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Das Märchen vom richtigen Timing

15.03.2019

Tatsächlich basiert die von vielen Finanzexperten emp­fohlene Strategie, durch geschicktes Ein- und Aus­steigen, sprich durch gezieltes Timing, besser abzuschneiden als vergleichba­re Aktienindizes, eher auf Wunschden­ken als auf Fakten. Sie bedient aber die Sehnsüchte vieler Privatanleger. Warum man dieser Anlegersehnsucht besser nicht folgen und auch in turbu­lenten Zeiten gelassen bleiben sollte, erklärt die unabhängig beratende Qui­rin Privatbank.

Aktuelle Kapitalmarktuntersuchun­gen zeigen, dass Anleger aufgrund der Kursschwankungen Ende 2018 systematisch und in Scharen aus den Aktienmärkten ausgestiegen sind. So war im Monat Dezember die Summe der Abflüsse aus US-amerikanischen Aktienfonds fast genauso hoch wie im gesamten restlichen Jahr zusammen1. Das Problem daran: Wer im Dezember ausgestiegen ist, hat die Erholung der Aktienmärkte mit deutlichen Kurs­steigerungen im neuen Jahr komplett verpasst.

Privatanleger lassen Rendite liegen

Die Furcht vor Verlusten und der Ver­such, diese durch gezieltes Timing zu vermeiden, schmälert die Anlegerren­dite oftmals entscheidend. Rendite­mindernd wirken neben den Timing-Versuchen zudem die hohen Kosten prognosegetriebener Investmentfonds sowie die mangelnde Risikostreuung. Die obere Grafik zeigt das entspre­chende Ergebnis einer repräsentativen US-Studie. So verbuchten private US-Anleger mit aktiv verwalteten Fonds in den vergangenen 20 Jahren eine deut­lich niedrigere Wertentwicklung als vergleichbare Marktindizes. Lag die Rendite der Privatanleger mit einem ausgewogenen Depot durchschnittlich bei 2,85 Prozent per anno2, fiel die aus­gewogene Marktrendite mit 5,9 Pro­zent deutlich höher aus3.

Verführerischer Fehler

„Fallen die Kurse, haben Anleger das Bedürfnis, bestehende Anlagen zu ver­kaufen und das Geld in Sicherheit zu bringen. Um dann – wenn es wieder aufwärtsgeht – erneut in den Markt einzusteigen“, erklärt Prof. Dr. Stefan May, Leiter Anlagemanagement der Quirin Privatbank AG. So verführe­risch dies auch erscheinen mag, es ist ein Fehler: Anleger, die in Stresspha­sen aussteigen, wagen den Wiederein­stieg oft erst dann, wenn die heftigen positiven Gegenbewegungen bereits vorbei sind. Damit gehen ihnen aber entscheidende Renditepunkte verloren – wie zuletzt im Januar und Februar.

„Verhaltenslücke“ kostet Rendite

Die Konsequenzen typischer Anle­gerfehler, insbesondere der Versuch, günstige Ein- oder Ausstiegszeitpunk­te abzupassen, sind so gravierend, dass es hierfür einen eigenen Begriff gibt – die „Verhaltenslücke“. Gemeint ist, dass Anleger systematisch nach Kurs­anstiegen kaufen und nach Kursverlus­ten enttäuscht verkaufen. Sie steigen zu hohen Kursen ein und zu niedrigen aus (untere Grafik). Basierend auf den Erkenntnissen jahrzehntelanger Kapi­talmarktforschung erklärt dazu Prof. May: „Das Rezept für nachhaltigen Anlageerfolg besteht aber nicht im richtigen Timing, sondern vielmehr darin, einen einmal eingeschlagenen Kurs konsequent durchzuhalten“.

Provisionsbanken nutzen Unsicher­heit der Anleger aus

Hierbei gibt es jedoch zwei Proble­me: den nervösen Anleger, der sein Geld in Sicherheit bringen will, und provisionsfinanzierte Banken, die die­se Nervosität nutzen, um immer neue Provisionserträge zu generieren. Her­kömmliche Banken verdienen Provisi­onen bei jedem Kauf und Verkauf. Sie haben somit ein Interesse daran, ihre Kunden immer wieder in die Märkte ein- und aussteigen zu lassen. Das geht doppelt zu Lasten der Anlegererträge. Erstens verpassen Anleger oft die Auf­wärtsbewegung der Märkte. Und zwei­tens entstehen ihnen durch den ständi­gen An- und Verkauf im Laufe der Zeit erhebliche Mehrkosten, zum Beispiel durch Ausgabeaufschläge.

Unabhängige Beratung erforderlich

Im Umkehrschluss heißt das: Anleger sollten sich nur von unabhängigen Experten oder Instituten beraten las­sen, für die Vertriebsprovisionen keine Rolle spielen. So lehnt beispielsweise die Quirin Privatbank jedwede Provi­sion für Produktverkäufe an Kunden ab, und finanziert sich ausschließlich durch Kundenhonorare. „Das befreit uns von dem Zwang, unsere Kunden in immer neue Anlagen treiben zu müs­sen, um immer neue Erträge zu gene­rieren“, erläutert May das Prinzip der unabhängigen Beratung.

„Deshalb können wir unsere Kunden dazu ermutigen, auch in turbulenten Zeiten an der einmal festgelegten und zum Kundenprofil passenden Anla­gestrategie festzuhalten“, so May. „Mittel- bis langfristig werden die Rendite-Chancen der gewählten Stra­tegie immer wieder die Oberhand ge­winnen.“

„Den optimalen Einstiegszeitpunkt zu suchen, gleicht der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Langfristig betrachtet ist der richtige Einstiegszeit­punkt immer hier und jetzt“, fasst May zusammen. „Wenn Sie also investieren wollen, dann tun Sie es jetzt. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie mit Ihren der­zeitigen Anlagen optimal aufgestellt sind, dann stellen Sie Ihre Depots auf den Prüfstand – mit dem kostenlosen Vermögens-Check der Quirin Privat­bank“, lädt May ein.

V. i. S. d. P.: Janine Pentzold, Quirin Privatbank AG, Kurfürstendamm 119, 10711 Berlin

1 Quelle: https://www.morningstar.com/articles/907877/investors-swap-long-funds-for-money-markets.html
2 Anlegerrendite: Rendite eines durch­schnittlichen US-Anlegers, der zu je­weils 50 % in aktiv gemanagte Akti­en- und Anleihefonds investiert; Quellen: Dalbar Report 2018, eigene Berechnungen
3 Marktrendite: Rendite einer repräsentati­ven Indexmischung aus 50 % S&P 500 und 50 % Barclays Global Aggregate Bond (glo­baler Anleiheindex); Quellen: Dalbar Report 2018, eigene Berechnungen

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