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Kontroverser Roman
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Takis Würger über seinen Bestseller „Stella“

26.01.2019 0 Kommentare

Autor Takis Würger
Der Autor Takis Würger im Heine Haus in Düsseldorf. Foto: Christophe Gateau (Christophe Gateau / dpa)

Der Schriftsteller Takis Würger hat sein kontrovers diskutiertes Buch „Stella“ verteidigt. „Ich wollte mit meinem Roman “Stella„ eine fiktive Geschichte schreiben, die berührend genug ist, dass die Leser sie zu Ende lesen“, sagte Würger der Deutschen-Presse Agentur. Und er habe damit klar machen wollen, „wie grausam, boshaft und perfide das Nazi-Regime war“.

Der 33-jährige Autor verarbeitet in dem Buch die reale Geschichte der Jüdin Stella Goldschlag (1922-1994), die während des Zweiten Weltkriegs in Berlin mit den Nazis kollaborierte und untergetauchte Juden denunzierte. Kritiker warfen Würger unter anderem Kitsch, leichtfertigen Umgang mit dem Thema und Ausbeutung der Vergangenheit vor.

„Natürlich war mir klar, wenn ich einen Roman schreibe in das Jahr 1942 hinein, in die Zeit der Schoah, dass das besonderer Umsicht bedarf“, sagte Würger. Er betonte auch, wie viel Vorarbeit dem vorausging: Zweieinhalb Jahre habe er daran gearbeitet, Dutzende Bücher über die Zeit damals in Berlin gelesen. Drei Historiker berieten, dazu kamen allein im vergangenen Jahr Reisen nach Auschwitz und zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Die Kritik an dem Roman berühre ihn natürlich. „Ich glaube aber, dass der Roman für sich stehen sollte und dass es nicht meine Aufgabe ist, zu sagen, was ich im Einzelnen über die Kritik denke“, sagte er.

Mit Blick auf die Erinnerung an den Holocaust und die literarische Beschäftigung damit meinte er: „Erinnerungskultur bedeutet nicht, dass wir alle einer Meinung sind“.

Der gut 200 Seiten dicke Roman handelt von einem jungen, unbedarften Schweizer, der 1942 nach Berlin kommt und sich verliebt. Erst nach und nach kommt heraus, wer die junge Frau ist: eine Jüdin, die andere verrät, weil sie ihre eigene Familie retten möchte. „Die Inspiration für diese Geschichte war die historische Stella Goldschlag“, sagte Würger. Erzählt wird der Roman aber aus der Sicht des unerfahrenen Friedrich, der eine unglückliche Kindheit hatte und sich im kriegserschütterten Berlin ein Leben im Luxushotel leisten kann: Auch im Bunker kommen Schokolade und Wein auf den Tisch. In geheimen Clubs wird verbotener Jazz gespielt, gesungen und getanzt.

Das am 11. Januar erschienene Buch rückte in der neuen „Spiegel“-Bestsellerliste vom elften auf den vierten Platz vor. Schon Würgers Erstling „Der Club“ von 2017 war ein Bestseller. Derzeit stellt der Schriftsteller und „Spiegel“-Redakteur sein neues Buch auf vielen Lesungen vor. Bis Ende März sind Termine festgelegt, darunter auf dem Literaturfestival Lit.Cologne in Köln. Am Donnerstagabend las er im Heine-Haus in Düsseldorf. Rund 100 Zuhörer verfolgten freundlich den Vortrag des wuschelköpfigen Autors in Jeans, weißem Hemd und Tweed-Jacke. (dpa)


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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