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Elterncafé Schwanewede informiert und berät zu Fragen rund ums Kind
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Wenn das Baby nicht schlafen will

Gabriela Keller 29.07.2018 0 Kommentare

Schwanewede. Elterncafé in der Begegnungsstätte für
Im Treff in der Begegnungsstätte Schwanewede tauschen zwei Mütter ihre Erfahrungen aus. (Christian Kosak)

  Ein Kleinkind fühlt sich auf Mamas Schoß geborgen, andere liegen bäuchlings auf mitgebrachten Krabbeldecken. Die vier Monate alte Hanna greift neugierig nach einem Holzwürfel, die acht Monate alte Mila hat ihren Schnuffelhasen dabei. Treffpunkt für Mutter und Kind ist an diesem Vormittag das Elterncafé in der Begegnungsstätte Schwanewede.

Seit 2010 bietet der Familienservice des Landkreises Osterholz das Beratungsangebot in der Gemeinde an. „Weitere Elterncafés gibt es in Ritterhude, Osterholz-Scharmbeck, Hambergen und Lilienthal“, sagt Susanne Kampmann. Beim Familienservice leitet sie den Bereich Familienförderung. In Schwanewede vertritt sie an diesem Tag zusammen mit Familienhebamme Maike Buchalla die Kinderkrankenschwester Katja Di Meco, die normalerweise den Treff in der Begegnungsstätte an der Ostlandstraße betreut.

Schwanewede. Elterncafé in der Begegnungsstätte für
Familienhebamme Maike Buchalla (links) im Einzelgespräch mit einer jungen Mutter. (Christian Kosak)

In den Elterncafés des Landkreises haben Mütter und Väter mit Kindern bis zu einem Jahr die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen. Die Fachkräfte vom Familienservice informieren zu allen Themen rund um das Kind und beantworten Fragen. Vorträge runden das Angebot ab.

„Wir vermitteln den Eltern Basiswissen“, sagt Kampmann. Das Spektrum reicht von Ernährung, Schlafverhalten und frühkindlicher Zahnpflege bis zu Babymassage, Gesundheitsfragen, Körperwahrnehmung und Sprachförderung. „Viele Fragen drehen sich um das Essen und Schlafen“, sagt Maike Buchalla. Themen, die auch die Mütter in Schwanewede beschäftigen. Kerstin Wirth aus Neuenkirchen will wissen, ob sie bei ihrer vierjährigen Tochter Hanna schon mit Beikost beginnen kann, um nicht mehr so häufig stillen zu müssen. „Bei der Beikost geht es erst mal nicht so sehr um das Sattwerden, sondern um das Kennenlernen und Erleben von Lebensmitteln“, erklärt Buchalla der 31-Jährigen. Normalerweise werde Beikost ab dem sechsten Lebensmonat zugefüttert. Als zusätzliche Hilfestellung erhält die Neuenkirchenerin ein Infoblatt vom Familienservice.

Mehrere dieser Blätter mit Empfehlungen zu verschiedenen Themen hat das Familienservice-Team als Leitfaden für Eltern entwickelt. „Beim Thema Beikost aber auch Schlafen sind viele Mütter verunsichert. Aus ihrem Umfeld bekommen sie häufig zu hören: Das musst du so oder so machen. Viele Frauen denken, dass sie etwas verkehrt gemacht haben, wenn ihr Kind sich nicht so entwickelt oder verhält wie andere Kinder“, weiß Buchalla.  Die Familienhebamme macht den Müttern klar: „Bei Babys gibt es keine Norm.“ Das gelte auch für das Schlafverhalten. Eine klassische Frage von Eltern laute: Warum schläft mein Kind nicht durch? „Jedes Kind schläft anders und die wenigsten schlafen durch“, bekommen sie dann von Buchalla zu hören.

„Wir versuchen den Blick der Eltern darauf zu lenken, was ihr Kind schon kann und nicht auf das, was es noch nicht kann.“ Karin Städele erfährt an diesem Vormittag, dass sie sich keine Sorgen zu machen braucht, weil ihre neun Monate alte Tochter Sina noch gerne bei ihr im Bett schläft. „Bekannte von mir kritisierten, das sei für ein Kind in dem Alter nicht normal. Für mich war es beruhigend, im Elterncafé zu hören, dass es nicht ungewöhnlich ist“, sagt die 38-Jährige. Das Team vom Familienservice habe ihr auch geholfen, nach der Trennung von ihrem Mann für sich und ihre Tochter eine vorübergehende Bleibe zu finden.

Sina ist Städeles erstes Kind. „Da will ich natürlich alles richtig machen“, sagt die Mutter. Sie hat viele Fragen. Der Schlafrhythmus des Töchterchens hat sich verändert, was hat das zu bedeuten? Was kann sie tun, wenn die Kleine wie kürzlich eine Kolik bekommt? „Die Fachkräfte hier geben Rat, ich brauche nicht für jedes Wehwehchen meines Kindes gleich zum Arzt zu laufen.“ Auch der Kontakt ihrer Tochter mit anderen Kindern sei ihr wichtig. Für sie selbst sei der Treff eine Möglichkeit „mal aus dem Haus zu kommen und andere Eltern kennenzulernen“.

Den Kontakt mit anderen Müttern schätzt auch Valentina Baumtrog. Die Schwanewederin  kommt regelmäßig mit ihrem neun Monate alten Sohn Dominik zum Elterncafé. „Hier kann ich alles fragen und mich mit anderen über kleine Probleme austauschen.“ 

In Einzelgesprächen können die Frauen an diesem Vormittag individuelle Fragen an die Familienhebamme stellen. Maike Buchalla setzt sich zu Tatjana Monser und ihrer Tochter Mila. Das acht Monate alte Mädchen kam als Frühchen zur Welt. „Meine Tochter wollte erst nicht zunehmen“, erzählt die Mutter. Jetzt räkelt sich ein kräftiger Wonneproppen auf der Krabbeldecke. Im Elterncafé können Säuglinge gewogen werden. Buchalla schaut sich die Gewichtsentwicklung im Untersuchungsheft und dann Mila selbst an. „Das Kind hat sich gut entwickelt“, stellt sie fest. Die Kleine dreht sich vom Rücken auf den Bauch. „Super kannst du das“, lobt die Familienhebamme. „Das Kind hat eine tolle Körperspannung, auch schon im Schultergürtel“, erklärt sie der Mutter.

Ein Kind in der Runde beginnt zu quengeln. „Ich glaube, es wird Zeit für ein Lied“, meint Buchalla. „Ein Radieschen rund und fein, wächst in unserm Garten. Hau ruck, hau ruck, hau ruck. Das Radieschen rückt ein Stück“, singt die Runde gemeinsam. Bei jeden „Hau ruck“ heben die Mütter ihre Kinder in die Höhe. Alle jauchzen, keiner quengelt mehr. „Kinder finden Singen immer superspannend. Deshalb: Singt mit euren Kindern“, rät Buchalla den Müttern.

In Schwanewede treffen sich die Eltern jeden Donnerstag von 10 bis 11.30 Uhr in der Begegnungsstätte. Regelmäßig sind auch Referenten aus dem Netzwerk „Frühe Hilfen“ wie Mitarbeiter der Erziehungsberatungsstelle, der Arbeiterwohlfahrt, dem Familienzentrum Schwanewede, Erzieher oder Kindergarten-Fachleute der Gemeinde zu Gast. So gibt es bis Dezember Vorträge unter anderem über Mutter-Kind-Kuren, Erste Hilfe bei Fieber und Erkältung, osteopathische Babybehandlung, Zahnpflege und Körperwahrnehmung. Das komplette Programm für das zweite Halbjahr 2018 ist auf der Homepage des Landkreises Osterholz (www.landkreis-osterholz.de) abrufbar, über das Stichwort Elterncafé Schwanewede in der Suchmaske und die Rubrik Dokumente. Die Angebote des Treffs sind kostenlos, Besucher müssen sich nicht anmelden.

Der Familienservice will das Elterncafé in Schwanewede noch ausbauen. „Bei unseren jährlichen Teilnehmerbefragungen ist immer wieder der Wunsch nach einem weiterführenden Angebot geäußert worden“, so Susanne Kampmann. Geplant ist nach ihren Worten ein zusätzlicher Treff für Eltern mit Kindern ab dem ersten Lebensjahr in der Begegnungsstätte.  „Dort werden pädagogische Themen im Vordergrund stehen.“ Sozialpädagogen sollen das neue Elterncafé leiten. „Ab Januar 2019 wollen wir starten.“


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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

• Produktion von Aluminium ...
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