Die schönsten Momente mit Werder Brüderschaft mit Otto

Wenn es um die Liebe zu Werder geht, hat jeder seine eigene einzigartige Erinnerung, die mit Werder zusammenhängt. In unserer Serie erzählen Profis, Fans und Ex-Spieler von ihren schönsten Momenten.
07.06.2016, 08:14
Lesedauer: 2 Min
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Brüderschaft mit Otto
Von Stefanie Heitmann

Wenn es um die Liebe zu Werder geht, hat jeder seine eigene einzigartige Erinnerung, die mit Werder zusammenhängt. In unserer Serie erzählen Profis, Fans und Ex-Spieler von ihren schönsten Momenten.

Rolf Töpperwien (ehemaliger ZDF-Reporter): "Es war 1992, rund um Werders Gewinn des Europacups der Pokalsieger gegen AS Monaco in Lissabon. Von Trainer Otto Rehhagel wusste jeder Journalist, dass er seine Aufstellung grundsätzlich nie vor Anpfiff bekannt gab. Doch in Lissabon, einen Tag vor dem Finale, teilte man mir überraschend mit: "Herr Rehhagel möchte mit Ihnen vorher unter vier Augen sprechen, es geht um die Aufstellung." Tatsächlich erfuhr ich dann exklusiv die große Überraschung. "Ich bringe Klaus Allofs. Der ist zwar angeschlagen – aber er hat jahrelang in Frankreich gespielt, spricht französisch. Davon kann er vielleicht auf dem Platz profitieren", erzählte Rehhagel.

Warum er mich vorab informierte? Ich nehme an, er wollte vorbeugen, falls es mit Allofs nicht klappen würde. Denn dann hätte die Öffentlichkeit durch mich in der Reportage die Begründung für seine Aufstellung erfahren. Nun, Werder-Kenner wissen es: Allofs machte ein großes Spiel, schoss eines der beiden Tore zum 2:0.

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Hinterher wurde in einem Hotel in Cascais gefeiert, eine tolle Fete übrigens. Rehhagel saß wie stets ganz in der Ecke, unerreichbar für Journalisten. Doch plötzlich kam Werder-Präsident Franz Böhmert auf mich zu, mit zwei Sektgläsern in der Hand. "Töppi, ich denke, es ist eine gute Gelegenheit, dass Sie und der Trainer sich etwas näherkommen", sagte er. Also zogen Böhmert und ich in Richtung Rehhagel.

Böhmert machte den Moderator und schlug vor, wir sollten alle Brüderschaft trinken. "Ich heiße Otto", sagte Otto zu mir, "Ich heiße Töppi", antwortete ich – erntete aber sofort Protest. "Solch einen Namen gibt es nicht: Du bist der Rolf", entschied Otto. Und so ist es bis heute geblieben.

Wenn der gegenüber Medien so misstrauische Rehhagel mal wieder gefragt war beim ZDF, musste ich ran – und hatte eigentlich immer Erfolg. Ich habe mich oft gefragt, warum Otto mir so wohlgesonnen war. Meine Vermutung: Ich war für ihn das Kontrastprogramm zu Jörg Wontorra, den er überhaupt nicht leiden konnte. Also bekam ich jedes Interview, vermutlich um den ARD-Mann Wontorra so richtig zu ärgern. Otto ist schon ein Schlauberger."

Lust, auf weitere schöne Werder-Geschichten? Hier geht es zum Dossier mit allen Episoden.

Zur Serie:

Die Anekdoten stammen aus dem Buch "Die 333 schönsten Erlebnisse mit Werder Bremen", das die Bremer Tageszeitungen AG 2010 veröffentlicht hat. Das Buch ist jedoch vergriffen.

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