333 schönste Werder-Erlebnisse Die besten Geschichten unserer Leser (6)

Bremen. Der WESER-KURIER sucht die schönsten, skurrilsten und witzigsten Geschichten rund um Werder Bremen. Viele Leser haben uns schon geschrieben, machen auch Sie mit - die besten Erlebnisse werden dann in einem Buch veröffentlicht.
29.07.2010, 09:00
Lesedauer: 16 Min
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Bremen. Der WESER-KURIER sucht die schönsten, skurrilsten und witzigsten Geschichten rund um Werder Bremen. Viele Leser haben uns schon geschrieben, machen auch Sie mit - die besten Erlebnisse werden dann in einem Buch veröffentlicht.

Mehr zu der Aktion finden Sie hier.

Hier sind die Geschichten unserer Leser:

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Während meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr in der Lettow-Vorbeck-Kaserne, gab  es hin und wieder Aussichten auf ein  verlängertes Wochenende. Diese langen Wochenenden waren bei allen äußerst beliebt, denn dann war man von allen lästigen Pflichten, die einem an Wochenenden in der Kaserne ereilen konnten, befreit. Allerdings fiel so ein freies Wochenende nicht einfach vom Himmel. Dafür wurde die gesamte Kompanie motiveiert, um eine entsprechende Leistung zu erbringen.  Ich erinner mich aus dieser Zeit noch sehr gut an einen  Stubenwettbewerb, bei dem drei der schönsten Stuben mit einem langen Wochenende belohnt werden sollten. Wir machten uns sofort mit Pinsel, Farbe und Bohnerklotz, und zwar immer nach Dienstschluß, an die Arbeit, um das Bestmögliche für uns herauszuholen.  Mit auf unserer Stube war damals der junge Bundesliga-Nachwuchsspieler von Werder Bremen und jetzige Aufsichtsratsmitglied von Werder, Hans Schulz. Für die Zeit des Stubendurchgangs am Tag des Wettbewerbs brachte Hans Schulz von Werder Bremen diverse Fußballwimpel verschiedener Vereine mit, die wir dann als Dekoration an die Wände hängten. Das machte natürlich mächtig Eindruck, bei der Vergabe der Preise.  Wir belegten durch diese Aktion mit unserer Stube den 2. Platz. Unser langes Wochenende war somit gesichert. Und der Verein Werder Bremen hatte am Montag darauf die ausgeliehenen Wimpel zurück.

Wilfried Naumann, Bremen

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Ich bin jetzt 85 Jahre alt und ich gehe zurück in das Jahr 1954. Deutschland wurde Weltmeister. Helmut Rahn von Rot-Weiß Essen schoß das Tor, das heute noch als „Wunder von Bern“ gefeiert wird. In der Menge bejubelte ich den torschützen am Essener Rathaus zu, als der sich mit viel Prominenz auf dem Balkon zeigte. Ich kannte Rot-Weiß und schwarz-Weiß Essen, Namen wie  Kuzerra und Tilkowski, Burdenski, einige von vielen, erinnere ich noch.  Wurde damals bei Rot-Weiß gespielt, konnte es geschehen, daß man den Schwarz-Weißen vor Freude oder Frust auf den „Borsolino“ klopfte (Borsolino, ein eleganter, fast steifer Herrenhut, der damals große Mode war).  Essen im Ruhrgebiet hat sich gewandelt, heute „Kulturhauptstadt“ und auch der Fußball hat ein anderes Gesicht. 1960 kam ich durch Heirat nach Bremen. Mein Günter war Kaufmann in bester Bremer Tradition und „Werderaner“.  Per TV kann man jedes Fußballspiel sehen, aber ein großes Ereignis persönlich am Spielort zu erleben, dazwischen liegen gefühlsmäßig Welten. So kam das Jahr 1965. Mein Mann war  ständiger Dauerkartenbesitzer und nervenstark in allen Situationen.  Werder spielte in Bremen gegen Dortmund, und es könnte sein, wenn der Verein so spielt und der andere so, daß Werder dann schon Deutscher Meister sein könnte. Mein Günter gestand mir „da gehe ich nicht hin, das halten meine Nerven nicht aus“. Er wollte die Karte verleihen. Als ich merkte, daß es ihm Ernst war, nahm ich die Gelegenheit wahr, ich ging zum Spiel Werder gegen Dortmund. Es wurde mein größtes emotionales Erlebnis. Das Stadion brummte, ich suchte und fand den Stammplatz, die Männer im Umkreis tauschten fragende Blicke. „Wer ist das?“ Bis Apotheker Bartholomie (???) sich umdreht und ruft: „Aber das ist doch Frau Heitmann“. Ich war akzeptiert. Jetzt lief Dortmund, als Gast, als Erster ein. Ich klatschte frenetisch Beifall, es war ein bisschen wie Heimat. Das Umfeld buhte mich aus. „Und für Dortmund klatscht sie auch noch.“  Diesen Satz vergeß ich nie. Während des Spieles wurde immer wieder per Durchsage über die Ergebnisse der bewußten Vereine informiert. Die  Spannung war mit Händen zu fühlen. Dann stand plötzlich fest, Werder ist jetzt schon Deutscher Meister! Dieser Jubel, diese Freude, das gemeinsame Glücklichsein kann ich heute noch spüren. Und was ist der große Unterschied zum TV, live dabei und mittendrin. Inzwischen ist mein zehnjähriger Enkel Christoph ein gefragter Torwart bei Eiche Horn und totaler Werderfan. Wir bleiben am Ball und der ist rund, genau wie das Leben.

Gisela Heitmann, Bremen

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Anfang/Mitte der 80er Jahre (ich glaube, es war 1984), verbrachte ich meine Wintersemesterferien auf Gomera. Es war grün, warm und das Bier preiswert. Nach kurzer Zeit rollte ein alter VW-Käfer mit Hamburger Kennzeichen an mir vorbei: Noch mehr Nordlichter im tiefen Süden. Wir lernten uns kennen und wertschätzen, tranken so manches Bier zusammen und versprachen, uns gegenseitig zu den jeweiligen Fußballspielen von Werder und HSV zu besuchen. Werder spielte zuerst in Hamburg. Ich also nach Hamburg, das Wiedersehen war schön und die Eintrittskarte war teuer! Volksparkstadion, Nordtribüne, Höhe Mittellinie. Ich schluckte - und zahlte, wie ich noch nie zuvor für eine Karte gezahlt (und auch gesessen) hatte.

Das Spiel begann, die Mannen von Otto Rehagel schlugen sich gut. Frank Neubarth spielte den HSV-Keeper Ulli Stein aus und musste den Ball nur noch in das leer Tor einschieben. Atemlose knisternde Spannung im Stadion, ich sprang als einziger auf und reckte meine Hände nach oben: TOOOOOOOOR tönte laut mein ausdauernder Jubel über die Menschenmassen der Haupttribüne, bis Frank Neubarth den Pfosten traf und Ulli Stein den Ball aufnahm . Mein Torschrei erstickte...  und schlagartig verlagerte sich alle Aufmerksamkeit vom Rasen auf meine Person. Die Haupttribüne kam mächtig in Bewegung und ein ganzer Kübel verbaler Häme und Schadenfreude prasselte auf mich nieder.  Auch meine Hamburger Urlaubsbekanntschaft hielt sich da gar nicht vornehm zurück.

Leider vorloren wir uns dann aus den Augen, das Rückspiel haben wir nicht mehr gemeinsam erlebt.

Axel Arthur Schmidt, Bremen

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Ich bin Altersrentner und Rollstuhlfahrer, trotzdem bin ich am 18.2.2006 allein nach Paraguay gereist. Während der WM 2006 war ich einmal in der Hauptstadt Asuncion, dort wurde das Spiel Argentinien gegen Deutschland auf einer Großbildwand übertragen. Es spielte zwar nicht Werder, aber welche Deutsche Nationalmannschaft kommt schon ohne Werder-Spieler aus?

Alle achteten auf das Spielgeschehen, so fiel ich nicht weiter auf als ich mich dazu gesellte. Es war mir auch recht so als einzelner deutscher Fan zwischen 100 und mehr Paraguayern, schließlich ist Argentinien das Nachbarland. Doch dann meine grenzenlose Überraschung, die Deutschen schossen endlich das von mir ersehnte Tor und ....alle Paraguayer sprangen hoch, brüllten "gol, gol" und freuten sich. Ich muß bekennen, da flossen bei mir ein paar Tränen, 14.000 km von der Heimat und dann diese Umarmungen von den Einheimischen, als ich mich als Deutscher zu erkennen gab.

Im letzten Jahr (September 2009) war ich mit einem Geländewagen im Busch rund 200 km nord-östlich der Hauptstadt unterwegs.Es war beim Dorf " Mbutu " an der Nationalstraße Richtung Bolivien. Ich suchte eine Möglichkeit an einen Internet-Anschluß zu kommen, meine einzige Verbindung zur Heimat. Bei einer kleinen örtlichen Radiostation wurde ich fündig. Da es dort im Straßenbild keine Rollstuhlfahrer gibt, fiel ich sofort auf und wurde von neugierigen Jugendlichen umringt. Sie bestaunten meinen Rolli und fragten mich, wo ich denn her käme. Also sagte ich, daß ich Deutscher bin und von Bremen komme. Das sagte den Jugendlichen nichts, folglich erklärte ich die Lage mit der Nähe zur Nordsee. Auch das brachte uns nicht weiter, bis einer der Jungs mich plötzlich fragte, ob

Bremen denn etwas mit Werder-Bremen zu tun hätte.

Als ich das bejate, da strahlten sie alle und zählten mir die Stammspieler von Werder namentlich auf. Sie freuten sich alle, daß sie mich so beeindrucken konnten, auch wenn die Namen aus ihrem Munde etwas fremdländisch klangen aber die Jungs hatten den Durchblick. Zum Abschied sagten sie noch, wir wissen jetzt wo Bremen ist, Bremen liegt bei Werder!

Peter Sprute, Tarmstedt

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Vielleicht nicht das skurrilste, aber doch das schnellste Tor, das Werder in seiner ruhmreichen Geschichte jemals hinnehmen musste. Es war wohl im Jahr 1946. Damals formierte sich der Fußball nach dem Krieg neu. Werder spielte zunächst in einer regionalen Liga, zusammen mit dem Bremer Sportverein, Bremerhaven 93, Blumenthal und u.a. der SV Hemelingen. Ich bin Hemelinger, war damals 12 Jahre alt und gehörte zu den Hemelingen – Fans. Mit Zittern sahen wir dem Spiel gegen die weit überlegenen Werderaner entgegen, zumal auch noch unser Star – Torwart Fritz Gutjahr krank war. Aber dann keimte Hoffnung auf: Da soll ein Spieler aus der Gefangenschaft heimgekehrt sein, ein begnadeter Stürmer, Jordan heißt er. Solche Gerüchte waren damals nicht selten. Aber tatsächlich, da steht er am Sonntag im Weserstadion neben dem Anstoß – Punkt. Anstoß Hemelingen, Ball ein Meter nach rechts zu diesem Jordan. Der drischt einfach, wohl eher hilflos als begnadet, gegen den Ball. An der Strafraumgrenze steht Werder – Torwart Ülzmann, hebt lässig die Arme, um den vor ihm aufspringenden Ball abzufangen. Der indessen gleitet über seine Fingerspitzen: 1:0 nach etwa 7 Sekunden. Trost für die Werderaner: Sie haben das Spiel mit Glück gewonnen, nach meiner Erinnerung mit 4:3.

Werner Kahrs, Fischerhude

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Am 14. August 1981 durfte ich, als damals 10 jähriger Junge, erstmals zu einem Werder Spiel ins Weserstadion. Die Euphorie war damals grenzenlos. Werder war wieder aufgestiegen, hatte am ersten Spieltag beim damals hohen Favoriten Borussia Mönchengladbach völlig überraschend mit 4:2 gewonnen und war Tabellenzweiter. Das erste Heimspiel war ein Fluchtlichtspiel am Freitagabend gegen Arminia Bielefeld. Das Stadion war mit 28.000 Zuschauern sehr gut gefüllt, was damals selten vorkam. Ich stand in der Ostkurve direkt am Zaun mit Blick auf die Trainerbänke und die Südtribüne.

Dann passierte es, direkt vor meinen Augen, was dieses Spiel so unvergesslich machte. Der Spieler Ewald Lienen wurde von Werders Norbert Siegmann gefoult. Siegmanns Stollen bohrten sich in Lienens Oberschenkel und die Bilder der hässlichsten Wunde der deutschen Fußballgeschichte gingen um die Welt. Auf diesen offenen Oberschenkel hatte ich freien Blick, so dass sich dieser Eindruck bis heute eingeprägt hat. In den folgenden Wochen bekam Norbert Siegmann den Spitznamen „Der Schlitzer“ und wurde sogar vom Spieler Lienen der vorsätzlichen Körperverletzung beschuldigt, was allerdings in einem Freispruch endete. Das Spiel gewann Werder übrigens 1:0 durch ein Tor von Norbert Meier.

Heiko Widdecke, Bremen

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Welcher Werder-Fan erinnert sich nicht an den 8. Mai 2004! Wer konnte, war an diesem Tag auf dem Domshof, in vielen Kneipen in und um Bremen, hing vor Fernseher oder Radio, um das Meisterstück mitzuerleben.

Aber wir konnten nicht! Denn schon im November 2003 war der New-York-Trip gebucht, zu diesem Zeitpunkt war mit solch einem Finale wirklich nicht rechnen!

Während nun in München um 15.30 Uhr das Spiel der Spiele angepfiffen wurde, saßen wir auf der anderen Seite des großen Teiches zur besten Frühstückszeit um 9.30 Uhr in NYC. Wir sahen nichts von dem „Riesenpatzer von Olli Kahn“ und konnten Micouds Traumtor nicht bewundern. Während die Bayern Ailton „ziehen und schießen ließen“, versuchten wir, Baggels, Toast und Rühreier zu essen. Jeder Fußballfan kann sicher nachfühlen, wie das ist, überhaupt keine Informationen zu bekommen – das Frühstück wurde zur Nebensache.

Zurück zum Hotel, wir zappten noch mal alle Sender durch, aber was interessiert den Amerikaner deutscher Fußball? Zumindest unsere Unterkunft konnte uns nicht weiterhelfen. Gegen 11.20 Uhr Ortszeit haben wir es nicht mehr ausgehalten, die erste Telefonnummer zuhause wurde angewählt. Keiner ging ran – oje, was war da los?? Endlich, der zweite Versuch bringt die erlösende Nachricht: DIE BAYERN HATTEN KEINE LEDERHOSE MEHR! Darauf wurde erstmal ein gutes Beck’s getrunken.

Abends am Flughafen treffen wir auf weitere Grün-weiße Fans und hörten hier erstmals von Kahns Fehlgriff. In Frankfurt wurde jede Zeitung aufgekauft, die in irgendeiner Form Spielberichte anbot und in Bremen empfing uns schon das Meisterschild beim Landeanflug. Nun war es auch für uns amtlich und wir waren selig. Der Flugkapitän allerdings muss ein Bayernfan gewesen sein – er hat kein Wort über "unser" Meisterstück verloren.

Britta Kording, Bremen

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Ich heiße Joana Schröder, bin fünf Jahre alt, großer Fan von Werder Bremen, und wohne in Uphusen, am Heuberg 3 B. Da ich erst im nächsten Jahr zur Schule komme um schreiben und lesen zu lernen, hat mein Opa Klaus für ich mein Erlebnis mit Werder geschrieben. Vor zwei Jahren schenkte mir meine Mama ein Werdertrikot, die hat auch viele Sachen von Werder, und sie hatte auf dem Fantag die Rückseite voller Autogramme von Thomas Schaaf und seinem Trainerteam schreiben lassen. Das war ganz toll.  Stolz zeigte ich das Trikot meinem Opa  und der meinte, auf die Vorderseite müssen auch noch ein paar Spieler unterschreiben. So schaute Opa in den Weser-Kurier und sagte mir, dass am folgenden Tag um 15 Uhr Training sei und dass wir beide dort dann nach dem Kindergarten mal hinfahren werden. Ich war schon ganz aufgeregt. Das Trikot kam in eine Tüte und es ging los. Dort habe ich dann durch den Zaun die ganzen Spieler gesehen und auch den Trainer und seine Leute.  Bisher durfte ich Samstags immer mit Papa Fußball im Fernsehen schauen, aber das war hier ja viel besser. Kurz bevor das Training zu Ende war hat Opa mir das Trikot angezogen und mich dann auf einen Poller am Ausgang gestellt, damit ich größer bin. Immer wenn ein Spieler vorbeikam, hat Opa das Trikot glattgezogen und ich hab e dann ein Autogramm erhalten. Natürlich auch von meinem großen „Schwarm“ Thorsten Frings. Auch Diego hat unterschrieben. Ich habe acht Autogramme erhalten und war ganz stolz darauf. Zum Abendessen waren wir dann wieder zu Hause und ich wollte das Trikot gar nicht mehr ausziehen. Jetzt habe ich Mama und Papa erst mal von meinem großen Erlebnis mit Werder Bremen erzählt. Wenn ich größer bin, hat Papa gesagt, nimmt er mich mal mit ins Stadion. Dann kann ich das Trikot bestimmt wieder anziehen, wenn es noch passt.

Joana Schröder, Uphusen

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In den 70er Jahren war ich Jugendleiter der Fußballabteilung des TV Eiche-Horn.Wir hatten damals eine der größten Fußballabteilung Bremens. Nur OT mit 31 Mannschaften war größer. Zu Weihnachten gab es für die jungen Kicker immer eine Weihnachtsfeier. Als Überraschung wurden immer Werder-Spieler eingeladen,die dann Autogramme schrieben und Rede und Antwort standen .Gern gesehen war zu der Zeit „Pico“ Schütz. Dann eines Jahres die große Enttäuschung. Der SV Werder kündigte den Spieler Thomas Schaaf an. Wer war das denn? Thomas Schaaf war gerade aus der Jugend in die Ligamannschaft aufgerückt und daher völlig unbekannt. Heute wären wir natürlich sehr froh, wenn Werders Trainer gekommen wäre.

Selbst habe ich beim Bremer Ballspiel Verein Union gespielt. Unser Spielplatz war der heutige Trainingsplatz des SV Werder. Die Umkleideräume waren damals bei der Badeanstalt „Wagenbrett“. Die Jugendmannschaften hießen damals „Knaben“, „Schüler“ und „Jugend“.Ich spielte in der Jugend.Eines Tages hatten wir ein Punktspiel gegen Bremens beste Jugendmannschaft, die BTS Neustadt.Namen wie Negenborn und „Backi“ Backhaus waren in der Bremer Fußballszene ein Begriff, wie heute Pizarro usw. Wir waren die krassen Außenseiter.So stand es nach kurzer Zeit auch schon 0:2.Dann erschienen am Spielfeldrand plötzlich die

Werderspieler Gernhardt, Rath und Wunderlich.Sie hatten wohl Mitleid mit uns und haben uns kräftig angefeuert.Mit Erfolg,am Ende hatten wir die Sensation geschafft und 3:2 gewonnen. Ich bin den dreien heute noch dankbar.

Harry Börner, Bremen

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Meine Fangeschichte beginnt nicht gerade außergewöhnlich, sieht man mal davon ab, dass sie sich 250 km entfernt von Bremen abspielt. Werder völlert sich Mitte der 80er durch die Liga, Rudi erobert mein Herz, Werder ist sein Klub und damit ab sofort auch meiner.

Natürlich findet Mitte der 90er die Kochausbildung in Bremen statt, im Hotel Zur Post, inklusive Aushilfsjobs in der Stadiongastronomie.

Als ich 3 Jahre später wieder in Dingden, im Lokal meiner Eltern arbeite, bin ich, auch durch die bekannten „Jahre voller Frust“, die genau in meine Lehrzeit fielen, zu einem richtigen Werder-Freak geworden, der inmitten der blauweißen und schwarzgelben Lokal-Kundschaft die Werder-Fahne hochhält.

Werder spielt in meinem Leben eine sehr dominante Rolle, dass hat sich nach Hochzeit und Geburt zweier süßer Kinder verständlicherweise nicht geändert. Die wichtigste Rolle in meinem Werder-Leben war allerdings die von Tim Wiese gegen Juventus Turin, ohne die wir zum ersten Mal in einem bedeutendem Spiel einen Hochkaräter erster Güte rausgeschmissen hätten.

Diese Rolle tat uns allen sehr, sehr weh, für mich aber wurde sie mit langer Anlaufzeit zum Initiator meines größten Werder-Erlebnis:

Unmittelbar nach dem Wiese-Fehler verlasse  ich unser Lokal, schmeiße meine Bierflasche auf dem Parkplatz, setze mich aufs Mäuerken, und weine. Meine Frau Marion kommt hinzu, versucht mich völlig unpassend zu trösten :“ Ist doch nur Fußball!“ – „Ein Fehler – Alles Kaputt! Alles, was gut war, ist auf einmal schlecht! (Wiese hatte bis dato das Spiel seines Lebens gemacht…), Scheiße, Mann!“ So endete der Abend…

Am nächsten Tag ging im Dorf das Scheidungsgerücht rum, das Küpper-Pärchen hatte sich ja ordentlich gezofft auf dem Parkplatz, Flaschen sind sogar geflogen……Alles kaputt und so weiter. Ich brauchte einige Tage um dem Dorf wieder meine Ehe zu retten, und zu erklären, dass Tim Wiese der Anlass für meine Wortwahl war…..

Meine Mutter fand das so witzig, dass sie meinte, diese Story gehörte in den „Meckermann“ unserer Lokalzeitung, ich sollte sie mal aufschreiben.

Als ich dann am PC saß, wusste ich nicht wie ich anfangen sollte mit der Wiese-Rolle, und dann dachte ich, fang mal ganz von vorne an. Wieso bist du eigentlich Werder-Fan geworden? Allerdings lief das auch nicht schmerzfreier an, denn da kam dann ziemlich schnell der Kutzop um die Ecke….. Ich schrieb alle meine Werder-Erlebnisse auf, so wie ich sie im Kopf hatte. Das war pure Therapie.

Nun, das war im April 2006, und im November 2007 durfte ich in einer ziemlich schlecht besuchten Lesung (mich kennt ja auch keine Sau…) im Ostkurvensaal im Weserstadion erstaunlicherweise mein Buch vorstellen. Es folgten eine weitere Lesung in einer Buchhandlung in der Odernstrasse, ein Radiointerview mit Werder-Inside . Manchmal muss ich mich immer noch kneifen, wenn ich mein Buch im Stadion-Fanshop sehe! Mein Idol Rudi Völler beantwortete mein Buch-Geschenk per Post mit Brief und signiertem Trikot.

Das größte Geschenk ist allerdings, dass ich durch diese Buch viele neue Werder-Freunde kennengelernt habe, die sich sehr über mein Buch gefreut haben, und mit denen ich natürlich nicht soviel Zeit verbringen kann wie es mir lieb wäre, da merkt man dann doch, dass Werder die schönste Begleiterscheinung im Leben ist, aber Familie und Arbeit doch den Weg vorgeben. Und das ist wohl auch gut so……

Jan Küpper, Dingden

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Es muss Anfang der50er Jahre gewesen sein.Auch meine beiden älteren Brüder und ich haben die Onkel nimmst du mich rein Masche versucht, aber immer klappte es nicht. Da sind wir drei auf die Idee gekommen von außen am Marathontor hochzuklettern. Es war damals mit Stacheldraht versehen und mit Efeu zugewachsen. Dank der Hilfe von einigen Erwachsenen haben wir drei es geschafft. Leider ist mir mein Hemd dabei eingerissen. Als wir drei dann endlich oben waren sind wir wieder raus aus dem Stadion und zu unserer Tante gerannt, die das wieder kunstgerecht genäht hatte. So hatten wir an den Tag nicht viel zu sehen bekommen von unseren SVW.

Peter Rensch, Bremen

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In der Saison 1963/64 wurde Werder zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister. Es war die Zeit, in der die Spieler der ersten Mannschaft noch einen „Nebenjob“ hatten. So stand z.B. Höttges als Verkäufer hinter dem Tresen eines Elektro-Fachgeschäfts. Ich war in einer renommierten Aussenhandelsfirma tätig und wunderte mich eines Tages, dass die eigentlich gut besetzte Buchhaltung einen weiteren Mitarbeiter bekommen hatte. Er wurde mir als Herr Thun aus Wolfsburg vorgestellt. Unser Chef war ein großer Werder-Fan und leistete sich diese Art von Unterstützung des Vereins. Natürlich hatte Herr Thun Sonderrechte, z. B. wenn er zum täglichen Training die Firma verliess. Bald schon sprachen wir beide oft über den Verein, und da er ein sehr symphatischer Typ war, lud ich ihn und seine Frau eines Tages zum Abendessen bei uns zu Hause ein. Es war ein netter Abend und unsere Bekanntschaft vertiefte sich.

Nach dem Gewinn der Meisterschaft spendierte der Verein der gesamten Mannschaft eine „good-will-tour“ in die USA, wo dann auch einige Freundschaftsspiele ausgetragen wurden. Eines Abends aber in New York besuchten alle eine deutsch-amerikanische Kneipe, und bei einem fröhlichen Umtrunk wurden an Verwandte und Bekannte Ansichtskarten geschrieben. Einigermassen verblüfft war ich aber doch, als ich kurz darauf zu Haus im Briefkasten auch so eine Karte vorfand. „Mit den besten Grüßen aus New York, Ihr Didi Thun“ stand drauf. Und da diese Karten von möglichst Vielen unterschrieben wurden, fand ich auch die Unterschriften von Trainer Multhaupt und Spielern wie Bernard, Höttges, Jagielski, Piontek, Lorenz. Hänel, Matischak und noch einigen mehr auf meiner Karte. Über diesen Gruß haben wir uns sehr gefreut.

Walter Brandes

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14. August 1981 - der Tag, an dem Ewald Lienen von Norbert Siegmann aufgeschlitzt....und meine Tochter Stefanie geboren wurde. Zum chronologischen Ablauf..... Gegen 17 Uhr Anruf meiner Frau, dass sie mit meinen Eltern auf den Weg ins Krankenhaus sei.

Meinen Termin um 18 Uhr mit einem Geschäftsfreund (Einladung zum Essen, anschließend Werder:Bielefeld) konnte ich nicht absagen (Mobiles waren noch nicht vorhanden), da ich diesen nicht erreichen konnte. Also, Taxi geordert, Werder-Ticket mitgegeben und eine entsprechende Nachricht im Restaurant hinterlassen.

Dann sofort ins Krankenkasse, um meiner Frau bei der Geburt beizustehen (ich traf sogar vor ihr dort ein). Meinen Eltern versprach ich, mich sofort nach der Geburt bei ihnen zu melden.

Nach unzähligen Blicken auf die Uhr (Spielbeginn Werder um 20 Uhr), wurde Stefanie um 18:42h endlich geboren. Der Arzt im Kreissaal konnte sich mit dieser (meiner) Situtation überhaupt nicht anfreunden und forderte mich auf, entweder diese Hektik einzustellen, oder den Kreissaal zu verlassen (unverständlich, war wohl kein Werder-Fan). Ergo, nach Abstimmung mit meiner Gattin entschieden wir gemeinschaftlich:

- ich verlasse den Kreissaal KrHaus LdW (gegen 19.30h);

- meine Frau (ebenfalls ein grün-weißes Herz) hört sich die Reportage im Radio an.

Um 19:59h traf ich im Weser-Stadion ein, eine Minute vor Spielbeginn .........puh, noch gerade so geschafft!! Nach dem Spiel traf ich noch Freunde und stieß auf die Geburt meiner Tochter an. Leider hatte ich es in der ganzen Aufregung versäumt, meine Eltern (die sich solche Gedanken wegen der Geburt machten.......) direkt nach der Geburt zu informieren. Gegen Mitternacht suchte ich meine Eltern, welche sich ganz aufgeregt erkundigten, ob die Geburt doch noch sooooooooooo lange gedauert hätte. Meine Antwort (so als ehrlicher Sohn): "Nein! Wider Erwarten ging alles sehr schnell - die Geburt war um 18:42h". "Und dann gibt's Du uns jetzt erst Bescheid - wo warst Du denn?" "Natürlich zuerst bei WERDER!".

Diesbezüglich könnte ich mich beziehen auf das Zitat "Was schert mich Frau und Kind, Hauptsache Werder gewinnt"......entspricht aber NICHT meiner Auffassung!

Wolgang Schneider, Weyhe

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