333 schönste Werder-Erlebnisse

Die besten Geschichten unserer Leser (4)

Bremen. Der WESER-KURIER sucht die schönsten, skurrilsten und witzigsten Geschichten rund um Werder Bremen. Viele Leser haben uns schon geschrieben, machen auch Sie mit - die besten Erlebnisse werden dann in einem Buch veröffentlicht.
23.07.2010, 10:00
Lesedauer: 15 Min
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Bremen. Der WESER-KURIER sucht die schönsten, skurrilsten und witzigsten Geschichten rund um Werder Bremen. Viele Leser haben uns schon geschrieben, machen auch Sie mit - die besten Erlebnisse werden dann in einem Buch veröffentlicht.

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Hier sind die Geschichten unserer Leser:

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Es war schon ein besonderer Trip zum Europapokalendspiel  1992 nach Lissabon. Mein Kumpel Andreas und ich hatten entschieden, uns mit dem Zug auf den Weg nach Lissabon zu machen, weil es deutlich preiswerter war als mit dem Flugzeug und bequemer als mit dem Bus.

Wir kamen nach 39 Stunden Fahrt am Dienstagmorgen in Lissabon an und brauchten nicht lange suchen, bis wir mitten in der Stadt eine preiswerte Pension gefunden hatten. Als erstes erkundeten wir den Weg zum Stadion mit der U-Bahn damit wir uns nicht erst kurz vor dem Spiel orientieren mussten.

Danach genossen wir die pulsierende Metropole und verbrachten zwei herrliche Tage vor Ort. Am Nachmittag des Spiels nährte sich das Gerücht in der Stadt, dass die U-Bahn-Beschäftigten streiken würden. Wir waren also gegen 17.00 Uhr noch mal an der U-Bahn-Station Avenida um nach dem rechten zu schauen. Alles lief normal und auf unsere Nachfrage beim Personal wurde ein anstehender Streik verneint.

Wir gingen uns noch einmal frisch machen und zum Essen um dann gegen 19.30 Uhr die U-Bahn für die 10-minütige Fahrt zum Stadion zu nutzen. Als wir dort ankamen, war alles vergittert. Kein Hinweis. Nichts. An allen Bushaltestellen und Taxiständen standen die Leute diszipliniert in langen Schlangen. Alle fünf Minuten fuhr ein Bus und es konnten bestenfalls fünf Leute zusteigen. Am einzigen Taxistand standen bestimmt fünfhundert Leute und bei uns brachblanke Panik aus. 90 DM pro Eintrittskarte, eine Woche Aufwand und jetzt das Spiel ohne uns...

Also streunten wir ein wenig durch herum und als unmittelbar neben uns ein Taxi anhielt um Fahrgäste aussteigen zu lassen, sprangen wir sofort hinein und boten dem Taxifahrer 1000 Escudos (etwa 10 DM) damit er uns zum Stadion fuhr. Was er auch freudestrahlend tat, hatten wir ihm doch den 20-fachen Normalpreis geboten (was wir aber nicht wussten).

Im Stadion mussten wir feststellen, dass wir mit unseren Tickets ganz allein in einem Block saßen. Also machten wir uns auf den Weg in die Fan-Kurve, um dann auf den Stehplätzen den historischen Werder-Sieg gegen AS Monaco mitzuerleben. Nachdem wir ordentlich gefeiert hatten machten wir uns dann am Donnerstagabend auf den Heimweg. Geplant war eine Reisedauer von knapp 25 Stunden, weil wir in Frankreich den TGV gebucht hatten, der uns in knapp fünf Stunden von  Hendaye nach Paris bringen sollte, von wo wir dann über Köln nach Bremen Plätze reserviert hatten.

Alles klar, um dann am Sonnabendmittag den 50. Geburtstag eines Kollegen zu feiern. Pünktlich um 19 Uhr fuhr der Nachtzug in Lissabon ab und wir hatten eine entspannte Fahrt vor uns. Pünktlich erreichten wir die französische Grenze und bejubelten intensiv noch einmal den Sieg über den französischen Pokalsieger und nutzen unsere knappen Französischkenntnisse für einen intensiven Austausch mit dem Eisenbahnpersonal. Die Franzosen schienen uns das nicht übel zu nehmen und winkten lachend, als unser Waggon sich in Bewegung setzte.

Als wir nach 30 Minuten immer noch nicht den Bahnsteig in Hendaye für den Umstieg in den TGV erreicht hatten, wurden wir doch etwas nachdenklich und schauten uns mal um. Wir stellten fest, dass wir die einzigen im Waggon waren und sich nichts mehr bewegte. Jetzt verstanden wir das Lachen der Franzosen. Man hatte uns einfach aufs Abstellgleis geschoben. Nach über einer Stunde kam dann jemand und veranlasste, dass wir in den Bahnhof gebracht wurden, wo wir noch die Rücklichter des TGV sehen konnten. Wir gingen protestierend an den Fahrkartenschalter, wo man uns mit breitem Grinsen in Empfang nahm und wir mit einem Lächeln zwei Tickets für den Nachtzug Paris-Hamburg bekamen. Wir mussten einen Bummelzug nach Paris nehmen, wo wir erst am Abend eintrafen. Erschöpft sprangen wir in den Nachtzug, als er am Bahn steig bereit gestellt wurde und reagierten gar nicht, als weitere Fahrgäste auf unseren Platz Anspruch erhoben. Da hatten die Franzosen auch noch eine Doppelbuchung vorgenommen um uns zu ärgern. Schließlich erreichten wir Bremen am nächsten Morgen nach 42 Stunden Fahrt (statt geplanter 26) und gingen direkt zur Feier unseres Kollegen, wo auch kräftig auf den Werder-Triumph angestoßen wurde.

Gelernt haben wir allerdings, dass wir mit Freudengesängen und Schmähungen vorsichtig sein müssen, solange wir nicht selbst über unser Weiterkommen entscheiden können.

Peter Nowack, Bremen

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Mein schönstes Werdererlebnis hat angefangen als ich Kids - Clubmitglied wurde. Dann meldete mein Vater mich für das Auswärtsspiel in Bielefeld an, wo man nicht nur mitfahren konnte sondern auch mit einem Werderspieler einlaufen konnte (das wurde aber ausgelost).Nach 3-4 Wochen später kam ein Brief der an mich gerichtet war.

Es war einer von Werder Kids-Club.Ich las ihn genau durch und ich konnte es nicht glauben ich durfte nicht nur mitfahren  ich durfte auch mit einem Werderspieler einlaufen.Als ich das denn meinem Papa am Abend erzählte fragte ich:,,Darf man selber aussuchen mit wem man einläuft?" ,,Das weiß ich nicht, das kann man dann ja noch fragen wenn es soweit ist." sagte mein Vater. Ich war Tag und Nacht aufgeregt davon wussten meine Eltern aber nichts,aber dann war es soweit wir fuhren zum Weserstadion wo der Treffpunkt war.Aber auf eimal hatte ich leichtes Bauchweh und einwenig schlecht war mir auch,ich dachte mir das geht sicher gleich weg aber das dachte ich nur als wir nun in den Bus rein gehen wollten, wollte ich nicht mehr, ich ging zu meinen Eltern und sagte ihnen ich möchte nicht mehr mitfahren da kam Nadja die immer dabei ist und sagte mir da wäre noch ein Mädchen das nicht mit wollte aber jetzt säße es im Bus als ich das hörte gab ich mir einen Ruck und fuhr doch mit.

Als wir im Bielefelderstadion angekommen waren, gingen wir rein aber die die mit einlaufen sollten, sollten mit Nadja gehen, der Rest blieb bei den Betreuern und die gingen dann ins Stadion. Wir bekamen dann Werdertrikots und Hosen Schuhe mussten wir selber mitbringen,als wir fertig waren mit anziehen hat Nadja gegfragt mit wem wir einlaufen wollen sie sagte uns aber gleich sie könnte das nicht erfüllen als sie alle gefragt hat gingen wir in einen Tunnel wo gleich die Spieler kamen.Neben uns waren schon die Kinder die mit den Bielefelderspieler einlaufen sollten. Endlich kamen die Spieler als alle dann richtig standen stand neben mir Naldo,ich durfte mit Naldo einlaufen ein Kind von uns Werderanern musste mit dem Schiri einlaufen.Und dann setzen wir uns in Bewegung Naldo hat im übrigen zu mir Hallo,winken und andere Seite gesagt als wir auf dem Platz standen mussten wir halt winken und dann ganz schnell weglaufen, schnell zogen wir uns dann wieder um und gingen ins Stadion rein schließlich durften wir das Spiel noch gucken das dann 2:2 ausging, trotzdem am Ende war ich doch sehr glücklich das ich meine Angst überwunden hatte und mitgefahren bin.

Mandy Depken

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Unsere Nichte Jenny und ihr damaliger Freund und heutiger Ehemann Tommy sind schon seit langem eingefleischte Werderfans, und zwar mit allem was dazu gehört: Dauerkarte, Abo für einen Bezahlsender zum Gucken der  Auswärtsspiele, Besuch mancher Auswärtspartien , Fanutensilien, keine Zeit an den Spieltagen, schlechte Laune nach Niederlagen etc..

Als der gemeinsame Beschluss gefasst wurde in diesem Jahr zu heiraten war klar, dass auch ein Bild im Hochzeitskleid bzw. –Anzug mit Werderschal geschossen werden musste. Da die Hochzeit am Strand von Key Biscayne stattfinden sollte, wurde der Schal natürlich sofort in den Koffer verfrachtet. Als es dann endlich soweit war, wurde aber vor lauter Aufregung genau dieses Foto am Ort des Geschehens vergessen. Erst später am Abend, als wir alle schon wieder in unserem Quartier in Fort Lauderdale waren und in ziviler Bekleidung gemütlich zusammen saßen, fiel den Beiden das vergessene Foto wieder ein. Sofort wurde das Hochzeitskleid bzw. Tommys gute Sachen wieder angezogen, die Krone aufgesetzt, der Werderschal umgehangen und am Pool des gemieteten Hauses die Fotos nachgeholt.

Werder ist bei den Beiden eben immer dabei.

Brigitte Nevrela-Vosteen und Marco Vosteen

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Im April 2006 musste ich berufsbedingt von der Weser ins Ruhrgebiet ziehen. Der gemeine Schalke Fan nennt die Stadt Lüdenscheid-Nord, ich nannte sie Dortmund.

Es gab und gibt in der Stadt an dem idyllischen, im Sommer etwas müffelnden Flüsschen Emscher zwar den ein oder anderen Werder-Fan. Dieser gibt sich jedoch unter der Woche in der Regel nicht großartig zu erkennen.

Eventuell zeigt ein klitzekleiner silberner oder goldener Aufkleber die Zuneigung des Autobesitzers zu dem Fußballverein aus der Norddeutschen Tiefebene an.

Bei Vehikeln mit zwei oder mehr oder sogar farbigen und größeren Aufklebern war ich mir ziemlich sicher, dass dieses Fahrzeug irgendwann mal aus Bremen oder Umzu in den Ruhrpott exportiert worden sein musste.

Ich dagegen fuhr mit meinem kleinen schwarzen Polo mit HB Kennzeichen, drei Werder Aufkleber ein über den Beifahrersitz gestülptes Ailton-Trikot und zwei über die Kopfstütze gespannte Fan-Schals laut hupend über den Borsigplatz.

Nach Siegen meiner grün-weißen fuhr ich die Farben natürlich besonders Stolz durch die Gegend. An einem Sonntag im Mai 2006 – Werder hatte am Vortag im letzten Spiel der Saison 2:1 gegen den HSV gewonnen und sich direkt für die Championsleague qualifiziert - wollte ich mir ein wenig das Bergische Land anschauen. Gut gelaunt fuhr ich am Westfalenstadion (es ist und bleibt für mich das Westfalenstadion – Basta!!!) vorbei in Richtung Süden. An der Syburg vorbei und über die Ruhr, über kleine Landstraßen und schnuckelige Dörfer im Ennepetalkreis in Richtung Wuppertal.

Ich bemerkte den silbernen Kombi mit Dortmunder Kennzeichen der keine Anstalten machte mich zu überholen. Ich fuhr schneller und er hielt das Tempo. Ich fuhr langsam und mein Verfolger auch. Mensch fahr an meiner Karre doch vorbei du A....! Misstrauisch schaute ich immer öfter in den Rückspiegel. Ein Arbeitskollege vielleicht? Die Polizei in Zivil? Unweigerlich musste ich an einen Schlager aus den 70ern denken. Der Fahrer grinste und auch der Frau auf dem Beifahrersitz bereitete es offensichtlich Freude mir große Angst einzujagen. Die Verfolgungsjagt ging durch das halbe Bergische Land.

Eigentlich wollte ich geradeaus weiter fahren aber an einer Ampel in irgendeinem Kaff ordnete ich mich links ein. Die Ampel zeigte Rot. Was würde passieren? Ich bereitete mich auf meine Entführung von Dortmunder Fussballterroristen vor, die mich – wenn ich Glück habe - vielleicht gegen Patrick Owomoyela oder Nelson Valdez wieder frei lassen werden...

Ich schaute nach rechts... der Fahrer drehte die Scheibe runter – und ich meine. Ein Kind auf dem Rücksitz wedelte mit einem grün-weißen Schal, am Rückspiegel baumelte ein Werder Wimpel. „Man war das ein tolles Spiel gestern“ rief der Fahrer rüber „und klasse wie Toni die hundertprozentige absichtlich versemmelt hat“ rief ich.

„Europapokal, Europapokal...“ stimmte ich in den Gesang der Familie aus Lüdenscheid-Nord ein. Die Ampel springt auf Grün und auf dem Kofferraumdeckel des Kombis klebt ein riesiger Werder Aufkleber „Meister und Pokalsieger 2004 – SV Werder Bremen“

Holger Treichel, Bremen

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Vor etlichen Jahren war die Werder Alte Herren Mannschaft in New York als Gast des Brooklyner Sport Clubs. Bei der Gelegenheit lernte ich Richard Ackerschott persönlich kennen. Er sah mich kurz an und nannte mich Wernher von Braun da er eine starke Ähnlichkeit entdeckt haben wollte und das war mir auch recht! Wir unterhielten uns über Werder und natürlich meinen Lieblings-Spieler Horst Gernhardt. Einige Jahre später trafen wir uns nochmals, und zwar im Klubhaus im Weser Stadion, Ich war immer noch Wernher von Braun. Richard (Sense) war ein wundervoller Mensch. Leider weilen beide nicht mehr unter uns.

Horst Mnochowitz, New York

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Es war in den 50er Jahren, ich war ungefähr 16 Jahre alt und schon Werder-Fan.  Von Bremen aus fuhr ich mit dem Fahrrad zum Auswärtsspiel von Werder nach Bremerhaven, immerhin 60 Kilometer. Werder gewann in der damaligen Oberliga das Spiel 5:3. Die Freude war groß, nur mir stand die Rückfahrt noch bevor. Auf der Hälfte der Strecke machte ich Rast an einer Gaststätte. Welch eine Freude, daß auch dort der Werder-Bus auf der Heimfahrt Station machte. Ich klagte den Werder-Spielern mein Leid und auch dem Busfahrer sagte ich, wie erschöpft ich bin. Siehe da, ich durfte mit dem Werder-Bus samt Fahrrad mit nach Bremen fahren, natürlich dankbar und mit Stolz geschwellter Brust.  Das werde ich Werder nie vergessen!

Dr. med. Arnulf Haas, Bremen

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Diese kleine Episode werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen.

Es war Freitagabend. Meine Freundin, ihr Sohn und ich saßen in der Gaststätte „Zum Riensberg“ und feierten sinnig meinen Geburtstag und freuten uns schon auf das Spiel Mainz gegen Werder. Kurz vor Spielbeginn kam ein Gast herein und verkündete großspurig, daß Klose heute zwei Tore reinmacht. „Dann kennst du Alleswisser auch das Ergebnis“ sprach ich ihn an. „Wie alt wirst due heute“ fragte er und ich antwortete ehrlich „61“. „Dann geht das Spiel 6:1 für Werder aus“ und wie man weiß endete das Spiel auch so. Man kann sich wohl vorstellen was für einen schönen Geburtstag ich noch feierte.

Wolfgang Werner, Bremen

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Während einer Rückreise aus dem Ski-Urlaub zeigten wir unserem Enkel Dario - damals zehn Jahre alt und nach wie vor  begeisteter Werder-Fan – die bekannte Wieskirche in Bayern. Auf der Weiterfahrt fragte ich ihn nach ca. zwei Stunden, ob er noch wisse wie die Wieskirche heiße. „Na klar doch, Wieskirche. Das werde ich nie vergessen, denn Tim Wiese ist der Torwart von Werder Bremen, meiner Lieblingsmannschaft“. Noch heute schmunzeln wir über die Eselsbrücke, wenn wir den Namen Tim Wiese hören.

Karola Hellriegel, Darmstadt

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Als Jahrgang 1963 gehöre ich zu den Werderfans die noch eine Fanfreundschaft mit dem 1. FC Kaiserslautern verband, bzw. noch immer besteht. Die jüngeren Fans haben sich ja leider anderen Vereinen zugewandt, aber unsere über viele Jahre gepflegte Freundschaft hat immer noch  bestand. Man besucht sich jedes Jahr, regelmäßig  zu einem Spiel, auch als der FCK in der 2. Liga spielte, haben wir uns die Spiele gemeinsam in der Lauternkurve angeschaut. Wir werden alle privat untergebracht und es gibt regelmäßig auch ein kleines Unterhaltungsprogramm. Als Weinregion bieten sich immer schöne Winzerfeste an. Einmal hatten wir ein tolles Erlebnis, denn auf einem solchen Weinfest trafen wir nach einem Bundesligaspiel gleich mehrere Profis. Wir saßen mit dem ehemaligen Lauterer Marco Reich, dem Mannheimer Bub Ümet Davala und Fabian Ernst bei einer Weinschorle zusammen. Das war ein schöner Abschluß vom ganzen Wochenende. Ein ähnliches Erlebnis hatten die Pfälzer hier in Bremen allerdings auch.  Extra zur Meisterfeier 2004 sind sie angereist, um am anderen morgen auf dem Hauptbahnhof kurz vor Heimfahrt auf einen ehemaligen Pfälzer und Publikumsliebling beim Brötchen holen zu treffen. Es war nämlich Andreas Reinke, der sich kurz die Zeit nahm um im pfälzischen Dialekt ein wenig zu plaudern. Das sind alles unvergessliche Momente. Aber nicht nur zum Fußball besucht man sich, auch so mancher runder Geburtstag wurde zusammen schon gefeiert, oder die eine oder andere Konfirmation der mittlerweile schon großen Kinder. Als Rahmenprogramm bietet sich für uns als Gastgeber natürlich immer etwas maritimes an. So steht zum Beispiel hier immer das Wasser im Vordergrund mit Hafenrundfahrten, oder Tagesausflüge nach Helgoland oder ins Watt. Natürlich darf ein  zünftiges Fischessen nicht fehlen. Aber auch wir haben schon die deftige Pfälzer Hausmannskost genossen. So haben wir alle schon den Berühmten Pfälzer Saumagenprobiert, und er hat wirklich lecker geschmeckt. Ihre  Region wurde auch schon öfter auf dem Lübberstedter Erntefest (Landkreis Osterholz-Scharmbeck) vorgestellt. Ein bereit gestellter Anhänger wurde mit dem Eisenberger Stadtwappen, Weinreben und Winzerdeko festlich geschmückt. Während des Umzuges wurden kostenlose Weinproben an die vielen Zuschauer verteilt. Viele Besucher warten schon auf eine nächste Teilnahme. Auch gemeinsame Freimartksbesuche standen schon auf dem Programm. Ein Highlight war auch das gemeinsame Pokalendspiel 1990 in Berlin, leider mit keinem schönen Ausgang für uns. Aber das gehört auch dazu. Wir freuen uns schon alle auf gemeinsame Erstligaspiele, aber dann natürlich jeder für sich in seiner Fanecke, um danach in alter Tradition gemeinsam zu feiern.  Wir haben über diese langen Jahre zusammen schon so viele schöne Erlebnisse gehabt, dass man sagen kann, solche Geschichten kann nur der Fußball schreiben. Gelebte Tradition eben!

Harald von Glahn, Holste-Steden

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Es war der erste Spieltag der Saison 1995/96: Werder gegen Fortuna Düsseldorf. Zugleich war es das erste Spiel unter dem neuen Trainer Ad de Mos und Frank Rost stand das erste Mal seit Spielbeginn im Werder-Tor. Zwei meiner Kegelfreunde besaßen Dauerkarten. Da sie beide das Spiel nicht sehen konnten, bekam Kegelschwester Hilke, die Frau des einen, seine Karte. Ich bekam die Karte des anderen Kegelfreundes.

Während wir noch unseren Platz suchten, hatte das Spiel bereits begonnen. Gleich in der ersten Minute schossen die Düsseldorfer den Ball ins Werder-Netz zur 1:0 Führung. Ich hatte das Tor mitbekommen, meine Kegelschwester, immer noch mit der Platzsuche beschäftigt, nicht. Das Spiel plätscherte so dahin, und irgendwann schoss Werder den Ausgleich, so dass es 1:1 endete.

Auf dem Rückweg vom Spiel übten wir beide, wie es so üblich ist, "Manöverkritik". Wir waren uns einig, dass es ein wenig attraktives Spiel war, aber "Hauptsache gewonnen" meinte meine Kegelschwester. Ich habe dem nicht widersprochen, weil ich von Fußball nicht besonders viel Ahnung habe. Vielleicht war ja das Tor gegen Werder annuliert worden, und ich hatte es nicht bemerkt. Hilkes Mann hingegen, inzwischen von seiner Reise zurückgekehrt, ist ein Fußballexperte, und er war in jungen Jahren sogar aktiver Werderaner. Das Spielergebnis kannte er schon. Er war deshalb nicht wenig überrascht, als ihm Hilke erzählte, das Spiel sei miserabel gewesen, aber Hauptsache gewonnen!

Siegmund Loppe, Bremen

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Ein Werder-Erlebnis 1993 am Schwarzen Meer in der Türkei. Auf dem Rückweg von einem Besuch bei unserem Sohn, der in Ost-Anatolien in der Türkei als leitender Ingenieur auf dem Bau eines Staudammes beschäftigt war, kamen wir stundenlang auf schlechten, unbefestigten Wegen oder Strassen nur durch Haselnuss-Plantagen. In Zonguldak, einem kleinen Ort, machten wir zur Übernachtung halt. Bei der Suche nach einer Speisemöglichkeit gerieten wir in einen grossen Sommergarten mit einem kleinen See. Es war kein Tisch besetzt, nur an einer Ecke stand eine kleine Gruppe junger Männer. Als wir uns setzen wollten, machten sie uns, so gut es sprachlich ging, darauf aufmerksam, dass der Platz nur mit Frauen mit Kindern zu besetzen sei. Dann fragten sie uns, woher wir denn kämen. Da unser Sohn uns  gesagt hatte, wenn man uns nach unserer Heimatstadt fragt, immer Hamburg zu sagen. Bremen ist meistens unbekannt. Also sagten wir: „Aus Hamburg.“ Man sah uns einigermassen ratlos an. Da sagte ich so ganz nebenbei: „Dann brauchen wir ja auch garnicht zu sagen, dass wir aus Bremen kommen.“ Da leuchteten die Gesichter der jungen Leute auf! „Bremen – Werder Bremen“, fragten sie. Und auf unser „ja, daher kommen wir“, durften wir uns in den Garten setzen, bekamen zu essen und sogar Bier zu trinken, was dort eigentlich nicht üblich war. Wir versuchten uns sprachlich mit Händen und Füssen so gut wie möglich zu verständigen und hatten eine nette und interessante Unterhaltung – und das alles durch „Werder Bremen“.  Leider konnten wir nicht herausfinden, woher man hier in Zonguldak am Schwarzen Meer so sehr von Werder Bremen wusste und so viel kannte.

Hannelore Dünnbier, Bremen

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Auch ich gehöre zu denjenigen, die ein persönliches Erlebnis mit Spielern von Werder Bremen hatte. Es begann damit, dass Filmemacher Ralf Wolle im Jahr 1995 eine Filmdokumentation über Werder Bremen von 1899-1963 erstellte. Den Abschluss sollte das erste Bundesligator bilden. Da es keine Dokumentation über das 1. Tor gibt, kam man auf die Idee das besagte Tor einfach nachzustellen. Es wurden damalige beteiligte Spieler eingeladen, die dann im Sommer 1995 dieses so wichtige Tor  im Weserstadion nachstellten. Da ich das 1. Bundesligator am 24. August 1963 um 17.01 Uhr von der Nordgraden aus Live miterlebte, hatte ich großes Interesse daran bei der Nachstellung dabei zu sein. Am Weserstadion angekommen, traf ich dort auf die ehemaligen Spieler Max Lorenz, Pico Schütz und Helmut Jagielski. Als ich ihnen meine Zeichnung vom 1. Tor vorlegte, wurde ich gleich von ihnen mit ins Stadion genommen. Während des Nachdrehs durfte ich mit Hanns Schulz in seine Sprecherkabine gehen. Auch er erzählte mir seine Geschichte vom 1. Bundesligator. Stern TV berichtete ausführlich über den Nachdreh in der Sendung vom 9.8.1995. Den Sendemitschnitt habe ich mir auf Videocassette später zuschicken lassen. Nach Drehschluss wurde ich von Pico Schütz und Max Lorenz zu einer kleinen Feier ins Villa Verde eingeladen. Dort führte ich lange Gespräche mit dem Dortmunder Timo Konietzka und den Werderspielern u. a. Helmut Jagielski. Es war ein großer Tag für mich mit den Werdergrößen feiern zu dürfen. Bei der Uraufführung des Film im Oktober 1995 sahen wir uns alle im Schauburg-Kino wieder.  Auch der Weser-Kurier berichtete über die Premiere mit Phot, auf dem ich ganz links zu sehen bin.

Helmut Drobig, Stuhr

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Anlässlich der Gründung der Bundesliga 1964 beschloß die Fleischergesellenbrüderschaft Bremen dem Sportverein „Werder“ ein Maskottchen zu schenken. Wir haben uns auf einen Heidschnuckenbock geeinigt, gesagt, getan, im Ort Lünzen in der Lüneburger Heide konnten wir ein stolzes Tier erwerben, untergebracht wurde es auf meinem elterlichen Hof in Lilienthal. Werder hatte verständlicherweise zuerst Bedenken wegen eventueller Kosten, wir konnten Hansi Wolff aber überzeugen und so sind, wir über 20 Jahre, bei jedem Heimspiel mit „Pico“ ins Stadion eingezogen. 1965 sind wir dann erst- und letztmals zu einem Auswärts spiel gegen den HSV nach Hamburg gefahren, es hat stark geregnet, Werderwetter, eine Schlammschlacht, HSV : Werder 2:4 ein Traum. Meister ist Werder in der Saison auch noch geworden. Daß wir nach dem Spiel auch einige „Hörner“ hatten, konnten wir ob des Sieges verschmerzen, die Hamburger haben uns mit ihren Regenschirmen auf die Köpfe geschlagen, wir trösteten uns, „Pico“ hatte ja  auch „Hörner“.

Heino Geffken, Lilienthal

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