Die Born-Affäre (3)

Born tritt nach neuen Vorwürfen zurück

Bremen. Keine 24 Stunden nach dem Bekanntwerden der neuen Vorwürfe gegen Jürgen L. Born hat der Werder-Boss seinen Rücktritt mitgeteilt.
05.05.2014, 14:14
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Born tritt nach neuen Vorwürfen zurück
Von Marc Hagedorn

Bremen. Keine 24 Stunden nach dem Bekanntwerden der neuen Vorwürfe gegen Jürgen L. Born hat der Werder-Boss gestern seinen Rücktritt mitgeteilt. Da der 68-Jährige selbst zurzeit in Uruguay weilt, verlas Werders Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke in einer eilig einberufenen Pressekonferenz eine entsprechende Erklärung, die Born gestern Mittag aus Montevideo dem Aufsichtsrat übermittelt hatte.

In dem Schreiben heißt es: „Aufgrund der Tatsache, dass ich erneut Gegenstand von Berichten im Zusammenhang mit Finanztransaktionen der peruanischen Firma ,Image’ bin, werde ich meinen ohnehin zum Jahresende geplanten Rückzug aus der Geschäftsführung von Werder Bremen vorziehen. Ich gebe meine Ämter ab sofort endgültig ab. Ich kann aber versichern, dass ich keinerlei unerlaubte finanzielle Vorteile auf Kosten der Werder Bremen GmbH & Co KGaA gezogen habe. Der Nachweis darüber erfordert jedoch einige Zeit, ich möchte Werder daher von unnötigen Belastungen freihalten.“ Um diese möglichen Beweise seiner Unschuld zu sammeln und weil er in diesen Tagen Großvater wird, hält sich Born in Südamerika auf.

Die Hauptperson war also nicht da, dafür aber viele Journalisten. Lemke rekonstruierte die Geschehnisse der vorangegangenen 24 Stunden. So habe man kurz vor dem UEFA-Cup-Spiel gegen Saint-Etienne von den neuen Vorwürfen erfahren. Es geht dabei um 200000 Euro, die im Zuge der Vertragsverlängerung von Stürmer Nelson Valdez 2003 geflossen sind. Ein Teil des Geldes, so hatten peruanische Medien berichtet, sei auf ein Konto von Borns Sohn Maximilian überwiesen worden.

Lemke sprach gestern zwar immer wieder von „Borni“ und wertete den Rücktritt nicht als Schuldeingeständnis, distanzierte sich aber gleichzeitig von Born, der nach ersten Vorwürfen gegen ihn schon seit Sonnabend seine Ämter hatte ruhen lassen. Im ersten Fall war es um eine Zahlung von 50000 Dollar auf ein Konto Borns bei der Verpflichtung des Stürmers Roberto Silva im Jahr 2001 gegangen.

„Wenn ich eine Zahlung von 50000 Dollar bekommen hätte, könnte ich mich gut daran erinnern und wüsste, wofür ich die bekommen habe“, sagte Lemke, „mir ist aber nach drei Gesprächen mit Jürgen Born nicht klar geworden, was es mit den Dingen auf sich hat. Er konnte mir nicht sagen, so und so ist das gewesen.“

Sportdirektor Klaus Allofs, der seit Montag kommissarisch Vorsitzender der Geschäftsführung ist, wird dies mindestens für die nächsten Wochen auch weiterhin sein.

Dieser Artikel ist am 14. März im WESER-KURIER erschienen

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