FC St. Pauli - Werder Bremen Die Sympathien ruhen für 90 Minuten

Bremen. Thomas Schaaf hat viel Lob für den FC St. Pauli übrig, Klaus Allofs freut sich über das "sehr gute Verhältnis" zum Kiez-Klub. Die Sympathie soll aber am Sonnabend im direkten Duell am Millerntor ruhen - da zählt für Werder nur der Sieg.
21.04.2011, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Man mag sich einfach: Erst bezeichnete St. Paulis Sportdirektor Helmut Schulte im WESER-KURIER-Interview Werder Bremen als "Vorbild", dann revanchierte sich Werders Stadionsprecher Arnd Zeigler in seiner Kolumne mit einer kleinen Hommage an den Kiezklub. Am Donnerstag legten auch Klaus Allofs und Thomas Schaaf nach. Denn anders als das Nordderby gegen den Hamburger SV hat das Duell gegen den FC St. Pauli wenig Brisanz. Auch bei vielen Werder-Fans genießen die Braun-Weißen einen guten Ruf.

"St. Pauli, das ist eine besondere Note für die Bundesliga", sagt Thomas Schaaf. Der Werder-Trainer drückt dem kommenden Gegner in Sachen Klassenerhalt die Daumen, macht aber am Sonnabend (ab 15.30 Uhr im Liveticker) beim direkten Duell eine Ausnahme: "Es sind Sympathien vorhanden, die müssen aber 90 Minuten hinten angestellt werden."

Und auch Klaus Allofs will von Rivalität nichts wissen. An das Skandal-Spiel im DFB-Pokal 2006, als sich das Verhältnis beider Klubs zueinander deutlich abkühlte, kann sich der Werder-Boss kaum noch erinnern. "Wie viele Jahre ist das jetzt her", fragte Allofs am Donnerstag einen Journalisten: "Das war damals eine unwürdige Geschichte für ein Pokalspiel, aber das ist längst ausgestanden." Spätfolgen sind nicht geblieben: "Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu den Verantwortlichen des FC St. Pauli."

Bei derart viel Freundlichkeit gerät fast aus dem Blick, dass es am Sonnabend am Millerntor um drei enorm wichtige Punkte geht. Für Werder (35 Punkte) ist das Duell ein weiterer "Matchball", den Paulianern (20 Punkte) steht das Wassser im Abstiegskampf bis zum Hals. "Für St. Pauli ist das ein vorentscheidendes Spiel", weiß auch Allofs: "Und so werden sie auch agieren." Und auch Schaaf erwartet einen starken Gegner, der nicht nur kämpft, sondern auch spielt. Für die Arbeit seines scheidenden Kollegen Holger Stanislawski hat Schaaf die höchste Wertschätzung, ebenso mag er den Fußball der Hamburger. "Sie haben oft gute Leistungen gezeigt und viele Komplimente bekommen. Aber sie haben oft am Ende die Punkte nicht geholt", analysiert Schaaf die Pauli-Saison. An einen negativen Effekt des Stanislawski-Weggangs glaubt der Coach nicht: "Die Gemeinschaft im Team ist stark."

El Clasico lässt grüßen

So erwartet Werder am Sonnabend ein spannendes und stimmungsvolles Spiel - auch, weil es nun doch nicht zum angedrohten "Geisterspiel"kommen wird. "Ich bin froh, dass es ein normales Spiel mit Zuschauern ist und wir die besondere Atmosphäre auf St. Pauli miterleben. Das ist auch schön für unsere Fans", sagte Schaaf. Das DFB-Sportgericht hatte in zweiter Instanz das ursprünglich angesetzte "Geisterspiel" gekippt. Und auch Allofs freut sich schon. "Die Atmosphäre wird ungefähr so sein wie gestern in Valencia", glaubt der Werder-Boss. Da spielten der FC Barcelona und Real Madrid im Endspiel um die spanische Copa del Rey.

Ein Bremer Sieg wäre die Entscheidung in Sachen Klassenerhalt. Die letzten "Matchbälle" gegen Stuttgart, Frankfurt und Schalke vergab Werder jedesmal mit einem 1:1. Den Bremern fehlte dabei der nötige Killerinstinkt. "Wr sind noch nicht wieder soweit, das zweite Tor nachzulegen", weiß auch Schaaf, der aber nach sieben Spielen ohne Niederlage an Besserung auch in dieser Hinsicht glaubt: "Ich habe nichts dagegen, auch mal 2:0 oder 3:0 zu führen. Aber der Fußball ist kein Wunschkonzert. Der Gegner will auch gewinnen, da bleibt dann eben manchmal nur ein Punkt." Damit es doch mit dem "Dreier" klappt, gibt Klaus Allofs die Devise vor: "Wir müssen in der hitzigen Atmosphäre kühlen Kopf bewahren."

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