Digitale Bundesliga-Tabelle Werder belegt Rang zehn

Der Branchenprimus ist auch die Nummer eins in der digitalen Bundesliga. An Bayern München führt laut einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin kein Weg vorbei. Werder ist Zehnter.
31.05.2017, 10:13
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Werder belegt Rang zehn
Von Malte Bürger

Der Branchenprimus ist auch die Nummer eins in der digitalen Bundesliga-Tabelle. An Bayern München führt laut einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin kein Weg vorbei. Werder ist Zehnter.

Fußball-Fans werden über das Internet längst auf den verschiedensten Wegen mit Informationen von ihrem Lieblingsverein versorgt. Ob über Facebook, Youtube, diverse Apps oder weitere Angebote - viele Klubs halten regelmäßig die eigene Anhängerschaft auf dem neuesten Stand. „Bei der digitalen Ansprache nationaler und internationaler Fans liegt der Rekordmeister aus München in der Liga deutlich vorn, mindestens so weit wie bei der Überlegenheit auf dem Fußballplatz“, sagte Prof. Dr. Julian Kawohl.

Gemeinsam mit Marcus Kalkbrenner hat Kawohl die digitalen Kanäle, Inhalte und Geschäftsmodelle aller Erstligaklubs analysiert und den Süddeutschen ein gutes Zeugnis ausgestellt. "Die kontinuierlich vorangetriebene Internationalisierung der vergangenen Jahre zahlt sich aus", sagte Kawohl. So sei Bayern München durch Spiele und Trainingslager in den wichtigen internationalen Märkten präsent gewesen und habe so beispielsweise auch in den bedeutendsten sozialen Netzwerken Chinas eine breite Präsenz erzielt.

Genau in diesem Bereich liegt - nach Auswertung der Analyse - auch die Stärke von Werder Bremen. So attestierten die Autoren der Studie den Hanseaten ein "starkes Auslandsengagement", während die Hälfte der Liga noch nicht auf internationalen Social-Media-Plattformen vertreten sei. "Gerade vor dem Hintergrund der immer weiter voranschreitenden internationalen Expansion der Liga herrscht hier auf jeden Fall noch Nachholbedarf", sagte Kawohl.

Dennoch reichte es in der Endabrechnung der Studie für Werder lediglich zu Platz zehn, auch weil deutlich weniger Kanäle als bei den Teams aus der Spitzengruppe bespielt werden. Die besser positionierte Konkurrenz aus der Bundesliga hat zudem in speziellen Bereichen gepunktet. Hinter Bayern München und Borussia Dortmund folgt Schalke 04, das durch E-Sport-Aktivitäten und ein digitales Bonusprogramm zu überzeugen weiß. Der VfL Wolfsburg sammelte Pluspunkte bei der Aufbereitung digitaler Inhalte sowie der Vorstellung spezieller Aktivitäten - etwa beim Thema Integration. "Dieses Beispiel zeigt auf, dass die führenden Klubs bewusst in das Thema Digitalisierung investieren, um ihre Marke über den Sportkontext zu erweitern und positiv aufzuladen", erklärte Kawohl.

Kritische Töne gab es für die Vereine auf den hinteren Plätzen, die zunächst beobachten, was die Konkurrenten machen, um dann eventuell nachzuziehen. Dadurch vergebe man jedoch "potenzielle Ertragsmöglichkeiten", monierte der Experte. "In der digitalen Welt ist das viel zu spät", betonte Kawohl. "Auf eine ganzheitliche Fan-Ansprache mit umfassenden Digital-Angeboten über alle Kanäle wartet man da zudem meist vergeblich."

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