FC St. Pauli - Werder Bremen Als "Huuugo" noch durchs Stadion schallte

Bremen. Das Duell beim FC St. Pauli weckt bei den Werder-Fans und auch bei Klaus Allofs unweigerlich Erinnerungen an das Hinspiel. Beim souveränen Bremer 3:0-Sieg hat vor allem ein Mann im Blickpunkt gestanden, der zum letzten Mal das Werder-Trikot getragen hat: Hugo Almeida.
22.04.2011, 09:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Ben Binkle

Bremen. Klaus Allofs hat jede Menge Erinnerungen an den Hinspiel gegen den FC St. Pauli. "Das war gut", sagt der Werder-Boss und beginnt zu Schmunzeln und fährt fort: "Wir haben klar gewonnen, eine rote Karte gab es auch. Ich weiß, wer die Tore geschossen hat, das Stadion war ausverkauft... ist mir etwas entgangen?" Man hätte die Auflistung des Sportdirektors noch um vieles ergänzen können: Es war Werders bislang höchster Heimsieg der Saison, oder auch das letzt Zu-Null-Heimspiel bis heute. Und es war das letzte Spiel eines Akteurs, der an diesem Tag im November der Hauptdarsteller war und noch heute Bremens bester Saisontorschütze ist: Hugo Almeida.

Den Namen nannte Klaus Allofs nicht. Weil er lieber über die Spieler spricht, die aktuell noch im Kader stehen. Almeida ist bei Werder Geschichte - und er bescherte den Fans am 28. November 2010 gegen den FC St. Pauli eine besonders kuriose Geschichte. Erst schoss der Portugiese alle drei Tore beim 3:0-Erfolg, dann flog er in der 80. Minute wegen einer Tätlichkeit vom Platz. Zum letzt Mal schallten an diesem Tag die langezogenen "Huuugo, Huuugo"-Rufe durch das Bremer Weserstadion.

Zwar entschuldigte sich Almeida nachher für seine "Dummheit" bei der Mannschaft, Gnade von höherer Stelle gab es aber nicht. Drei Spiele Sperre brummte das DFB-Gericht dem hitzköpfigen Angreifer auf, damit war die Hinrunde beendet - und im Winter auch das Kapitel Werder Bremen. Denn Almeida verließ den Klub nach viereinhalb Jahren Richtung Istanbul.

Seitdem trägt Almeida, der für Werder 41 Tore in 117 Bundesligaspielen erzielte, das Trikot von Besiktas. Mit dem Traditionsklub läuft der Portugiese der Musik aber weit hinterher, als Tabellenfünfter hat das Team 26 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Trabzonspor, selbst die Europa-League-Qualifikation ist sehr unwahrscheinlich. International wird Almeida - ebenso wie Werder - in der kommenden Spilezeit nicht zu sehen sein.

Kein Glück in Istanbul

Und auch von seiner persönlichen Bestform ist der einstige Bremer Publikumsliebling weit entfernt. Nur selten bekommt Almeida das Vertrauen in der Startelf, drei Tore in elf Partien sind seine magere Bilanz. Bei Werder hatte er in der Hinrunde noch neun Tore in 13 Partien erzielt. Damit ist er nach wie von der treffsicherste Bremer.

Almeida fehlt also, doch wird es am Sonnabend zumindest eine Parallele zum Hinspiel geben: Ein ausverkauftes Stadion. 2600 Werder-Fans werden ihr Team ans Millerntor begleiten. Gegen eine zweite Parallele hätten die Schlachtenbummler sicherlich nichts einzuwenden: Einen Bremer Sieg.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+