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Nach 0:0 gegen Frankreich
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Delaneys Dänen im WM-Achtelfinale

Christoph Bähr 27.06.2018

(dpa)

Die Ausgangslage war schon vor der Partie klar. Frankreich würde ein Punkt reichen, um als Gruppensieger ins Achtelfinale einzuziehen. Dänemark würde ein Punkt reichen, um als Zweitplatzierter weiterzukommen. Dass sich die beiden Mannschaften dann am Dienstag in einer an Höhepunkten armen Partie mit 0:0 trennten, überraschte also nicht wirklich. "Wir sind zufrieden", sagte der Noch-Bremer Thomas Delaney im ARD-Interview. "Unsere Taktik war eher defensiv, aber sie hat funktioniert."

Für das entscheidende Gruppenspiel in Moskau hatte Dänemarks Nationaltrainer Age Hareide seine Mannschaft auf drei Positionen umgestellt. Delaney aber blieb natürlich gesetzt auf der Achter-Position im Mittelfeld. Auch wenn der Noch-Bremer in den vorherigen zwei WM-Spielen nicht restlos überzeugt hatte, ist er nach wie vor ein Schlüsselspieler der Dänen.

Wie wertvoll er für seine Mannschaft sein kann, zeigte Delaney dann auch zumindest einmal in der 29. Minute. Da eroberte der Bald-Dortmunder aggressiv den Ball und passte diesen sofort steil auf Andreas Cornelius. An dessen Hereingabe kam Christian Eriksen in der Mitte nicht ganz heran. Ansonsten passierte im ersten Durchgang wenig. Die Dänen hatten die favorisierten Franzosen gut im Griff, standen im 4-1-4-1-System sehr kompakt und ließen wenig zu. Die beste Chance für die Equipe Tricolore vergab Olivier Giroud, der in der 44. Minute über das Tor zielte. Somit ging es torlos in die Pause.

Delaney ausgewechselt

Im zweiten Durchgang war es weiterhin ein zähes Spiel. Da die bereits ausgeschiedenen Peruaner im Parallelspiel gegen Australien mit 2:0 siegten, wären die Dänen selbst mit einer Niederlage weitergekommen. Druck hatte also keine der beiden Mannschaften, und das war derart deutlich zu erkennen, dass die Zuschauer in Moskau in der Schlussphase sogar pfiffen, als der Ball wieder einmal durch das Mittelfeld zirkulierte. Zwei der ganz seltenen Höhepunkte: Frankreichs Thomas Lemar traf das Außennetz (70.), und Nabil Fekir scheiterte mit einem Distanzschuss an Dänemarks Torwart Kasper Schmeichel (82.).

Und Delaney? Der bekam im Kopfballduell Steven Nzonzis Ellenbogen ins Gesicht und fiel einmal unsanft hin, konnte aber weitermachen. In der Nachspielzeit zog er sich dann auch noch im Zweikampf mit Kylian Mbappé eine leichte Blessur zu und musste behandelt werden, sodass Hareide ihn lieber auswechselte. "Mir geht es okay", gab Delaney nach dem Abpfiff Entwarnung.

Insgesamt hatte der Mittelfeldspieler eine weitgehend unauffällige, aber solide Leistung geboten und viele intensive Zweikämpfe bestritten. Das reichte für Delaney und seine Dänen, um sich das Weiterkommen zu sichern. Im Achtelfinale treffen sie am Sonntag auf Kroatien. Für Werder bedeutet das, dass die Fifa weiterhin die Abstellungsprämie von rund 7200 Euro pro Tag für Delaney an die Weser überweist, bis dessen Vertrag in Bremen am 30. Juni endet. Insgesamt kassiert Werder somit für Delaneys WM-Teilnahme etwa 223.000 Euro.


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