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Branche fürchtet wegen angedrohter Preiserhöhung um Existenz
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Aufstand der Tabak-Händler

Birgit Holzer 05.10.2017 0 Kommentare

French tobacconists toss carrots onto the street during a demonstration near the Health Ministry to protest the governme
Demonstranten kippen Karotten vors Gesundheitsministerium in Paris. Die Karotte ist Symbol für den Tabakverkauf im 16. Jahrhundert. Damals wurde er in Blattrollen verkauft, deren Form an eine Karotte erinnerte. (PHILIPPE WOJAZER, REUTERS)

Die französische Regierung hingegen möchte die Tabaksucht bekämpfen und setzt am Preis an: In den nächsten Jahren, hat Gesundheitsministerin Agnès Buzyn angekündigt, wird dieser schrittweise erhöht, sodass er bis 2020 zehn Euro pro Schachtel beträgt und damit noch deutlicher über dem europäischen Durchschnitt liegen wird als ohnehin schon.

Doch die Entscheidung der Regierung, die einem Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron folgt, bringt nicht nur die Freunde der Glimmstängel auf – sondern auch jene, die von ihrem Verkauf leben: In Frankreich sind es die Tabakhändler, die in kleinen Läden neben Zeitungen und Zeitschriften, Lotto-Spielen und Losen auch Zigaretten anbieten – und nun eine weitere Verschlechterung ihrer ohnehin schon schwierigen (Über-)Lebensbedingungen befürchten. Jedes Jahr, so klagen sie, müssten bereits 500 bis 1000 der landesweit rund 25 000 Kioske schließen. Nachdem die nationale Vereinigung der Tabak-Händler am Mittwochmorgen mit einem Auto-Korso teilweise die Zufahrt nach Paris aus dem Südosten sowie der Stadtautobahn blockiert hatte, fuhren ihre Mitglieder zum Gesundheitsministerium im Stadtzentrum, um auf ihre existenzbedrohende Situation hinzuweisen – mit der Abladung von mehr als einer Tonne Karotten. Denn bei der Maßnahme handle sich um einen „Schock, der eine Explosion des Parallel-Marktes um 35 Prozent des Konsums nach sich ziehen wird“, warnte Pascal Montredon, Präsident der Vereinigung. Die Entscheidung sei ohne Abstimmung mit der Branche gefallen, die längst unter illegaler Konkurrenz aus anderen Ländern, vor allem Belgien und Andorra, leide – diese mache bereits 27,1 Prozent des Zigarettenhandels in Frankreich aus. 5000 Tabakläden im ganzen Land seien von der Schließung bedroht, wenn mehr als ein Drittel aller Päckchen an den Grenzen, im Internet oder auf der Straße gekauft würden, so Montredon.

Seine Branche schlägt Gesundheitsministerin Buzyn eine Aufschiebung des Preisanstieges vor und im Gegenzug Aufklärungskampagnen, vor allem fordert sie aber einen effizienten Kampf gegen den Parallel-Markt an den Grenzen und an Orten, wo Schwarzmarkt betrieben wird. Französische Filme erwähnte Montredon nicht – sie gehen ohnehin mit der Zeit und sind längst überwiegend rauchfrei geworden.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...
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