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Verwaltungsgericht kippt die vor zwei Jahren beschlossene Mietpreisbremse in der französischen Metropole
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Schön teuer wohnen in Paris

Birgit Holzer 30.11.2017 0 Kommentare

Paris street
Die Mieten in der französischen Hauptstadt steigen seit Jahren explosionsartig. (OPIS)

Das Preisniveau stieg dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich an.

Um diese Entwicklung wenigstens abzubremsen, setzt die sozialistische Regierung vor gut zwei Jahren eine Deckelung durch. Demnach durften Wohnungsbesitzer beim Abschluss eines neuen Mietvertrages nicht mehr als 20 Prozent über den festgelegten Referenz-Mieten in den jeweiligen Stadtteilen von Paris verlangen. Dieselbe Regel galt in Lille und wurde kürzlich von einem Verwaltungsgericht einkassiert – wie nun auch in Paris. Die Mietpreisbremse in Frankreichs teuerster Stadt ist damit passé. Als Grund nannten die Richter, dass diese nur für die Hauptstadt selbst galt, während die 412 Gemeinden im Umkreis ausgenommen waren.

Vermieter fanden Bremse ineffizient

Vermieter kritisierten die Bremse ohnehin als ineffizient. Der Richterspruch sei gut für einen durchlässigen Markt, reagierte Laurent Vimont, Präsident der Immobilienagentur Century 21. „Seit Einführung dieser Maßnahme haben die Investoren Paris massiv verlassen. Mehr als 20 000 Objekte wurden vom Markt genommen und auf Plattformen von Kurzzeit-Vermietungen gesetzt.“ Demgegenüber warnte Jean-Yves Mano, Präsident einer Mieter-Vereinigung: „Tausende Pariser werden im Schnitt 1700 Euro mehr pro Jahr zahlen müssen, denn das ist der Betrag der gemessenen Überschreitungen gegenüber den gedeckelten Mieten.“

Während immer weniger Menschen in Frankreich auf dem Land leben, verzeichnen große Städte wie Lyon, Bordeaux, Lille, Nantes und allen voran Paris einen ständigen Zuwachs: Mehr als jeder sechste Franzose wohnt in der florierenden Hauptstadtregion, dem wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum des Landes. Doch gerade für Familien wird Wohnraum immer unbezahlbarer. Mit der Vergabe von Sozialwohnungen versucht die Stadt zwar, eine soziale Gemischtheit zu bewahren – doch die Mittelschicht bleibt oft außen vor. Das Rathaus reagierte enttäuscht auf die Entscheidung. „Die Deckelung hat erlaubt, die Preise nach Jahren der exponentiellen Steigerung zu stabilisieren“, erklärte der für Wohnungsbau zuständige stellvertretende Bürgermeister Ian Brossat: Zuvor seien diese innerhalb von zehn Jahren um 50 Prozent angestiegen.

Zwar kündigte der zuständige Minister Jacques Mézard an, Einspruch gegen das Urteil zu erheben; doch Experten gehen davon aus, dass eine erneute Umsetzung der Regelung mindestens zwei Jahre dauern dürfte. Mehrere Studien belegten, dass die Wohnungsbesitzer die Regeln ohnehin wenig respektieren und potenzielle Mieter nur selten darauf pochen – zu umkämpft sind Unterkünfte in der französischen Großstadt. Demnach hielten sich nur 62 Prozent von 1400 untersuchten Wohnungsanzeigen an die Höchstgrenze. Der Mietpreis-Beobachtungsstelle des Pariser Ballungsraumes zufolge lagen im vergangenen Jahr 23 Prozent der Mieten bei neu abgeschlossenen Verträgen über dem jeweiligen Richtwert – aber im Vorjahr waren es noch 26 Prozent.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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