FC Oberneuland präsentiert den "Kugelblitz" Ailton: "Ich habe diese Stadt nie vergessen"

Bremen. "Kugelblitz" Ailton ist zurück in Bremen. Der frühere Torjäger von Werder Bremen trat am Freitag seinen Dienst beim Fußball-Regionalligisten FC Oberneuland an - auf der Dachterrasse einer Tankstelle.
23.07.2010, 18:38
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Dass nun alles eine Nummer kleiner zugeht im sportlichen Leben des Ailton, war dem Ort seiner Vorstellung ziemlich deutlich anzusehen. Der neue Star des FC Oberneuland empfing die Medien gestern auf der Dachterrasse einer – zugegeben sehr modernen – Tankstelle in der Überseestadt. Aber man merkte schnell: Ailton hätte seine erste Pressekonferenz zur Not auch in einem Imbiss oder am Kiosk gegeben. Wenn sie nur in Bremen anberaumt gewesen wäre.

„Ich habe diese Stadt und die Menschen nie vergessen – die Leute lieben Ailton“, sagte der spektakuläre Neuzugang des Viertligisten FCO – wenige Minuten, nachdem er für eine Überraschung gesorgt hatte. Denn der mittlerweile 37-Jährige war überpünktlich erschienen. Das ist man nicht gewohnt von Ailton. Seine sonstigen Ausführungen erinnerten dagegen sehr an die gute alte Zeit in Bremen zwischen 1999 und 2004. Ailton, was hast Du dir vorgenommen beim FCO? „Ich muss sehr viel trainieren, im Spiel muss ich mich konzentrieren, und ich muss Tore schießen.“ Wann das sein wird, ist dagegen fraglich. „Er wird uns sportlich sicher weiterhelfen, aber wir müssen erst mal gucken, wie fit er ist“, unterstrich Trainer Mike Barten.

Die neue Galionsfigur des FC Oberneuland konnte ihm aber immerhin versichern, dass er „sehr motiviert“ an die Aufgabe gehen wird. Dabei kennt Ailtonseine neue Liga noch gar nicht. Einem Gespräch mit Rodolfo Cardoso (Trainer des Hamburger SV II) konnte er aber entnehmen, dass es eine „harte Liga“ ist und dass das Niveau höher ist als in der Niederrheinliga beim KFC Uerdingen. Das aber hält Ailtonnicht davon ab, sich „viele Tore“ vorzunehmen für die kommende Saison. Er ist nun wieder in der Heimat. Das motiviert. „Wenn man nicht zufrieden ist, geht es auch nicht“, so der Stürmer. Zudem sei es immer sein Plan gewesen, die letzte Station seines Fußballerlebens – und das soll der FCO definitiv sein – in Bremen zu absolvieren.

Dass es nun dazu kam, verdankt der Brasilianer Heinz-Wilhelm Hoyer. Der neue Trikotsponsor der Oberneulander hatte vor einem halben Jahr begonnen, den Publikumsliebling ins Marketing seiner Mineralölfirma einzubauen. Rund acht Wochen ist es her, dass Hoyer die Idee zu einer Rückholaktion hatte. Sie nahm Gestalt an, als dessen Geschäftspartner Dieter Burdenski den Regionalligisten als neuen Ailton-Klub ins Gespräch brachte. Seit Donnerstag ist der Wechsel perfekt. Quasi als Begrüßungsgeschenk erhielt Ailtonvon Mike Barten die Zusicherung, keinen Laktattest machen zu müssen. Sowas gibt es beim FCO nämlich nicht. „Das ist auch sowieso nur Theater“, sprach Ailtonund verließ seine Bühne in der Tankstelle.

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