Gedränge nach Nordderby

Externer Gutachter analysiert Unglück

Bremen. Im Weserstadion wurden am Sonnabend im dichten Gedränge mehrere Fans verletzt, einer von ihnen liegt im Koma. Um unabhängig von der Polizei bei der Klärung des Vorfalls voran zu kommen, soll nun ein externer Gutachter herangezogen werden.
27.09.2010, 17:52
Lesedauer: 1 Min
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Bremen. Im Weserstadion wurden am Sonnabend im dichten Gedränge mehrere Fans verletzt, einer von ihnen liegt im Koma. Um unabhängig von der Polizei bei der Klärung des Vorfalls voran zu kommen, soll nun ein externer Gutachter herangezogen werden.

Darauf hat sich am Montag Bremens Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer (SPD) mit Werder Bremens Geschäftsführung und der Polizei geeinigt. "Wir wissen, dass es ein zwischen allen Seiten abgestimmtes Konzept gegeben hat und dass die baulichen Gegebenheiten behördlicherseits abgenommen und frei gegeben waren. Dennoch sind wir uns alle einig, dass es bei der Untersuchung keine Tabus geben darf", betonte Mäurer.

Noch in dieser Woche soll Panikforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberger von der Universität Duisburg-Essen mit der Arbeit beginnen. Seine Aufgabe wird es sein, das Besucherverhalten sowie die Kommunikationsstrukturen und –abläufe im Stadion zu analysieren. Seine Empfehlungen werden bis zum nächsten Risikospiel, der Champions League-Begegnung Werder gegen Enschede am 2. November erwartet.

Zu dem Gerangel sei es gekommen, als rund 20 Fans eine halbe Stunde nach Abpfiff des Nordderys am Samstagabend versucht hätten, die Polizeisperre an einem der drei Treppenabgänge aus dem Gästebereich zu durchbrechen. Das berichtete die Polizei auf einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Angeblich wollten die Fans einen Zug nach Hamburg bekommen, um nicht bis morgens um sechs Uhr in Bremen bleiben zu müssen.

Die HSV-Fans hätten bei der Durchbrechung die Polizisten oben von der Treppe gestoßen, einige Fans seien selbst gestürzt. Zwei Minuten nach der Durchbrechung habe die Polizei die Sperrungen an den anderen beiden Treppen aufgehoben, sodass die Fans ungehindert zu den Bussen vor dem Stadion gehen konnten. Dabei sei nach Polizeiangaben alles friedlich geblieben. Die Treppe, bei der mehrere Polizisten und HSV-Fans verletzt wurden, sei nach Klärung der Situation gesperrt- und zum Tatort erklärt worden.

Die HSV-Fans sollten eigentlich nach Spielende nur 20 Minuten im Gästebereich warten. Es habe länger gedauert, weil die Polizei gewartet habe, bis die meisten Werder-Fans den Bereich um das Weserstadion verlassen haben, begründete die Polizei am Sonntag die Verlängerung der Wartezeit. (gor, rbm)

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