Die schönsten Momente mit Werder Die Geschichte eines Stadionverbots

Wenn es um die Liebe zu Werder geht, hat jeder seine eigene einzigartige Erinnerung, die mit Werder zusammenhängt. In unserer Serie erzählen Profis, Fans und Ex-Spieler von ihren schönsten Momenten.
13.06.2016, 10:01
Lesedauer: 2 Min
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Die Geschichte eines Stadionverbots
Von Stefanie Heitmann

Wenn es um die Liebe zu Werder geht, hat jeder seine eigene einzigartige Erinnerung, die mit Werder zusammenhängt. In unserer Serie erzählen Profis, Fans und Ex-Spieler von ihren schönsten Momenten.

Jörg Wontorra (TV-Moderator): "Schön war die Geschichte eigentlich nur für die Kollegen, die fleißig über mein Stadionverbot berichtet haben, aber immerhin: Für mich gab es ein Happy End. Doch von Anfang an:

In der ersten Runde des UEFA-Cups hatte Werder 1987 beim norwegischen IF Mjöndalen anzutreten, es gab in Norwegen ein glattes 5:0. Doch das Rückspiel in Bremen ging nach einer desolaten Werderleistung 0:1 verloren, das Pfeifkonzert war gewaltig. Und als mich Kollege Töpperwien vom ZDF interviewte, sagte auch ich meine Meinung: Diese Leistung, so in etwa formulierte ich, habe etwas mit Arbeitsverweigerung und Betrug zu tun.

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Alle fanden mich mutig, nur die Werderführung nicht. Und vor allem auf Drängen Otto Rehhagels wurde offiziell ein Stadionverbot gegen mich, der ich damals noch Sportchef von Radio Bremen war, ausgesprochen. Allerdings: Werder hatte dabei übersehen, dass das Stadion nicht dem Verein gehörte, und so fand ich einen starken Verbündeten in Bürgermeister Klaus Wedemeier. Der entschied: "Das Stadion gehört der Stadt, und für uns gibt es kein Stadionverbot." Doch Werder gab nicht auf: Aus dem Stadionverbot wurde ein VIP-Raum- und Interviewverbot.

Das blieb ein Jahr bestehen, allerdings nutzten wir in dieser Zeit persönliche Kontakte zu vier Spielern, die uns anonym informierten. Dann musste ich mit einem Magengeschwür ins Krankenhaus eingeliefert werden, fast zeitgleich zog Vizepräsident Fischer mit einem Magendurchbruch in dieselbe Abteilung ein. Und nahezu zwangsläufig trafen wir uns irgendwann im Bademantel auf dem Krankenhausflur, gingen gemeinsam in Fischers Zimmer und sprachen uns aus. Der Bann war gebrochen. Und als ich wieder draußen war, empfahl mir Lemke, einen persönlich gehaltenen Brief an Rehhagel zu schreiben.

Das habe ich in aller Liebenswürdigkeit getan, worauf mir mitgeteilt wurde, Rehhagel sei zu einem persönlichen Interview bereit. Dazu kam es dann auch, Radio Bremen hatte – durch massive Schlagzeilen der Medien gefördert – die größte Einschaltquote aller Zeiten. Das Interview allerdings war letztlich zu vergessen, vor allem weil Rehhagel nur weitschweifig fabulierte. Einige Jahre später zog ich in Werders Aufsichtsrat ein."

Lust, auf weitere schöne Werder-Geschichten? Hier geht es zum Dossier mit allen Episoden.

Zur Serie:

Die Anekdoten stammen aus dem Buch "Die 333 schönsten Erlebnisse mit Werder Bremen", das die Bremer Tageszeitungen AG 2010 veröffentlicht hat. Das Buch ist jedoch vergriffen.

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