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Überregionales Sportsponsoring im Mittelstand - Risiko oder Chance?
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„So geht Tür heute“

20.06.2018

Dank Türenheld.de wird es stimmungsvoll bei Heimspielen der Deutschen Handball-
Nationalmannschaft – hier am 6. Juni 2018 beim Doppelländerspieltag in der Olympiahalle in München.
Dank Türenheld.de wird es stimmungsvoll bei Heimspielen der Deutschen Handball- Nationalmannschaft – hier am 6. Juni 2018 beim Doppelländerspieltag in der Olympiahalle in München. (Sascha Klahn)

Jens Schriefer ist Geschäftsführer der Fenster & Türen Welt in Groß-Mackenstedt. Das Unternehmen am Stadtrand von Bremen geht für die klassische Bauelemente-Branche ungewöhnliche Wege der Werbung und Markenbildung. Mit der Onlineinitiative Türenheld.de ist das Unternehmen in nationalen Sponsoring-Kreisen und bei Vermarktungsagenturen keine Unbekannte mehr. Ob als einer der Partnersponsoren der Deutschen Handball-Nationalmannschaften, als regionaler Sponsor des SV Werder Bremen, als Hauptsponsor des A-Jugend-Handball-Bundesligisten HC Bremen, als Trikotsponsor des Korbball-Bundesligisten TSG Seckenhausen, Partnersponsor beim Silbersee-Triathlon oder als Staffelausstatter der beliebten Fernsehserie „Zuhause im Glück“ – Türenheld.de setzt bei seiner Markenbildung auf aktives Sponsoring. Risiko oder Chance? Wir haben mit Jens Schriefer gesprochen über gemachte Erfahrungen als kleiner Mittelständler auf dem großen nationalen Werbeparkett. Und natürlich über den Spaß an der Arbeit.

Heute findet sich Türenheld.de auf Werbebanden zwischen großen Markennamen international agierender Konzerne wieder. Wie ist es dazu gekommen?

Werbung mal anders: Statt ausschließlich Bandenwerbung zu schalten, macht Türenheld.de mit seinem Maskottchen auf sich aufmerksam.
Werbung mal anders: Statt ausschließlich Bandenwerbung zu schalten, macht Türenheld.de mit seinem Maskottchen auf sich aufmerksam. (Sascha Klahn)

Klein hat es angefangen. Wir haben es schon immer begrüßt, Sportmannschaften oder Vereine, in denen unsere Mitarbeiter oder ihre Familienangehörigen engagiert sind, zu unterstützen. So gibt es in der Region schon eine Reihe kleinerer Teams und Vereine – ob Korbball, Fußball, Handball oder auch die Feuerwehr, die mit den Farben der Fenster & Türen Welt auf dem Trikot, auf dem Trainingsanzug oder auf der Präsentationsjacke herum laufen. Die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wuchs stetig. Immer öfter wurden unsere Mitarbeiter auf ihren Arbeitgeber angesprochen. Ein gutes Gefühl für den Einzelnen. Das erfüllt einen ja auch mit Stolz, schafft eine Wertschätzung und wenn die Öffentlichkeit etwas gut findet, was der eigene Arbeitgeber macht, erhöht das darüber hinaus noch die Identifikation mit dem Unternehmen. Ein wichtiger Nebeneffekt.

Aber machen das nicht viele andere Unternehmen auch – zumindest im Regionalen? Wie kam es zu dem Schritt, sich auch überregional zu engagieren?

Die Aufmerksamkeit stieg automatisch. Andere Teams, Vereine, Verbände aber auch Kunden und potentielle Partner haben gesehen, dass wir uns engagieren – mit eben einem etwas breiteren Aktionismus als manch anderes Unternehmen. Es kamen neue Anfragen. Aber auch unser Anspruch wuchs. Wir haben gesehen, dass wir unsere Reichweite erhöhen können auf eine sympathische Art. Und mit den ersten Erfolgsmeldungen aus der Onlineinitiative Türenheld.de haben wir dann auch vermehrt nationaler gedacht.

Wie sah das konkret aus?

Geschäftsführer Jens Schriefer wagt ungewöhnliche Werbewege und hat Spaß daran.
Geschäftsführer Jens Schriefer wagt ungewöhnliche Werbewege und hat Spaß daran. (futw.de/Alexander Fanslau)

Wir haben angefangen bewusster an das Thema heranzugehen. Als Werder-Fan war ich einfach neugierig und wollte wissen, was mich ein Sponsoring im Weser-Stadion kosten würde. Nach einem ersten TV-relevanten Bandentestlauf waren wir überzeugt und an Bord. Wir waren überrascht, wie viel Resonanz selbst auf die regionale Werbepräsenz im Stadion aus dem Kunden- und Freundeskreis zu uns zurück floss. Heute kennt eigentlich schon jeder Werder-Fan den Türenheld und begrüßt das Maskottchen am Stadion mit einer herzlichen Umarmung. Dass es mal so weit kommen sollte, hätte ich mir zu Beginn unseres Engagements niemals träumen lassen. Irgendwie wurde alles immer ein bisschen größer. Heute sind wir bei allen Heimspielen der Deutschen Handball-Nationalmannschaften dabei und bei den Junioren auf dem Trikot. Die Werderfans kennen uns. Die Handballwelt kennt uns. Und die begeisterten Do-it-yourself-Handwerker kennen uns auch.

Wodurch ist ihnen das gelungen?

Seit mittlerweile gut einem halben Jahrzehnt sind wir Staffelausstatter der TV-Sendung Zuhause im Glück. Ein Format bei dem die Zielgruppe zu hundert Prozent passt. Mittlerweile haben wir sogar Kunden bei der Fenster & Türen Welt, die darauf bestehen, dass die beiden Monteure, die bei der Sendung im TV zu sehen sind, auch bei ihnen die Montage übernehmen. Das sind schon richtige Promis unsere Monteure.

Sind Sie über ein Vermarktungsunternehmen an dieses Werbeformat herangekommen?

Schon seit sechs Jahren fühlt sich der Türenheld bei Werder als Sponsoring-Partner
sichtlich wohl.
Schon seit sechs Jahren fühlt sich der Türenheld bei Werder als Sponsoring-Partner sichtlich wohl. (futw.de)

Nein. Tatsächlich war es eine meiner verrückten Ideen. Ich habe die Sendung selbst geschaut und fand es schade, dass immer die gleichen langweiligen, einfachen weißen Baumarkt-Türen eingebaut wurden. Okay, ich gebe zu, ich habe sicherlich einen berufsbedingt subjektiven Blick auf das Thema. Trotzdem hat mich das nicht losgelassen, so dass ich die Produktionsfirma überzeugt habe, dass wir doch die Türen liefern sollten. In zwei Test-Folgen haben wir uns dann für alle weiteren Folgen und diverse weitere Staffeln bewiesen.

Das kostet sicherlich auch einiges, oder? Merken Sie das denn auch an den Verkaufszahlen?

Startschuss für die Athleten beim Silberseetriathlon – natürlich in heldenhafter Manier.
Startschuss für die Athleten beim Silberseetriathlon – natürlich in heldenhafter Manier. (futw.de)

Nehmen wir alle unsere Werbemaßnahmen zusammen – Sponsoring, klassische Werbung, SEO, Google-Advertising usw., geben wir sicherlich im Verhältnis zu manch einem vergleichbar großen Unternehmen der Branche mehr aus. Aber auch unsere Umsätze steigen entsprechend deutlich. Ganz zu schweigen von dem Imagegewinn, der sich ja bekanntlich schwer messen lässt, aber für den langfristigen Erfolg des Unternehmens unerlässlich ist. Aber eine Reihe von Indizien lassen vermuten, dass wir auch konkret Kunden auf uns aufmerksam machen. Schon nach den ersten ausgestrahlten Folgen Zuhause im Glück beispielsweise mussten wir unseren Server upgraden und an den stetigen Ansturm auf den Onlineshop während der Sendetermine anpassen.

Fernsehen, Handball, Fußball, Triathlon, Feuerwehr – auf den ersten Blick wirkt die Auswahl recht beliebig...

Nein, nein, keinesfalls. Was bei all unseren Aktivitäten im Vordergrund steht ist, dass das Sponsoring in seiner individuellen Ausprägung zu uns passen muss. Es geht uns um ein Miteinander, nicht um das schnöde Einkaufen von öffentlicher Wahrnehmung.

Wir kaufen nicht einfach nur Werbeflächen, sondern bringen immer auch eigene Ideen – gerne auch mit Bezug zum Thema Fenster & Türen – ein.

Haben Sie Beispiele?

Wenn der Türenhändler zum Entertainer wird...
Wenn der Türenhändler zum Entertainer wird... (Sascha Klahn)

Gerade erst haben wir bei dem DHB-Doppelländerspieltag in München die Kabinentüren der Nationalmannschaften beklebt. Das kommt gut an bei Spielern, Trainern und Verantwortlichen. Außerdem sind wir beim DHB verantwortlich für die stimmungsvolle Gestaltung der Einlaufshow. Vom Torbogen bis hin zur komponierten Einlaufmusik bis hin zu Nebel, Licht und Showelementen organisieren wir das mit der eigenen Manpower. Oder die zweiflügelige „Ailtüüür“ vor dem Spielertunnel im Weser-Stadion beim Ailton-Abschiedsspiel oder exklusive Tür-Modelle für Gewinnspielaktionen, Autogrammstunden in der Fenster & Türen Welt, Besuche von prominenten Sportler-Legenden wie Oliver Roggisch bei der Bremer Sportgala – unsere Ideen und deren Umsetzungen sind vielfältig. Wir leben unser Engagement – weil wir überzeugt sind, dass wir damit etwas bewegen können. Für uns und für den Sport.

Und was planen Sie als nächstes?

Als Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen ist für Jens Schriefer (links) wichtiger Bestandteil des Unternehmertums. Hier bei einer Scheckübergabe zu Gunsten von Werder Bewegt.
Als Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen ist für Jens Schriefer (links) wichtiger Bestandteil des Unternehmertums. Hier bei einer Scheckübergabe zu Gunsten von Werder Bewegt. (Carsten Heidmann)

Ach, da gibt es Vieles, an dem wir gerade arbeiten. Wir spielen mit dem Gedanken an einen TV-Spot. Auch Online wird noch mal etwas Neues passieren. Das Maskottchen funktioniert. Handball funktioniert. Werder funktioniert. Also werden wir auch da weiter denken. Vor allem aber auch möchten wir das Thema Nachwuchsförderung im Sport im Auge behalten. Da passiert in Bremen gerade einiges. Und auch nach Oldenburg zum Frauenhandball haben wir die Fühler ausgestreckt. Das Thema CSR (Corporate Social Responsibility) bekommt Bedeutung. Es wird da in diesem Jahr noch einiges zu erzählen geben. Ganz wichtig ist uns dabei: Wir machen Dinge nur aus Überzeugung heraus. Und Spaß sollten sie machen! So geht Tür heute.

Beratung und weitere Infos finden Sie unter Türenheld.de und futw.de


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Leserkommentare
darkstarbremen am 20.11.2019 21:57
Der Personalmangel sei also das im Grunde einzige Problem. Das kann ja nicht gänzlich stimmen. Denn wenn es mehr Personal gäbe, hätte die Geno auch ...
erschreckerbaer am 20.11.2019 21:45
Ja, der Herr Mäurer greift schon ganz schön hart durch👍
🤔hat Bremen nicht ein Problem mit Familien Clans
Irgendetwas war da doch😴
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