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Der Ortsverband Oyten des Sozialverbands VdK ist vor Ort Ansprechpartner für sozial Benachteiligte
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Ehrenamtlicher Einsatz ist die Basis

Andrea Kreutzer 11.11.2018 0 Kommentare

VdK Oyten
Ohne die ehrenamtlichen Helfer gebe es den VdK nicht, weiß Peter Müller. (VdK Oyten)

Auch über die Themen Patienten- und Betreuungsverfügung sowie über Vorsorgevollmacht und Pflegebedürftigkeit informiere der VdK mit eigenen Broschüren. Der ursprüngliche Name, Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V., werde trotz Schwerpunktverschiebung aber weiterhin als Kürzel ‚VdK‘ im Namen geführt.

VdK Oyten
Peter Müller, Chef des Ortsverbands Oyten und des Kreisverbands (l.), mit Landesgeschäftsführer Holger Grond. (VdK Oyten)

Etwa 2200 Mitglieder gebe es innerhalb des Kreisverbandes Verden, der wiederum in zehn Ortsverbände aufgeteilt sei, wie der Kreis- und zugleich Ortsverbandsvorsitzende in Oyten, Peter Müller, berichtet. Sowohl damals als auch heute seien die Leute an den Verband herangetreten, um Hilfestellung in sozialrechtlichen Belangen zu erhalten, wobei man sich grundsätzlich fast um alle Bereiche kümmere, die auch im Sozialgesetzbuch zu finden seien. Neben dem Behindertenrecht gehe es unter anderem um die Themen Rente, Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, Arbeitslosigkeit und Pflege. Um Unterstützung seitens des Verbandes zu bekommen, müsse man ihm zunächst beitreten, „anders als bei vielen Versicherungen gibt es bei uns aber keine Wartezeit – die Hilfe erfolgt dann sofort.“

Als Ansprechpartner und Anwalt sozial benachteiligter und von gesetzlicher Ausgrenzung bedrohter Menschen machten sie auf Missstände ebenso aufmerksam wie sie Einfluss auf die Sozial- und Gesellschaftspolitik nähmen, um ihre Ziele durchzusetzen, „so heißt es auf unserer Homepage und dafür setzen wir uns in den Ortsverbänden täglich ein“. Im Ortsverband Oyten geschehe das seit 1950, als er ins Leben gerufen worden sei. Sämtliche Bemühungen seien dem übergeordneten Ziel geschuldet, der sozialen Gerechtigkeit zu dienen, den bestehenden Sozialstaat zu bewahren und weiter auszubauen.

Er selbst, der den Ortsverband inzwischen seit 21 Jahren leitet, sei vor über 30 Jahren nach einem Arbeitsunfall auf den Sozialverband aufmerksam geworden, „es gab Differenzen mit der Berufsgenossenschaft wegen meiner Unfallrente und dem Grad der Erwerbsminderung“, so der 69-Jährige. Generell könne man, wenn man Bescheide einer sozialen Instanz bekomme, mit denen man nicht einverstanden sei, entweder selbst Widerspruch einlegen und später gegebenenfalls klagen, oder aber den Weg mit Unterstützung beschreiten. „Der Verband übernimmt dann die entscheidenden Schritte für den Kläger.“ Anfragen innerhalb der Ortsverbände würden dabei an die Verdener Geschäftsstelle (Reeperbahn 4) weitervermittelt und anschließend dort bearbeitet. Für die Rechtsberatung sei nur die Geschäftsstelle zuständig.

Von den 2200 Mitgliedern auf Kreisebene (im Landesverband Niedersachsen-Bremen sind es über 85 000 Mitglieder), entfielen 172 auf den Ortsverband in Oyten, „Tendenz weiter steigend“. Die meisten von ihnen seien „schon etwas älter“, die Altersspanne reiche von 10 bis 94 Jahren. „Bemerkenswert dabei ist, dass viele Personen, unabhängig vom Alter, ihre Rechte und Ansprüche nicht genau kennen und aus dem Grund auch nicht wahrnehmen können.“ Umso wichtiger sei an dieser Stelle die Arbeit des Verbandes, der zunächst Aufklärung aufseiten der Mitglieder betreibe, um sich im Anschluss um den Schriftwechsel mit Behörden zu kümmern. Ein Bereich, in dem fast jeder früher oder später an seine Grenzen komme, sei die Pflege eines Angehörigen. „In Deutschland sind annähernd 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig und der überwiegende Teil von ihnen wird zuhause versorgt, oft durch Angehörige.“ Im Rahmen der Pflegetätigkeit gebe es vielfach Situationen, in denen Anträge gestellt und Rechte aktiv wahrgenommen werden müssten. Alles, was an Arbeit auf Ortsebene geschehe, sei möglich durch die vielen Ehrenamtlichen: „Auf der letzten Kreisarbeitstagung am 3. November dieses Jahres stand die Ehrung langjähriger Vorstandsmitglieder deswegen auch sehr weit oben auf der Tagesordnung.“ Insgesamt seien im VdK über 60 000 Menschen ehrenamtlich tätig, leiteten Ortsverbände, stünden hilfsbedürftigen Menschen zur Seite, berieten oder kümmerten sich um pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. „Ohne sie gebe es den VdK nicht, sie stehen, wie es auch auf unserer Homepage zu lesen ist, für die zentralen Begriffe des VdK, Solidarität, Menschlichkeit und Engagement.“

Dass die Mitgliederzahlen weiterhin stiegen, führe er unter anderem auf die gemeinschaftlichen Aktivitäten des Verbands zurück, denn zu seinen Aufgaben als Vorsitzender zähle auch die Organisation diverser Veranstaltungen und Fahrten. „Auf diesen Fahrten – in diesem Jahr ging es nach Leer und Buxtehude im Alten Land – sind auch stets Gäste willkommen, die später oft ebenfalls Mitglied werden.“ Und erreiche ein Mitglied ein bestimmtes Alter, werde es von ihrem Besuchsdienst aufgesucht und mit einem kleine Präsent bedacht. „Ab dem 70. Lebensjahr würdigen wir auf diese Weise all diejenigen, die einen runden Geburtstag feiern.“

Festgestellt habe man, dass mit dem Eintritt ins Rentenalter auch die Unterstützungsbedürftigkeit steige. Wichtiger denn je sei in der heutigen Zeit „die soziale Komponente“, wenn es um den Erhalt eines Vereins gehe. „Wir sind eine Solidargemeinschaft und als solche darauf angewiesen, dass die Leute nicht nur bei einem aktuellen Problem beitreten und uns danach sofort wieder verlassen.“ Regelmäßige Treffen – einmal monatlich komme man in einer Gaststätte zum „Klönschnack“ zusammen – garantierten eine enge Bindung zu und zwischen den Mitgliedern. Der Monatsbeitrag für Einzelpersonen betrage gut sechs Euro, Ehepaare zahlten rund neun und Familien knapp elf Euro. Müller: „Widerspruch bei einer Behörde eingelegt werden kann zwar auch ohne anwaltliche Vertretung – folgt darauf jedoch eine Klage, so ist die Unterstützung durch den Verband schon hilfreich und sinnvoll.“

Um Interessenvertretung an übergeordneter Stelle geht es auch auf Bundesebene: „Der VdK setzt sich für soziale Gerechtigkeit und gerechtere Sozialpolitik im Allgemeinen ein.“ Dadurch, dass gewisse Themen immer wieder angesprochen und ins Gedächtnis gerufen würden, sei schon einiges erreicht worden. Öffentlichkeitswirksame Kampagnen und größere Aktionen verfolgten dieselben Ziele. Die aktuelle Kampagne trage den Titel „Soziale Spaltung stoppen“ und weise auf die weiterhin wachsende Kluft in Deutschland hin, die es trotz der Wirtschaftskraft im Land gebe.

Informationen über den Sozialverband VdK Deutschland beziehungsweise den Ortsverband Oyten gibt es im Internet auf der Seite www.vdk.de. Direkter Kontakt zum Ortsverband Oyten ist unter Telefon 0 42 07/ 21 22 möglich. Per E-Mail ist Peter Müller über ov-oyten@vdk.de erreichbar. Die Geschäftsstelle in Verden kann vormittags von Montag bis Donnerstag unter 0 42 31 / 37 40 kontaktiert werden.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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