Werder Bremens Personalplanungen Erst ein Innenverteidiger, dann der Rest

Bremen. Trotz der schweren Knie-Verletzung von Top-Stürmer Claudio Pizarro wird Werder Bremen auf eine Personalaufstockung im Sturm verzichten. Das hat Klaus Allofs im Interview mit dem WESER-KURIER gesagt.
28.06.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Es wird gesucht: ein Innenverteidiger. Und zwar dringend. Es wird nicht gesucht: ein Stürmer. Werder wird trotz der Verletzung von Claudio Pizarro auf die Verpflichtung eines weiteren Mannes für die Offensive verzichten. Das und einiges mehr erklärte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs in einem Gespräch über die wichtigsten grün-weißen Personalien mit Thorsten Waterkamp.

Herr Allofs, am Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Wie weit sind Sie mit Ihrer Arbeit, beispielsweise in der Personalie Aleksandar Ignjovski?

Vollzug können wir noch nicht melden. Aber wir haben alle vorbereitenden Maßnahmen bei Ignjovski erledigt. Erst aber wollen wir die Innenverteidigerfrage geklärt haben.

Die Innenverteidigerfrage hat weiterhin absolute Priorität, auch vor Ignjovski?

Ja, vor allem anderen.

Wie steht's mit Sokratis Papastathopoulos? Oder mit anderen Kandidaten für die Position?

Wir haben einige Spieler, die wir prüfen und wo es eventuell Möglichkeiten gibt. Aber ich werde jetzt nicht jeden Namen kommentieren. Die Position ist schwer zu besetzen, das ist klar. Und das ist noch klarer, wenn man nicht über große Mittel verfügt, das zu machen.

Warum stockt der Transfer von Papastathopoulos?

Wir führen unsere Gespräche ganz normal, aber in Italien läuft alles ein bisschen später an und wird jetzt nicht ganz so zügig abgewickelt, wie wir es vielleicht aus der Bundesliga kennen. Es geht Schritt für Schritt voran, aber ob es dazu führt, dass wir ihn verpflichten können, kann man jetzt noch nicht absehen.

Sind die Chancen besser als noch vor ein paar Wochen - oder ist die Situation nach der Rückkehr des Spielers vom AC Mailand zum FC Genua schwieriger geworden für Sie?

Nein, wir haben einfach eine andere Situation. Ganz zu Anfang hat er dem AC Mailand gehört, und da wären wir, was die Einigung mit dem Verein angeht, jetzt sicherlich ein Stück weiter. Aber die Situation hat sich für uns eigentlich nicht verschlechtert.

Wenn man heute Werders einsetzbare Abwehrspieler durchzählt, kommt man auf gerade mal drei: Fritz, Silvestre, Schmitz. Und am Sonntag beginnt das erste Trainingslager auf Norderney.

Wir werden sehen, welche Kandidaten aus der U23 wir mitnehmen. Wenn die Situation bis Sonntag so bleibt und der Trainer denkt, dass wir dort nicht ausreichend besetzt sind, dann haben wir schon noch Möglichkeiten.

Trägt eine den Namen Dominik Schmidt? Sein Vertrag läuft allerdings am Donnerstag aus...

Ja, das ist richtig. Die nächsten Gespräche haben wir noch nicht geführt, aber das würde in den nächsten Tagen anstehen. Wir müssen unsere Gesamtsituation sehen: Wo wir und wie wir investieren können. Ich will gar nicht ausschließen, dass es da noch eine Lösung gibt.

Das Thema Schmidt ist also noch nicht endgültig von der Tagesordnung?

Nein. Ich weiß ja, dass die Situation für den Spieler keine angenehme ist. Aber wir hatten ein Angebot gemacht, das wäre so anzunehmen gewesen. Das ist nicht passiert. Deshalb müssen wir noch einen Moment innehalten und warten, wie sich alles weiterentwickelt.

Blicken wir mal nach vorne, auf den Sturm. Markus Rosenberg ist aus Santander zurück, aber Claudio Pizarro ist verletzt. Braucht Werder noch Personal im Angriff?

Nein, nicht aufgrund der Verletzung. Wenn alles normal verläuft, dann sollte Claudio irgendwann Mitte August wieder dabei sein. Das hebt sich nicht großartig von dem ab, wenn er die Copa America gespielt hätte. Also ist das personell für uns keine Änderung der Situation.

Das aktuelle Sturmpersonal wird also das Aufgebot sein, mit dem Sie in die Saison gehen?

Ja, so wird es sein.

Einige andere Spieler sind ebenfalls verletzt. Per Mertesacker, hieß es kürzlich, könne in zwei, drei Wochen wieder einsteigen mit dem Training. Ist das korrekt?

Das kann ich jetzt so nicht bestätigen. Wir wissen, dass ihm die Ruhe guttut. Es war sinnvoll, dass er das letzte Saisonspiel und die beiden Länderspiele nicht gemacht hat. Jetzt muss man mal sehen, wie es sich darstellt und wann er ins Mannschaftstraining zurückkommt.

Bei seinem Nebenmann Naldo hieß es zuletzt wieder, ihm drohe das Karriereende. Hegen Sie solche Befürchtungen mittlerweile auch?

Für diese Vermutung gibt es keinen Anhaltspunkt. Wenn man über ein Jahr verletzt ist, ist man zumindest erst einmal gewarnt, dass die Verletzung nicht so simpel ist. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass sich die Situation bei ihm verschlechtert hat und dass diese Gefahr besteht. Im Gegenteil: Das, was wir aus Brasilien hören, hört sich sehr positiv an. Er trainiert. Wir haben überlegt, ob er schon jetzt zurückkommt und hier mit unserem Fitnesstrainer Benjamin Kugel gezielt arbeitet. Wir haben das dann aber verworfen, weil wir unseren Fitnesstrainer natürlich auch für die gesamte Mannschaft brauchen. Naldo wird jetzt die letzte Phase seiner Reha weiter in Brasilien machen. Plan heute ist es, dass er eventuell zum Trainingslager in Donaueschingen zu uns stoßen könnte.

Letztes Thema: Wer aus dem aktuellen Kader wird Werder noch verlassen?

Da gibt es keinerlei Angebote.

Auch keine Anfragen?

Nein, auch das nicht.

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