Werder Bremen Ausschlussverfahren gegen Pühse eingeleitet

Bremen. Werder Bremen hat ein Ausschlussverfahren gegen den NPD-Politiker Jens Pühse eingeleitet. Auf seiner ordentlichen Sitzung am Dienstagabend hat das Präsidium diesen Entschluss einstimmig getroffen, wie der Verein mitteilt.
25.05.2011, 11:01
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Bremen. Werder Bremen hat ein Ausschlussverfahren gegen den rechtsextremen NPD-Politiker Jens Pühse eingeleitet. Auf seiner ordentlichen Sitzung am Dienstagabend habe das Präsidium diesen Entschluss einstimmig getroffen, teilte der Verein am Mittwochvormittag mit.

Pühse, der seit Januar dieses Jahres Mitglied im Sportverein "Werder" von 1899 e.V.ist, schade durch seine politische Gesinnung dem Ansehen des Vereins, begründet Vize-Präsident Hubertus Hess-Grunewald, der das satzungsgemäße Ausschlussverfahren als "klares Signal" zum Thema Anti-Diskriminierung verstanden wissen will.

Werderist seit vielen Jahren ein Vorreiter in der Bundesliga beim Thema Anti-Diskriminierung und Gewaltlosigkeit. In der Satzung steht, der Verein fördere die Funktion des Sports als verbindendes Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten.

"Es ist für uns unbegreiflich, wie Herr Pühse überhaupt seine politische Gesinnung in Einklang mit der Unterstützung für unsere multikulturelle Profimannschaft bringen kann", sagteKlaus-Dieter Fischer. Der Werder-Präsident ordnete den Vereinsbeitritt Pühses als reine Wahlkampfinszenierung der NPD ein.

Im April hatte Werder Bremen Jens Pühse gebeten, den Verein freiwillig wieder zu verlassen. Als der Politiker dies ablehnte, kündigte der Verein am 19. April erstmals öffentlich an, Pühse ausschließen zu wollen. Der NPD-Spitzenkandidat in Bremerhaven hatte daraufhin in einer Email vom 16. Mai behauptet, dass Werder von einem Ausschluss Abstand genommen habe. Werder Bremen stehe offenbar zu seiner NPD-Prominenz, hieß es in dem Schreiben.

Die Antwort des Vereins folgte nun am Dienstagabend auf der Präsidiumssitzung. Noch ist Pühse allerdings nicht ausgeschlossen: Gemäß der Satzung hat Pühse nun das Recht auf eine Anhörung vor dem Vereinspräsidium. (bb)

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