Werder Bremen Avdic tut sich beim Startelf-Debüt schwer

Bremen. Bei seinem Startelf-Debüt für Werder Bremen hat Denni Avdic deutliche Unterschiede zwischen dem Spielniveau in Deutschland und Schweden festgestellt. "Er hat sich sehr langsam eingefunden, aber jetzt hat er sehr gute Ansätze gezeigt", so Werder-Boss Klaus Allofs.
04.04.2011, 05:00
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Avdic tut sich beim Startelf-Debüt schwer
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. Die Wahrheit flimmerte über den Bildschirm unter der Betondecke der Mixed-Zone, dort im Weserstadion, wo sich nach dem Spiel Spieler und Journalisten treffen. Auf dem Monitor lief gerade die Zusammenfassung dessen, was eine knappe Stunde zuvor auf dem Rasen 1:1 ausgegangen war.

Denni Avdic schaute kurz hoch, stutzte und beobachtete dann genau den Spieler mit der Nummer neun, der im Fernseher mit einer Großchance scheiterte. Er sah sich selbst und sofort ein, was er falsch gemacht hatte: "I had to lift it up - ich hätte den Ball hoch schießen müssen."

Man konnte Denni Avdic am Sonnabend vielleicht vorwerfen, dass er in seiner wichtigsten Szene des Spiels gegen Stuttgart eine falsche Entscheidung getroffen hatte. Man konnte ihm aber nicht vorwerfen, dass er die falsche Analyse folgen ließ. Nun, der Schwede hat den Ball in der 41. Minute nicht hoch geschossen, so dass auf der Stuttgarter Torlinie Serdar Tasci in bester Handballtorwart-Manier mit dem rechten Fuß klären konnte. Es wäre das 2:1 gewesen, aber es war nur eine von vielen Werder-Chancen an diesem Nachmittag, so dass explizit Avdic bei seinem ersten Startelf-Einsatz in Bremen denn auch kein Vorwurf gemacht wurde.

Ein Tor des Neuzugangs, der im Winter vom schwedischen Erstliga-Klub IF Elfsborg Boras an die Weser gekommen war, hätte seiner durchwachsenen Leistung allerdings einen freundlicheren Anstrich gegeben. Avdic fand schwer ins Spiel, hatte zunächst kaum Ballkontakte und verlor trotz seiner 1,92 Meter auffallend viele Kopfballduelle. "Man hat gesehen, dass man sich erst einmal finden muss", urteilte Trainer Thomas Schaaf über das Zusammenspiel Avdics mit den Teamkollegen. Auch Kapitän Torsten Frings wollte dem 22-Jährigen keine Vorwürfe machen: "Er ist einfach noch nicht im Rhythmus."

Wie auch? Weil Claudio Pizarro verletzt ausfiel, bildete Avdic mit Sandro Wagner das Bremer Sturm-Duo - eine Kombination, die so noch nie gemeinsam auf dem Platz gestanden hatte. Abstimmungsprobleme waren da zwangsläufig die Folge, zumal die beiden jungen Stürmer ähnlich veranlagt sind und eher eine zentrale Angriffsposition bevorzugen. "Wir standen uns das ein oder andere Mal auf den Füßen", sagte Wagner später. Ohne Pizarro war die Partie auch für ihn "nicht so einfach, weil Claudio viele Abwehrspieler auf sich zieht. Er reißt die Räume auf, da ist es für mich leichter zu spielen".

Für Avdic kommt erschwerend das erheblich höhere Spielniveau in der Bundesliga hinzu. "Es ist ein riesiger Unterschied zwischen Schweden und Deutschland, für mich ist das hier eine ganz neue Situation", erklärte er. Für Werders Chef Klaus Allofs war die Leistung des Skandinaviers, dessen Eingewöhnung länger gedauert hat als erwartet, dennoch zufriedenstellend. "Er hat sich sehr langsam eingefunden, aber jetzt hat er sehr gute Ansätze gezeigt."

"Die beiden haben sich bemüht"

Was fehlte, waren die Tore, doch das galt nicht nur für Denni Avdic, sondern auch für Sandro Wagner. "Die beiden haben sich bemüht und hatten ihre Chancen, aber sie hatten kein Glück", sagte Torsten Frings und wollte das nicht als Vorwurf verstanden wissen. Aber er erklärte, woran es haperte gegen Stuttgart: an einem zuverlässigen Vollstrecker. "Wir haben gesehen, wie wichtig Claudio für uns ist." Pizarro wird Werder aber wohl auch noch am kommenden Freitag in Frankfurt fehlen.

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