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Twitch: Die Schaubühne des Halle-Attentäters im Internet

10.10.2019 0 Kommentare

Twitch
Der Attentäter von Halle hatte sich für den Live-Stream seiner Taten die Web-Plattform Twitch ausgesucht. Foto: Michael Nelson/epa/dpa (Michael Nelson / dpa)

Hier streamen vor allem Gamer ihre Computerspiele, darunter Games wie „League of Legends“, „World of Warcraft“, „Fortnite“, aber auch Sportsimulationen wie „Fifa 20“ und andere Spiele. Es gibt auf Twitch auch eine Kategorie „In Real Life“, in der Videos veröffentlicht werden, die sich mit anderen Themen beschäftigen.

Der mutmaßliche Attentäter hatte sein Twitch-Konto erst vor zwei Monaten eröffnet und in dieser Zeit nur ein Video hochgeladen. Das im Netz aufgetauchte „Manifest“ des Angreifers legt nahe, dass er nicht unbedingt bei Twitch zu Hause war, sondern auf der Internet-Plattform 8chan, die bei Rassisten sehr beliebt ist.

Auf dem Portal werden Anschläge und Amokläufe gefeiert und der Hass zelebriert. Der Stil des Forums ist aber auch von vermeintlich ironischen Memes und geschmacklosen Witzen geprägt. Nach dem Amoklauf in einem Walmart-Kaufhaus in El Paso im US-Bundesstaat Texas Anfang August ging 8chan offline, auch weil technische Dienstleister wie Amazon den Stecker zogen. Deshalb musste sich der Halle-Attentäter eine neue Plattform suchen.

In dem auf Englisch geschriebenen Manifest betont der Attentäter gleich zwei Mal, wie wichtig es ihm ist, dass seine Tat live ins Internet übertragen wird. „Erhöhe die Moral von anderen unterdrückten Weißen, in dem die Aufzeichnung des Kampfeinsatzes verbreitet wird“, heißt es dort. Und: „Verbreite einen erfolgreichen Live-Stream.“

Allerdings erreichte der Angreifer im ersten Schritt sein Propaganda-Ziel kaum. Lediglich fünf Twitch-Nutzer verfolgten den Stream in Echtzeit. Immerhin 2200 Menschen schauten sich danach die 35 Minuten lange Aufzeichnung an, bevor Twitch das Treiben mitbekam und das Video auf der Plattform sperrte.

Die Zeit reichte aber aus, die giftige Botschaft aus Halle in andere Netzwerke überschwappen zu lassen. Megan Squire, Computer-Wissenschaftlerin an der Elon University im US-Bundesstaat North Carolina, fand in einer ersten Analyse heraus, dass das Video innerhalb von 30 Minuten über öffentliche Kanäle des Messengers Telegram rund 15.600 Nutzer erreicht hat. Das Video tauchte auch schnell im Web-Forum 4chan auf, in dem sich auch unzählige Trolle und Hassprediger versammeln. (dpa)


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Leserkommentare
reswer am 22.10.2019 09:01
Die wollen lieber ihre subventionierten Biogasanlagen behalten........Ihre Felder mit Nitrat verseuchen...zum Nachteil aller Menschen.......und ...
gorgon1 am 22.10.2019 08:55
@ManUD7... Schuld, ok, dass ist in erster Linie der Konsument ...

Moin, weshalb das denn? Würde nicht so rumgeaast in der Landwirtschaft ...
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