Werder Bremen

Akute Krisengefahr - und jetzt kommen die Bayern

Bremen. "Wir stehen kurz davor, unsere Saisonziele zu verspielen", warnt Torsten Frings nach zuletzt drei Niederlage in Serie. Am Sonnabend steht ein echtes Wegweiserspiel an - dann ist der wiedererstarkte FC Bayern München an der Weser zu Gast.
20.01.2010, 08:55
Lesedauer: 2 Min
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Akute Krisengefahr - und jetzt kommen die Bayern
Von Thorsten Waterkamp
Akute Krisengefahr - und jetzt kommen die Bayern

Werders Führungsspieler Torsten Frings und Claudio Pizarro sind sich der brisanten Situation bewusst.

nordphoto

Bremen. Es war so ein Tag zwischen Baum und Borke. Die Pleite gegen Frankfurt nagt immer noch, doch am Horizont warten bereits die Bayern. Ausgerechnet die Bayern, der wiedererstarkte Riese aus dem Süden. Es ist das Wegweiserspiel schlechthin für Werder, eine Partie, die den weiteren Verlauf der Saison maßgeblich bestimmen kann - und sie kommt in einem äußerst ungünstigen Moment. 'Wir stehen kurz davor, unsere Saisonziele zu verspielen', warnt Torsten Frings.

Der Druck ist groß, auch auf die Führungsspieler wie Kapitän Frings, von denen maßgeblich die Einleitung einer Wende erwartet wird. Fünf Spiele in Folge ist Werder nach dem 0:1 von Frankfurt schon ohne Sieg - oft hat es eine solche Durststrecke nicht gegeben für die Grün-Weißen in der Bundesliga. Trotzdem: Noch bewegt sich die Negativserie in einem Rahmen, der zwar unerfreulich, aber nicht dramatisch ungewöhnlich ist. In den vergangenen Liga-Jahren hat es immer mal wieder Bremer Schwächeperioden gegeben, dreimal auch unter Thomas Schaaf.

Doch schon eine Niederlage gegen die Bayern würde aus der unerfreulichen Serie eine bedrohliche machen. 'Es ist eine schwierige Situation', ahnt Claudio Pizarro, 'wir brauchen die drei Punkte.' Andernfalls wären nicht nur die Bayern mit elf Zählern Vorsprung weitestgehend außer Sicht (von der Liga-Spitze ganz zu schweigen), sondern auch das Minimalstziel Europa League in akuter Gefahr. Eine Qualifikation für den Europapokal ist in den vergangenen 20 Jahren noch nie möglich gewesen mit solchen Durchhängern - außer, es gab wie in der vergangenen Saison den Umweg über die Pokalwettbewerbe. Und dass selbst Eintracht Frankfurt, der doppelte Stolperstein dieser Saison, am Sonnabend mit einem Sieg gegen den Vorletzten Nürnberg an Werder vorbeiziehen könnte...eindrucksvoller ließe sich die Bremer Schieflage in der Bundesliga-Tabelle kaum veranschaulichen.

Dann ist da auch noch die allgemeine Bremer Frühjahrsmüdigkeit, die über Werder regelmäßig hereinzubrechen scheint. Wenn es richtig schlecht lief in der Vergangenheit, passierte es meist zwischen Februar und April - vier der letzten fünf Negativserien ereilten die Grün-Weißen just in jener Zeit, in der die Weichen fürs Saisonfinale gestellt werden.

Die Bayern dagegen haben eine Serie angestrengt, die exakt in die gegenteilige Richtung zeigt: streng und stetig nach oben. Fünf Spiele haben die Münchner in Folge gewonnen, was die Wettquoten für einen Bremer Sieg im Nord-Süd-Duell mächtig in die Höhe treibt. Eine böse Vorahnung: Bayern kommt! Mit Ribéry! 'Völlig egal', sagt Frings achselzuckend.

Das findet auch Naldo, ebenfalls einer der Erfahrenen, der Führungsspieler. 'Bayern ist eine Supermannschaft', sagt der Brasilianer zwar, 'aber wir haben auch eine Supermannschaft. Wir haben es gegen Frankfurt nur nicht gezeigt.' Wobei der Innenverteidiger einschränkt: Zu zeigen wusste Werder Stärken zwar in der Abwehr- ('Ich denke, die Defensive war gut'), nicht aber in der Angriffsarbeit. Durchschlagskraft? Gab's nicht - ein Manko, dass sich durch weite Teile der Saison zieht. 'Wenn wir ein oder zwei Chancen haben, müssen wir das Tor machen', sagt Abwehrspieler Naldo, hinter Top-Stürmer Pizarro wettbewerbsübergreifend Werders bester Torschütze der Saison.

Zumindest gibt es ja Pizarro. Sein rechtes Knie, nach einem Sturz auf eine Eisplatte lädiert, schmerzt nicht mehr, sagt der Peruaner. Und Bangemachen gilt nicht, so ernst die Situation auch ist, findet Werders einziger Angreifer von internationalem Format. 'Bayern ist Bayern', sagt Pizarro zwar. 'Aber das ist auch nur eine Mannschaft.'

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