333 schönste Werder-Erlebnisse Die besten Geschichten unserer Leser (1)

Bremen. Der WESER-KURIER sucht die schönsten, skurrilsten und witzigsten Geschichten rund um Werder Bremen. Viele Leser haben uns schon geschrieben, machen auch Sie mit - die besten Erlebnisse werden dann in einem Buch veröffentlicht.
11.07.2010, 15:40
Lesedauer: 17 Min
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Bremen. Der WESER-KURIER sucht die schönsten, skurrilsten und witzigsten Geschichten rund um Werder Bremen. Viele Leser haben uns schon geschrieben, machen auch Sie mit - die besten Erlebnisse werden dann in einem Buch veröffentlicht.

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Hier sind die Geschichten unserer Leser:

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Sommer 2008, Olympische Sommerspiele in Peking. Ein lauer Abend, auch nach Sonnenuntergang fast 30 Grad. In den Seitenstraßen des mächtigen Trommel- und Glockenturms Gulou tobt der Bär: Rikschas, Garküchen, Klönschnacks, scheppernde Transistorradios. Alte Männer, die speckigen Unterhemden bis zum Hals hochgerollt, amüsieren sich beim Würfelspiel. Babys plärren.

Vor einem Imbiss in der Doufuchi Hutong stehen zwei klapprige Blechtische mit ein paar Plastikstühlen. Im Eingang wartet der Wirt, fast zahnlos grinsend. Noch sympathischer aber macht den Mann sein Oberteil, das den Wanst ziert: Der Mann trägt doch tatsächlich ein T-Shirt des SV Werder. Ein Wunder. Den beeindruckten Fingerzeig der Langnase aus Europa quittiert der Boss mit glückseligem Quieken. Munter schnattert er drauflos und reckt den Daumen nach oben. Freundschaft! Das versteht jeder.

Jetzt bloß nicht kneifen. Todesmutig werden Jiaozi geordert, mit Hack und Kohl gefüllte Teigtaschen. Die Begleiterin bestellt Hundertjährige Eier. Auch sie hat Werder im Herzen und kennt keine Furcht. Noch vor den Speisen schleppt der Wirt gekühlte Bierdosen an - und eine vergilbte Autogrammkarte. Mit Johan Micoud. Ein weiteres Wunder. Fragen nach der Herkunft bringen keinen Aufschluss. Lautstark mischen sich die Kumpels des Dicken ein, doch ist des Rätsels Lösung weiter weg als Peking von Bremen. Einer der Jungs hat ein paar Brocken Englisch auf Lager. Vely, vely good!“ radebrecht er, auf das Werder-Logo deutend. Wahrscheinlich hat sich der Preis für das Essen just verdreifacht. Aber wen interessiert das in einem solch grandiosen Moment?

Jens Meyer-Odewald (52), Hamburg

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Es war das Rückspiel in der Europa League gegen die Mannschaft von Valencia aus Spanien.

Erst einen Tag vor dem Spiel entschloss ich als 17-Jähriger die Reise mit dem Zug am folgenden Tag aus Schleswig-Holstein anzutreten, nachdem ich mir ein Ticket vorbestellt hatte. Da es so kurzfristig war, fand ich niemanden, der mich begleiten konnte und es war ja auch mitten in der Woche und auch ich musste in die Schule an dem Freitag nach dem Spiel.

Über das Spiel gibt es nicht viel zu sagen, es war der Hammer und die Stimmung in dem Stadion war außergewöhnlich, es lag ein Wunder in der Luft, leider wurde nichts daraus. Es war das geilste Spiel, welches ich jemals gesehen hatte. Auf einmal bekam ich mehrere SMS, alle beinhalteten folgende Wörte: "Man hat dich im Fernsehen gesehen, als Hugo das Tor zum 1:2 schoss, mach mal richtig Stimmung, hieß es weiter". Leider war ich auf der Haupttribüne, wo die Stimmung nicht ganz so doll war, wie in der geilen Ostkurve.

Nun gut, das Spiel war aus und ich musste zurück nach Rendsburg in Schleswig-Holstein. Leider hatte mien Zug von Bremen nach Hamburg Verspätung und ich verpasste meinen Zug in Rendsburg, der der letzte zu der Zeit war. Es war ungefähr 0:45 Uhr und ich stand als 17-Jähriger alleine auf dem Hamburger Hauptbahnhof, wohlwissend, dass ich am nächsten Tag Schule habe. Ich guckte, aber vergebens, es fuhr kein Zug mehr, nur nach Lübeck, aber das wäre ein riesen Umweg gewesen. Naja, ich guckte, wann der nächste Zug nach Rendsburg fahren würde...es war irgendwie gegen 6:00 Uhr. Da es aber jetzt erst 1:00 Uhr war, musste ich mich beschäftigen und lief etwas in Hamburg herum und guckte mir dabei noch Filmaufnahmen von dem Spiel an, artenberaubend.

So gegen 4:00 Uhr konnte ich nicht mehr und legte mich in ein "Hotspot" zu schlafen. Ich stellte mir aber 5 Wecker mit meinem Handy, weil ich nicht verschlafen durfte, was ich auch nicht tat, denn gut konnte man dort nicht schlafen. Ich wurde ständig wach und kalt wurde mir auch.

Schließlich fuhr mein Zug und nachdem ich in Neumünster umgestiegen bin war ich gegen 7:30 Uhr in Rendsburg und hatte noch 10 Minuten bis zum Unterrichtsbeginn. Da ich bis dato kein Fehltag hatte, beließ ich es dabei und ging ohne Sachen zur Schule, wo mir jeder ansehen konnte, dass ich nicht von zu Hause kam.

Ich erzählte von meiner Werdergeschichte und alle waren begeistert, sogar meine Lehrerin, der ich ein T-shirt mitbringen sollte mit der Aufschrift "Werder You'll never walk alone", welches ich mir auf dem Osterdeich selber gerade gekauft hatte. Aber so ist das, ich bin immer für dich da, egal wohin die Reise geht, Werder ist mein Verein und wird es immer sein.

Dajinder Pabla aus Schülp/RD

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Mein Name ist Stefan, ich bin 14 Jahre alt und komme aus Trier in Rheinland-Pfalz. Ich fahre zwei Mal im Jahr mit meinem Vater mit dem Zug nach Bremen und 2007 gegen Aachen war mein unvergessliches Werder-Erlebnis, auch weil ich das erste Mal im Stadion war.

Kurz vor Spielbeginn kamen mein Vater und ich am Weserstadion an. Als „Lebenslang Grün-Weiß“ gesungen wurde war ich sehr aufgeregt – heute noch. Nach der frühen 1:0 Führung für Aachen ahnte ich Schlimmes, aber spätestens nach den Toren von Jensen und Rosenberg, kurz nach der Pause, verflog dieses Gefühl.

Dann kam die 90. Minute; Eckball für Aachen. Mein Vater sagte: „Pass auf, der Torwart rennt jetzt nach vorne und dann schießt Werder ein Tor.“ Genau so kam es dann auch! Nach der Ecke kommt der Ball in der eigenen Hälfte zu Diego und der schoss aus 62,6 Metern aufs Tor. Eine gefühlte halbe Ewigkeit war der Ball in der Luft. Ich dachte mir: „Der kommt ja richtig gut!“ TOR! Das ganze Weserstadion stand Kopf und alle lagen sich in den Armen.

Nach dem Spiel waren wir bestimmt noch 20 Minuten, wenn nicht sogar länger, noch im Stadion und bestaunten das Tor auf der Leinwand. Das werde ich nie vergessen – Danke Werder!!!

Stefan Lauterbach

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Während meiner Dienstzeit als Lehrer habe ich mit meinen Klassen regelmäßig Klassenfahrten durchgeführt. Eine Fahrt führte mit einer 6. Orientierungsstufenklasse in einem November nach Bad Eilsen. An einem Nachmittag haben wir die Stadt erkundet und ein Geländespiel im Park durchgeführt. Dann blieb aber noch einige Zeit bis wir den Rückweg antreten mussten, und so gestattete ich den Schülerinnen und Schülern, sich noch in der Stadt umzusehen. Ich selbst setzte mich in ein Cafe ans Fenster, um die Zeit abzuwarten. Ich wusste nicht, dass an diesem Tag Martinstag war, an dem Kinder unter Absingen von Martinsliedern in den Geschäften ähnlich unserem Nikolauslaufen eine Gabe erbitten. Ich war nicht wenig überrascht, als plötzlich zwei meiner Schüler vor der Theke des Cafes erschienen und auch eine Gabe erbaten. Plastiktüten hatten sich beide schon besorgt. Mich hatten sie nicht bemerkt. Als die Dame hinter der Theke aber darum bat, ein Martinslied zu singen, kamen sie in arge Verlegenheit, wussten sich aber zu helfen und sangen laut tönend. „Deutscher Meister wird nur der SVW!“ Und weil kein weiterer Text zur Verfügung stand, wurde die Zeile mehrfach gesungen. Obgleich die Dame bemerkte, dass dieses Lied den heiligen Martin wohl nicht so sehr gefallen hätte, landeten trotzdem einige Stücke Kuchen in ihren Plastiktaschen.

Albert Haltermann, Lilienthal

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Wenn Spanien gegen Deutschland spielt bin ich für .... Deutschland und wenn Spanien gegen die Niederlande spielt bin ich für Spanien! Aber als Atletic Bilbao gegen Werder Bremen gespielt hat (das war bei der Europa League Gruppenphase)war ich wie der von meinem Mann für mich erworbene Schal:

Hälfte für Atletic Bilbao und Hälfte für Werder Bremen. So schlägt mein Herz. Meine Mutter ist aus dem spanischen Baskenland. Wie schön war es "Bilbainos" in Bremen zu sehen! Den ganzen Tag schlug mein Herz höher. Mein Mann hatte uns Plätze in der Südgeraden besorgt. Ich selbst habe keine Ahnung vom Fußball, aber in meiner Reihe saß ein Werder Fan und dann zwei Bilbao Fans und hinter mir zwinkerten mir auch Bilbao Fans zu. Erst als mein Mann für Werder jubelte, traute sich auch der zwischen uns sitzende Werder Fan richtig zu Werder Bremen zu stehen.

Von dem Spiel habe ich nicht viel mitbekommen. Ich war die ganze Zeit beschäftigt in der auswärtigen Fanecke einen Bekannten aus Bilbao auszumachen. Leider gab es keinen und Atletic Bilbao verlor das Spiel. Dafür habe ich erfahren, dass Werder Bremen direkt nach Bilbao zur Rückrunde geflogen sind. Da hätte ich gerne im Flugzeug gesessen!

Isabel Gersiek, Bremen

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Ich war mit Werder Bremen und den damaligen U10 Spielern vom 23.04. bis zum 25.04.10 in einem Trainingslager in Lastrup. In Lastrup hat es mir sehr viel Spaß gemacht, weil alle Trainer, Spieler und Betreuer sehr nett waren.

Timo Robin, Bremen

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An einem Sonntag im November, es ist kalt, die Sonne noch nicht ganz da und jogge durch die Pauliner Marsch. Bin ganz in Gedanken: jetzt bist du 50, was ist denn nun so anders als vorher??? Ich komme an dem Sportplatz vorbei auf dem Werder trainiert und ganz in der äußersten Ecke steht ein Mann, dick eingepackt und mit Mütze, Thomas Schaaf, spricht mich an, ob ich einen Ball mal eben zurück über den Zaun werfen kann. Hoppala, böse Falle, werfen hab ich in 50 Jahren nicht gelernt (wird wohl auch in den nächsten 50 Jahren nicht passieren).

Das sage ich ihm auch, er meint aber ich soll es doch mal versuchen. Der Zaun ist ca. 4 Meter hoch ( schätzen kann ich auch nicht so gut ) und ich werfe: der Ball schafft es bis oben, aber leider noch auf meiner Seite. TS meint: noch mal versuchen (klappt wieder nicht), er sagt: 3x ist Bremer Recht, jetzt mal anders herum, über den Kopf werfen. Es klappt nicht.

An der anderen Seite ist der Zaun nur halb so hoch und er sagt ich soll es doch da mal probieren. Ja, ok, der Zaun ist nur 2 Meter hoch, aaaaber: davor ist ein Graben und: weitwerfen kann ich genausogut wie hochwerfen. Ich sehe, dass in dem Graben kein Wasser ist, sodass ich, eine Seite rein, anderer Seite hoch, den Ball zum Zaun bringen kann.

Dabei rutsche ich auf den überfrorenen Blättern aus und lande auf dem Hosenboden,aber der Ball ist endlich auf der anderen Seite. Was für ein Einsatz!! Als ich weiter jogge, muss ich immer wieder lachen über diese Geschichte und jetzt weiß ich auch was mit 50 anders ist: mit 20 wäre mir das nur peinlich gewesen.

Heidi Grußendorf

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Nach der Niederlage am 07.03.2006 gegen Juventus Turin, sahen unser Schwiegersohn und unser Enkel Joel ein paar Tage später der Mannschaft beim öffentlichen Training zu. Joel war zweieinhalb  Jahre alt und kommentierte professionell, aber sicherheitshalber auf Papa's Arm das Spiel. Auch auf die Zurufe von Thomas Schaaf für die Spieler gab es immer wieder einen  Extra-Applaus von ihm!

Begeistert sah er, wie Trainer und Torwarttrainer die Mannschaft immer wieder motivierten.

Als Tim Wiese einen Ball nicht hielt und es zum Tor kam, rief Joel Tim Wiese zu : "Den müsstest du jetzt aber festhalten". Thomas Schaaf hat dem zugestimmt und Tim Wiese den Tipp mit einem Lächeln registriert (sehr sympatisch)!

Heute ist Joel 6 Jahre alt und ein großer Werder-Fan. Er spielt im Verein in Mahndorf. Mit seinem Papa und seinem Opa war er schon desöfteren bei einem Werder-Spiel dabei - übrigens immer bei einem Sieg von Werder. Sein großes Vorbild ist Claudio Pizzaro, das ist ein richtiger Torjäger, aber auch alle anderen Spieler sind einfach Klasse.

Lilo Rothenhöfer, Bremen

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Am 30. Mai 2009 heiratete unser Sohn Dirk seine Traumfrau Isabel, in Köln. Unser Sohn ein gebürtiger Bremer, immer noch mit dem SV Werder stark verbunden, war fest von einem Sieg des SV Werder beim Pokalendspiel überzeugt.

Während der Hochzeitsfeier, wurde natürlich nach dem Spielausgang gefiebert. Neben den vielen Höhepunkten der Feier, kam um 24.00 Uhr die Hochzeitstorte,(zu diesem Ereignis gleich drei Torten,) von einem Könner seiner Zunft hervorragend gestaltet, in den Festsaal gebracht.

Der Jubel der Gäste war groß. Alle freuten sich mit dem SV Werder Bremen. So waren gleich zwei einmalige Ereignisse zum fröhlichen weiterfeiern geworden.

Dieses Hochzeitsfest, wo der SV WERDER BREMEN, viel zur guten Stimmung beigetragen hat, bleibt immer in unser aller Erinnerung.

Karin van den Berg, Bremen

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Es war also wieder soweit. Mit dem Trainingslager auf Norderney wird traditionell das Werder-Jahr eingeläutet und da durften wir natürlich wieder einmal nicht fehlen. Hinzu kam noch, dass es mal wieder gegen unsere alten Freunde aus Essen ging, was ja auch nicht allzu oft vorkommt, da die Rot-Weißen ja nur noch in der Regionalliga kicken und nicht einmal mehr regelmäßig auf unsere Amateure treffen. Also ging es einmal mehr mit dem Zug in Richtung Norddeich Mole, doch die Tour hatte noch nicht einmal angefangen, da hatte der erste Zug schon 25 Minuten Verspätung wegen, wie wir jedenfalls aus dem Lautsprechergemurmel verstanden, "Amerikanischen Streitkräften".

Es hätte aber auch genauso gut "Armenische Sprite-Säfte" heißen können, man hätte es sowieso nicht verstanden. Die Zugfahrt verlief außer ein paar nervigen Kiddies ereignislos und so ging es nach kurzer Wartezeit auf die Fähre.Norderney und die Inseln darum schienen von einer Gewitterfront, wie ich sie selten erlebt habe, umgeben zu sein. Die Wolken waren wirklich nicht mehr dunkel, sondern schwarz und wir bekamen einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns an dem Tag noch erwarten sollte.

Drüben angekommen wurde erstmal ein Fischbrötchen verzehrt (muss einfach). Der Weg mit den viel zu schweren Taschen und dem viel zu nassen Wetter erschien endlos, doch am Campingplatz angekommen fing es dann wirklich wie aus Kübeln an zu gießen.Mehrere Aufbauversuche anderer Gruppen scheiterten, doch in einer etwas ruhigeren Phase nahmen wir allen Mut zusammen und bauten unser Zelt auf, was auch ganz gut gelang, zumindest bis der Rohbau stand, denn dann fing es wieder wie aus Eimern an zu schütten. Egal, wir zogen es durch und zwei Minuten später stand unser Zelt - zwar schräg und mit 20 Zentimeter Wasser im Boden, aber es stand. Die Sachen wurden reingeworfen und ab ging es zum Spiel.

Auf dem Weg zum Sportplatz schoben wir uns von Hauseingang zu Hauseingang, während wir einmal sogar eine offene Vordertür vorfanden. Weiter als bis zur Kellertür trauten wir uns dann aber doch nicht hinein.Am Sportplatz an der Mühle kam es dann zu einem kleinen Wunder: Der Sturm des Jahrtausends entwickelte sich innerhalb von Minuten zu einem angenehmen Sommerwetter. Als hätte der Wettergott pünktlich zum Spiel eine Pause eingelegt. Wir kamen genau mit dem Essener Spielerbus an und gingen ein Paar Meter mit den Jungs bis zu den Kabinen. Dann kauften wir unsere Tickets und suchten den Fressstand. Nach einiger Zeit kamen dann auch unsere Spieler auf den Rasen und es waren einige große Namen aus unserem Kader dabei. Unter anderem gab Moreno an diesem Tag sein Debüt für Werder. Frings hingegen war aufgrund einer roten Karte aus einem Freundschaftsspiel gesperrt - wusste ich auch nich, dass sowas möglich ist.

Das Spiel fing sehr gut an, denn Hugo schoss bereits nach zwei Minuten das 1:0 für uns. Das Spiel war auf rutschigem Rasen nicht wirklich ansehnlich und es gab nur wenige Torraumszenen. Die Szene des Spiels fand deshlab auch außerhalb statt: Premiere Moderator Hellmann, der das gesamte Spiel über die Lautsprecher kommentierte, wurde nach einem Check von Hugo von einem Essener umgerannt, sodass nur ein lautes "Wuuuaaa aua" aus dem Lautsprechern kam. "Endlich isser ruhig" und "Halt dein Maul halt dein Maul" waren die Reaktionen der Fans. In er Pause wurde unsere Mannschaft nahezu komplett ausgewechselt und es spielte eigentlich unsere U23. Zwar erhöhte unser zweites Team noch durch Husejinovic auf 2:0, doch die Essener spielten weiterhin gut mit trafen zum Anschlusstreffer und später sogar noch zum Ausgleich. Nach dem Spiel nutzten wir die Möglichkeit um mit ein paar Spielern, Trainern und Mitglieder unseres Präsidiums zu plaudern - alles ziemlich nette Menschen. Auch der neue Trainer Thomas Strunz stand uns gerne für ein paar Worte bereit.Nach dem Spiel ging es dann schnell zurück zum Zelt, denn es fing schon wieder leicht zu regnen an. Mit Mucke versuchten wir dann langsam in den Schlaf zu finden, doch mitten in der Nacht wurden wir dann vom Sturm des Jahrtausends erneut aus dem Schlaf gerissen.

Es hämmerte wirklich gegen die Zeltwand und an Schlaf war kaum zu denken - gemütlich war es aber irgendwie trotzdem.Am nächsten Morgen wollten wir dann eigentlich schnell duschen, doch wir mussten noch eine halbe Stunde warten, da der Platzwart wohl weniger auf Fussballfans steht und erstmal in aller Ruhe das Sanitärhaus reinigen wollte. Wir schafften es trotzdem noch entspannt bei schönem Nieselregen rechtzeitig zur Fähre, auf der wir die Zeit mit einem Vanilleshake totschlugen. Es folgte eine langweilige Bahnfahrt, auf der eine verwirrte Oma versuchte meine Tasche zu klauen (sie hielt sie für ihre), auf der aber sonst wenig passierte. Die Tour endete dann schließlich, wie sie einen Tag vorher angefangen hatte: Mit einem verspäteten Zug in Achim.. Auf ein erfolgreiches Jahr!

Sven Wilkens und Daniel Hörmann, Bremen

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Wenn ich an Wunder denke, dann denke ich  nicht an christliche Erscheinungen, sondern meine Wunder sind  Grün-Weiß. Meine erste Begegnung mit dem Wunder an der Weser ist schon ziemlich lange her. Trotzdem ist mir alles noch in recht lebhafter Erinnerung geblieben. Damals hatte Werder Bremen ziemlich deftig im Europaliga auswärts verloren. Jeder sagte: das wars. Auch ich. Meine Besuche im Weserstadion waren immer nur sporadisch. Auch diesmal wollte ich mir das Spiel im Fernsehen ansehen. Werde Bremen drehte  nicht nur auf, sondern das Spiel auch um. Es war eine Höllenstimmung im Stadion, die man am Fernseher nur erahnen konnte. Ich hing vor dem Fernseher und rief: Ich will ins Stadion. Ich wusste, dass nur ein Bruchteil der Stimmung, die im Stadion war, über den Fernseher transportiert wurde. Werder Bremen kam weiter und das nächste Spiel, wieder ein Auswärtsspiel, stand an. Ich glaube, es war Dynamo Dresden und Werder Bremen hatte hoch verloren. Alle dachten: 2 x Wunder an der Weser gibt es nicht. Am Spieltag hatte ich mich zu einem Mittagsschlaf hingelegt und als ich aufstand, sagte ich zu meinen Söhnen:" Ich habe geträumt, wir fahren heute zum Europapokalspiel." "Oh, ja, super!" " Ihr spinnt wohl. Es ist viel zu kurzfristig, Karten sind sowieso nicht mehr zu bekommen, und außerdem viel zu teuer." Natürlich ließ ich mich überreden, aber mit der klaren Vorgabe: Nicht zu teuer! Als wir dann nachmittags nach Bremen fuhren, erfasste uns schon eine Vorfreude, als wir die vielen grün-weißen Fahnen und Schals sahen. Wir bekamen auch noch recht günstig die Eintrittkarten (wer glaubt schon an ein 2. Wunder?) und fühlten uns auf unseren Stehplätzen mitten drin im Geschehen. Es fiel ein Tor nach dem anderen und wir standen da und sangen: einer geht noch einer geht noch rein! Mein Sohn blieb kurze Zeit bei mir stehen. Dann meinte er (er war damals 15 Jahre alt). Das ist ja peinlich! Meine Freude und Begeisterung empfand ich icht als peinlich. Und wenn ich jetzt Wunder höre, dann denke ich Grün-Weiß.

Diese unwarscheinliche Freude und Begeisterung kann man nur Nachvollziehen, wenn man zum einem gerne Fußball sieht und zum anderen live dabei ist. Ich habe keine Dauerkarte und gehe nur ab und zu ins Stadion, aber jedes mal mit großer Begeisterung.

Angelika Poschadel

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Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich bin kein großer Fußballfan. Und als solcher habe ich dann eine Dauerkarte für Werder gewonnen. Was damit tun. Ich habe sie meinem Neffen geschenkt. Der steht nämlich auf Fußball. Hat er sich gefreut: Eine Dauerkarte, Sitzplatz. Vielleicht auch, weil man da auch Jemand ist im Ort. Ich fand es schön. Den Mund konnte ich auch nicht halten, habe das erzählt. Was für eine Reaktion:

Du musst verrückt sein. Weißt du, wie schwer man die kriegt, was die kostet. Nee, habe ich geantwortet, ich weiß aber, meinen Neffen glücklich machen, ist auch nicht einfach und kann man mit Geld nicht kaufen.

Karl-Wilhelm Meier

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Ich habe bei der Einschulung vom letzten Jahr von den 1.Klassen Lena-Alina Frings    als "Patenkind" bekommen. Als Paten der 4. Klassen hat man die Aufgabe ihr alles zu zeigen und ihr zu helfen. Und jetzt verabreden wir uns auch noch obwohl ich nun in die weiterführende Schule komme.

Clara Schön, Bremen

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Als begeisteter Werder-Fan kaufte ich mir im Jahre 1992 eine teure Sitzplatzkarte für die Haupttribüne für ein Werder-Heimspiel.

In Begleitung meines Sohnes Hauke, 7 Jahre machten wir uns auf den Weg Richtung Weserstadion. Hauke spielte zu der Zeit selber in Werders Jugend Fußball und hatte daher freien Eintritt (allerdings nicht zur Haupttribüne – was ich nicht wusste).

Voller Vorfreude gingen wir zum Eingang. Mit Eintrittskarte und Haukes Mitgliedsausweis wollten wir ins Stadion. Jedoch erklärte uns ein pflichtbewusster Ordner, dass der Mitgliedsausweis eben nicht für diesen Bereich gültig sei.

Als ich versuchte dem Kartenkontrolleur zu erklären, dass ich Hauke dann auf meinen Schoß setzen wolle, kullerten bei meinem Sohn schon die Tränen. Wir wollten gerade – ausgerüstet mit Fahne und Kappi umkehren – da klopfte uns von hinten eine nette Dame auf die Schultern und sagte: „Ich habe alles mit angehört. Sie bekommen von mir eine Karte, denn mein Sohn schaut heute nicht zu.“ Dabei tröstete sie Hauke, der schon wieder lachen konnte.

Völlig überrascht und glücklich bedankte ich mich bei der netten Frau. In diesem Moment erkannte ich sie und konnte ihr noch zurufen „Vielen Dank nochmal Frau Rehhagel...“

Als Belohnung gab es noch einen Werder-Sieg und wir gingen glücklich nach Hause.

Jürgen Krenz

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Ich war nie ein stadionpräsenter Werder-Fan! Selbstverständlich drücke ich seit frühester Kindheit den Werderanern bei jedem Spiel ganz fest die Daumen. Aber ein echter Werder-Fan kleidet sich „Grün-Weiß“, besitzt eine Dauerkarte für das Weser-Stadion und schläft unter einer Bettdecke mit dem „Werder-W“. So ein Fan war ich nie!

Hinzu kommt, dass mir die Fähigkeiten eines Klasse-Fußballers nicht in die Wiege gelegt wurden. Bei Auslosungen der Kindermannschaften zählte ich stets zu den wenig begehrten Aktiven. Die zwei besten Fußball-Jungs stellten sich zunächst einige Schritte voneinander entfernt auf und kamen sich dann näher, indem sie einen Fuß vor den anderen setzten. Wer zuletzt seinen Fuß platzieren konnte, hatte die erste Auswahl aus dem Kreis der Mitspieler.

Wenn Sie, lieber Leser, sich an dieses Auswahlverfahren erinnern, gehören Sie vermutlich erstens zu den etwas reiferen Herren und zweitens zu den guten weil früh ausgewählten Spielern, denn nur positive Erlebnisse werden auf der Festplatte des Lebens abgespeichert.

Doch Ausnahmen gibt es auch, und dazu zähle ich:

Wer spät dran war bei der Auswahl, bekam bei der sich anschließenden Mannschaftsaufstellung einen Platz ganz hinten zugewiesen, also im Tor oder der Verteidigung. Folglich hießen auch meine Fußball-Idole Ilic, Hagenacker und Ackerschott.

In der Zeit, als ich in Straßen- oder Klassenmannschaften das Tot hüten durfte (!), gab es noch keine Bundesliga. In der Oberliga Nord wurde der HSV regelmäßig Meister und Werder landete ebenso regelmäßig auf Platz Zwei. Nach Abschluss der Saison spielten die vorderen Mannschaften der Oberliegen Nord, West, Süd und Südwest gegeneinander und ermittelten so den Deutschen Meister.

Wie es dazu kam, habe ich vergessen. Jedenfalls gehörte ich zu einer Gruppe von Schulfreunden, die sich das Spiel Werder gegen Eintracht Frankfurt ansehen wollten. Es ging um die Deutsche Meisterschaft. Frohgelaunt stiegen wir in Sebaldsbrück aufs Fahrrad und mussten am Ziel tiefbetrübt feststellen: Das Weserstadion war rappeldicke voll. Damals gab es noch ein Marathon-Tor, und links daneben stand das Häuschen mit den Eingängen und den Kassen. Alles war abgesperrt, niemand wurde mehr eingelassen. Doch was war das? Unsere Augen, eben noch todtraurig, wurden neugierig, erblickten sie doch neben dem eben beschriebenen Kassenhäuschen mit Sperrgittern eine Menschengruppe. Kletterte man etwa über den Zaun? Wir nix wie hin.

Wie es uns gelungen ist, den Zaun zu überwinden, weiß ich nicht mehr, habe ich vergessen. Ganz genau habe ich jedoch in Erinnerung, dass wir irgendwie Teil der anonymen Menschenmasse jenseits des Zaunes geworden waren. Links und rechts, vorn und hinten: wir sahen nur fremde Gesichter und wollten doch das Fußballspiel betrachten. Wo war der freie Platz, die freie Sicht für Jungenaugen?

Unser Anführer schaffte es tatsächlich ein Schlupfloch zu finden, einen Weg in Richtung Spielfläche. Am Ende, Sie werden es kaum glauben, lieber Leser, saßen wir dort, wo das Betreten für Zuschauer üblicherweise streng verboten ist: direkt am Spielfeldrand, handbreit entfernt von der weißen Aus-Linie. Der Linienrichter schaute ganz bös drein und mit ihm manche der Offiziellen. Doch man konnte uns nicht fortschicken. Wohin wohl? Das Stadion war voller Menschen, dicht gedrängt standen die Zuschauer auf den Tribünen.

Wir genossen die freie Sicht. Haganacker und Ackerschott, alle Spieler, hatten harte Arbeit zu verrichten. Wir sahen die schweißnassen Trikots aus allernächster Nähe, konnten sie fast riechen. Ein Logenplatz, und wir hatten nicht einen Pfennig dafür bezahlt!

NS: Sie, lieber Leser, werden jetzt fragen: Welche Mannschaft hat denn gewonnen? Ehrlich gesagt, das weiß ich nicht mehr. In den Annalen erhält die Meistermannschaft einen Sonderplatz. Die weiteren Mannschaften laufen unter ferner liefen ….

Und Werder Bremen wurden in jenem Jahr nicht Deutscher Meister – leider!

Detlef von Horn, Bremen

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