Klubchef enttäuscht über Pfiffe Allofs geht mit Fans ins Gericht

Bremen. Es gab einiges, das Klaus Allofs am Sonnabend nicht gefallen hatte im Weserstadion. Am meisten aber störte Werders Klubchef, dass das Publikum allzuschnell bereit war, eigene Spieler auszupfeifen.
08.03.2010, 09:19
Lesedauer: 2 Min
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Allofs geht mit Fans ins Gericht
Von Oliver Matiszick

Bremen. Es gab einiges, das Klaus Allofs am Sonnabend nicht gefallen hatte im Weserstadion. Doch dass die Mannschaft dem Gegner das Toreschießen zu leicht gemacht hatte, sie folglich durch dieses 2:2 gegen den VfB versäumt hatte, den Abstand auf die Europa-League-Plätze vier und fünf konstant gering zu halten – das war nur das eine Ärgernis.

Was Werders Klubchef viel mehr bewegte als das, was er auf dem Rasen gesehen hatte, war das, was er im Stadion gehört hatte: Dass das Publikum allzuschnell bereit war, eine Gruppe eigener Spieler bei schlechten oder unglücklich verlaufenen Aktionen auszupfeifen.

Tatsächlich hatten die beiden Außenverteidiger Aymen Abdennour und Sebastian Prödl sowie Spielmacher Mesut Özil – um dieses Trio ging es Allofs– allesamt keinen Tag erwischt, an dem sie den Erwartungen gerecht werden konnten. Doch gerade deshalb hätte sich Allofseine andere Reaktion von den Rängen erhofft. „Wir müssen begreifen, dass Spieler wie sie auch mal Unterstützung brauchen – wenn aber gleich gepfiffen oder geraunt wird, ist das keine Unterstützung. Und das gefällt mir überhaupt nicht“, sagte er. „In anderen Stadien werden gerade die jungen Spieler besser unterstützt, wenn es mal nicht so läuft.“

Allofs’ Schelte in Richtung Fans geht jedoch noch über deren Missfallensbekundungen hinaus. Denn im umgekehrten Fall vermisst er bei guten Aktionen den entsprechenden Enthusiasmus des Publikums, diese auch entsprechend zu belohnen, „Das sind junge Spieler, da kann man ruhig auch mal klatschen“, fordert er.

Vor allem die Entwicklung um Mesut Özil kann ihm nicht gefallen. Der 21-jährige Nationalspieler scheint für das Bremer Publikum zunehmend zur Reizfigur zu werden – bewirkt durch die anhaltende Formschwäche bei nach wie vor ungeklärter Vertragssituation über 2011 hinaus. „Wir können nicht gebrauchen, dass man sich auf ihn einschießt“, sagt Allofs. Den Druck einer schnellen Entscheidung über seine Zukunft nahm er Özil gestern jedenfalls. In der Fußball-Talkrunde „Doppelpass“ (DSF) sprach der Werder-Boss davon, dass man es akzeptieren müsse, wenn „sich ein Spieler nicht so schnell entscheidet“.

Özil selbst sagte dem Fachblatt "kicker", er finde es schade, wenn das Stadion so reagiere. "Ich kann verstehen, wenn die Stimmung nicht so toll ist, wenn wir zurückliegen. Aber das Publikum ist dazu da, uns zu unterstützen", betonte Özil. Innenverteidiger Naldo sprang seinen gescholtenen Mannschaftkollegen zur Seite. "Das dürfen die Zuschauer nicht machen", sagte er dem "kicker", "Aymen Abdennour etwa hat sehr gute Qualitäten, das sieht man im Training. Aber er muss noch mehr auf uns hören und an sich arbeiten."

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