Die Schwäbische Alb im Winter
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Loipenspaß im „Schraubengebirge“

04.10.2018 0 Kommentare

Winterliche Idylle
Winterliche Idylle im Donaubergland: Urlauber können hier ein sportlilches Programm absolvieren. Foto: Gemeinde Gosheim/Donaubergland GmbH (dpa)

Gosheim (dpa/tmn) – Fabia rennt. 600 Meter bergauf, 600 Meter bergab, dann wirft sich die 14-Jährige in den Schnee, atmet tief durch, zielt und schießt. Fabia ist Mitglied im Skiclub Gosheim.

Der kleine Ort im Donaubergland hat eine Kirche, ein Hotel, eine Narrenzunft und einen Biathlon-Olympiastützpunkt. Das liegt zum einen an dem emsigen Skiclub, der schon Biathlontalente wie Simone Hauswald und Kathrin Hitzer förderte.

Langlaufloipe
Die Ranger haben gut gespurt: Langlaufloipe auf der Schwäbischen Alb. Foto: Dieter Ruoff/LRA Esslingen/Schwäbische Alb Tourismusverband e.V. (dpa)

Zum anderen an der geografischen Lage des Ortes: Gosheim liegt am Trauf der Schwäbischen Alb, einer schroffen, 200 Kilometer langen Felskante, die das Hochplateau vom Vorland trennt. Die Albhochfläche heißt hier Großer Heuberg und steht für allerlei Superlative: das größte zusammenhängende Loipennetz, die weiteste Fernsicht, die höchsten Erhebungen der Schwäbischen Alb. Tourenvorschläge führen durch die „Region der zehn Tausender“, die Berge über 1000 Meter.

Wer einen Olympiastützpunkt mit Zuschauertribünen, Berggasthof und Après-Ski verbindet, wird in Gosheim allerdings nicht fündig: Es gibt eine Flutlichtloipe, zwei kleine Holzhütten, einen Schießstand für Kleinkaliber und einen Stand für Luftgewehr oder Laser für die Jüngeren – fertig ist das Biathlonzentrum Gosheim.

Burg Hohenzollern
Zum Themendienst-Bericht von Deike Uhtenwoldt vom 4. Oktober 2018: Wie die Kulisse für einen Märchenfilm: die verschneite Burg Hohenzollern. Foto: Achim Mende/Schwäbische Alb Tourismusverband e.V. (dpa)

„Man braucht enorm viel Kondition und Koordination“, sagt Trainer Holger Hermle. „Die Jugendlichen sind voll gefordert, es sind nur die leistungsstarken, die das durchhalten.“ Mädchen wie Fabia.

Frieder Weber, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Skiwanderwege Heuberg, spurt zusammen mit drei weiteren ehrenamtlichen Fahrern fast 100 Kilometer Loipenstrecke auf acht Rundwegen – in guten Zeiten, wenn genügend Schnee liegt für die klassische Disziplin und das Skating. In schneearmen Zeiten verweist er auf die Waldloipe Birental. "Das ist ein Schneeloch."

Skihang Gosheim
Prädestiniert für Wintersport: Gosheim im Donaubergland hat einen eigenen Skiclub, der Biathlontalente fördert. Foto: Gemeinde Gosheim/Donaubergland GmbH (dpa)

Wer vom Wintersport auf der Schwäbischen Alb spricht, kommt schnell auf das Wetter zu sprechen. „Die Winter sind unzuverlässiger geworden“, sagt Lothar Nann. Der Inhaber des gleichnamigen Sportgeschäftes sortiert im Frühjahr auf Tennis und Wandern um. „Aber Winter ist bei uns nach wie vor das Hauptgeschäft.“ Und dieses lebt von Tagestouristen und Einheimischen, aber auch von Firmen, die ihre Mitarbeiter fit halten wollen.

Die Verbindung zwischen der Wirtschaft und Wintersport im Donaubergland ist stark. Zu jedem Rundweg gehört eine Patenschaft zu einem Industrieunternehmen der Region. Im Volksmund wird die verkarstete Hochfläche im Naturpark Obere Donau auch Schraubengebirge genannt, weil fast jeder Ort hier einen Betrieb der Drehteilindustrie vorzuweisen hat - der nach qualifizierten Fachkräften sucht. Man braucht auch eine intakte Infrastruktur an Freizeitangeboten und Ausflugszielen, die junge Präzisionsdreher und Maschinenbauer anlocken. Daher hat sich die Mittelgebirgsregion zur Wanderregion entwickelt. Vielleicht klappt es als Winterdestination auch noch.

Holger Hermle
Holger Hermle ist Trainer im Biathlonzentrum Gosheim. Foto: Holger Hermle (dpa)

Würden die 15 Liftanlagen in schneearmen Zeiten Radfahrer auf die Berge befördern, hätte man eine Zielgruppe mehr gewonnen: die Mountainbiker. Für Genussfahrer gibt es schöne Blicke auf die Donau und ihre markanten Felsdurchbrüche. Wenn dann noch Nebelschwaden durchs Tal ziehen, ist es fast schon egal, ob Schnee liegt: Das Benediktinerkloster Beuron ist in dicke Watte gepackt – und sieht märchenhaft schön aus.


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