„Hallo Hasso“
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Radio für Hunde - oder: Welche Musik hören Schlappohren?

07.07.2017 0 Kommentare

Hund mit Radio
Bei dem Radiosender «Hallo Hasso» läuft Musik speziell für Vierbeiner. Foto: Christoph Schmidt/dpa (dpa)

Musik, die es nie in die Charts geschafft hat, kommt bei haarigen Ohren scheinbar besonders gut an. Hippie-Gedudel, Klassik: Alles, was möglichst unaufgeregt klingt, wird Hunden neuerdings in Dauerschleife vorgespielt.

Bei „Hallo Hasso“, einem Radiosender für Hunde. Hits wie „Who Let The Dogs Out“ (Baha Men) tauchen höchstens als eine Art Weckruf auf. „Da läuft Musik, von der wir denken und wissen, dass sie Hunde beruhigt“, sagt Radiomoderator Stephan „Stocki“ Stock. „Wenn Hunde allein zuhause sind, dann kommen sie auf die wildesten Ideen.“

Stocki muss es wissen: Er hat selbst eine junge Hündin daheim und hatte die Idee zu dem Programm. „Du möchtest nicht nur, dass dein Hund sich nicht allein fühlt“, erklärt der 30-Jährige. „Du musst natürlich auch gewährleisten, dass dein Hund nicht das Bellkonzert anfängt, wenn du auf der Arbeit bist.“

Wenn "Stocki" arbeitet, steht er als Morgenshow-Moderator im Studio von Radio Ton - einem Regionalsender im baden-württembergischen Heilbronn. Da er seine Podenco-Mischlingshündin Layla dorthin nicht mitnehmen konnte, kam er quasi von Berufs wegen auf die Idee eines Hunderadios. Seit dem 1. April gibt es das Digitalradio „Hallo Hasso“, das sich via Internet oder über eine App abspielen lässt. Viele hielten das zunächst für einen Scherz. War es aber nicht.

Wer „Hallo Hasso“ einschaltet, hört mit Bellen, Klingeln und Trompeten. Das sei ein „Ear-Catcher“ für zwischendurch, erklärt der Moderator. Wer länger zuhört, stellt fest: Meistens geht es ruhig zu.

Auf der Playlist stehen Coldplay und Donovan ebenso wie die Slowakische Staatsphilharmonie. Und immer wieder Titel und Interpreten rund um den Hund. Da hört man Reinhard Mey mit "Es gibt Tage, da wünscht' ich, ich wär' mein Hund" oder Dr. Elmo & Wild Blue mit "Wild Dogs of Kentucky". Zwischendurch werden immer wieder The Singing Dogs gespielt, die bekannte Songs bellend präsentieren.

„Es geht nicht darum, dass Hunde ruhig gestellt werden“, betont Stocki. „Es geht eher darum, dass der Hund das Gefühl hat, er ist nicht alleine.“ Funktioniert das wirklich?

„So eine Beschallung beim Hund wirkt natürlich schon, weil sie geeignet ist, andere Geräusche zu überlagern“, sagt Udo Kopernik, Züchter und Sprecher vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Das könne etwa ein Geräusch im Treppenhaus sein, weswegen der Hund sonst möglicherweise belle. Radio für Hunde sei bereits vor etwa zehn Jahren in den USA aufgekommen, erklärt er. In Deutschland sei das aber noch neu. Dass sich Formate wie „Hallo Hasso“ hierzulande dauerhaft durchsetzen, bezweifelt der Fachmann allerdings.

„Das mag am ersten Tag für den Hund toll sein. Am zweiten ist der Effekt schon verpufft. Dann wird es eintönig und langweilig für ihn.“ Kopernik zufolge können Hunde sich auf das konzentrieren, was sie hören wollen - und lauschen dann eben doch wieder auf Schritte im Treppenhaus. Musik als Ersatz für das Herrchen sei ohnehin nicht nötig. „Einen Hund über Stunden allein zu lassen - das geht auch ohne Musik.“ Wichtig sei es, sich vorher und bei der Rückkehr intensiv mit dem Tier zu beschäftigen und es ans Alleinsein zu gewöhnen.

Beim Radio für Hunde projiziere der Mensch eher seine eigenen Bedürfnisse auf das Tier, glaubt er. Das dürfte auch erklären, warum es mittlerweile so viele Angebote für Bello gibt, die eigentlich eher Herrchen oder Frauchen Spaß machen: Ein Sightseeing für Hunde startete bereits vor mehreren Jahren in Berlin. Vor zwei Jahren veranstaltete ein Museum in der deutschen Hauptstadt eigene Führungen für und mit Hunden. Und längst gibt es nicht nur Yoga („Doga“) für Hunde, sondern auch eigene Dating-Apps.

Kopernik führt solche Angebote vor allem darauf zurück, dass immer mehr Menschen ihre Vierbeiner in der Stadt halten. „Das liegt auch an dem unterschwelligen Verdacht, dass man die Bedürfnisse des Hundes nicht richtig befriedigt.“

"Stockis" Hündin Layla braucht inzwischen kein Hunderadio mehr, wenn er bei der Arbeit ist. "Ich habe mittlerweile das Glück, dass Layla relativ ruhig geworden ist", sagt er. Ab und zu gibt es „Hallo Hasso“ natürlich trotzdem auf die Ohren: "Ich mache das Radio an, wenn ich mittags nach Hause komme und noch eine Runde pennen will", sagt der Moderator. "Es ist eine wunderbare Musik, um einzuschlafen." (dpa)


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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