacher auf ihrer Seite.

Von der Geburt bis zum Tod sei der Mensch ein Individuum, mit allen Potenzialen ausgestattet. Nur was daraus wird, entscheidet jeder selbst. Sich kümmern und die Sorge um sein eigenes Leben, dazu gehören die Angehörigen und das soziale Umfeld, muss jeder selbst übernehmen, denn „ohne fremde Hilfe kommt kein Leben aus“. „Vom ersten bis zum letzten Atemzug brauchen wir dazu andere Menschen, fremde Hilfe, Solidarität und die Bereitschaft, all das, was wir selbst brauchen, auch anderen zu geben. Und wir sind die Generation, die älter wird, als jegliche Generationen vor uns, das sollten wir nicht vergessen“, sagte Annelie Keil..

Die Professorin ist aktiv in der Hospizbewegung tätig und berichtete, dass dadurch auch die Palliativversorgung ins Leben gerufen wurde, beide bieten professionelle Hilfe an. Im Landkreis Osterholz ist der entsprechende Ansprechpartner der Verein Opalnetz.

In der heutigen Gesellschaft, in der es immer unpersönlicher wird, in der Strukturen in Dörfer wegbrechen, werden persönliche Kontakte und ein gegenseitiges Miteinander immer wichtiger. Von der Frage, wieviel Verantwortung die erwachsenen Kinder für ihre Eltern übernehmen sollten bis zur Sorge von sterbenden Kindern, wie das Leben der Eltern ohne die Kinder weitergehen soll. Das Leben eines Menschen ist ungewiss, keiner weiß, in welche Familie er hineinkommt und welches soziale Umfeld ihn erwartet.

Viele Fallbeispiele aus von Annelie Keil geführten Interviews mit Personen, die mit Pflege und dem Tod von Angehörigen zu tun hatten, gingen den Zuhörern sehr nahe. Nach dem Vortrag sprachen sich viele mit tiefer Betroffenheit darüber aus. In knapp zwei Stunden hatte Annelie Keil tiefgründig, warmherzig, sehr humorvoll und mit großer Lebensklugheit über Einblicke in Phasen des Lebens referiert.


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Leserkommentare
thowaei am 23.10.2019 14:25
In KEINEM Land der EU kann man aktuell mit 54 Jahren in Rente gehen. Slowenien ist diesbezüglich der Spitzenreiter mit einem Renteneintrittsalter von ...
gorgon1 am 23.10.2019 14:15
Absolut mein Meinung. !!!
Beste Grüße
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