Werder Bremen Fahrkarte zum Pokalfinale gelöst

Bremen. Werder Bremen ist durch einen 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg zum insgesamt zehnten Mal ins Endspiel des DFB-Pokals eingezogen. Torschützen für die Grün-Weißen waren Marko Marin (30.) und Claudio Pizarro (84.)
23.03.2010, 22:23
Lesedauer: 4 Min
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Fahrkarte zum Pokalfinale gelöst
Von Daniel Stöckel

Bremen. Personell konnte Werder-Trainer Thomas Schaaf am Dienstag gegen den FC Augsburg nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Peter Niemeyer (Sprunggelenksverletzung) und Torwart Christian Vander (Magen-Darm-Infekt) standen Schaaf alle Akteure zur Verfügung.

Im Gegensatz zur Partie gegen den VfL Bochum änderte der Trainer seine Startelf gleich auf sechs Positionen. Clemens Fritz, Per Mertesacker, Torsten Frings, Mesut Özil, Claudio Pizarro und Aaron Hunt standen wieder von Beginn an auf dem Spielfeld. Dafür blieben Sebastian Prödl, Sebastian Boenisch, Tim Borowski und Hugo Almeida draußen. Schon am Montag hatte Schaaf klargestellt, dass Markus Rosenberg und Daniel Jensen gegen Augsburg nicht zum Kader gehören würden.

Erste Chance für Werder

Unter der Leitung von Schiedsrichter Manuel Gräfe entwickelte sich vor 30.000 Zuschauern im Weserstadion, darunter rund 3000 Fans aus Augsburg, von Beginn an ein munteres Spiel. Die erste Tor-Gelegenheit besaß in der dritten Minute Werder. Özil feuerte einen Linksschuss auf den Augsburger Kasten ab, der Ball ging allerdings knapp vorbei. Im Gegenzug hatte Werder Glück, dass Traore vor Werder-Keeper Tim Wiese nicht rechtzeitig an den Ball kam. Anschließend waren wieder die Bremer an der Reihe: Nach einer Flanke von links setzte Pizarro die Kugel über den Kasten des FCA (7. Minute).

Zwei Minuten später versuchte es Werder erneut mit einem Distanzschuss. Dieses Mal war es Fritz, aber auch dieser Schuss ging knapp am Augsburger Tor vorbei. In der 11. Minute forderten die Werder-Fans einen Strafstoß für ihre Mannschaft, als de Roeck beim Zweikampf gegen Özil im Strafraum hart zu Werke ging. Die Pfeife von Schiedsrichter Gräfe blieb allerdings stumm.

Werder machte weiter Druck und kam durch einen strammen Rechtsschuss von Fritz zu einer weiteren Torgelegenheit (16.). Auch Marko Marin sorgte mit gefährlichen Dribblings immer wieder für Gefahr auf Augsburger Seite. Ein Tor gelang den Grün-Weißen aber zunächst weiter nicht.

In der 30. Minute war es dann aber endlich soweit: Nach einem tollen Doppelpass mit Özil tauchte Marin plötzlich frei vor dem Gäste-Tor auf. De Roeck grätschte ins Leere und Marin erwischte FCA-Keeper Jentzsch auf dem falschen Fuß, 1:0 für Werder. Bis dahin waren die Augsburger im laufenden DFB-Pokal-Wettbewerb noch nie in Rückstand geraten.

Werder weiter druckvoll

„Finale, Finale!“ skandierten die Bremer Fans auf den Rängen, während Werder die Gäste auf dem Rasen nicht zur Entfaltung kommen ließ und weiter den Vorwärtsgang einlegte. Die Flanken in den Augsburger Strafraum waren aber nicht gefährlich genug, um das Ergebnis weiter nach oben zu schrauben.

In der 42. Minute stockte den Bremern dann der Atem. Augsburgs Stürmer Michael Thurk ging nach feinem Pass an Wiese vorbei, setzte den Ball aber zum Glück für Werder nur an den rechten Pfosten. Von dort trudelte die Kugel wieder zurück auf das Spielfeld. Das hätte der Augsburger Ausgleich sein müssen. Diese Riesenchance gab dem FCA Auftrieb, nach einem Fehlpass von Naldo eroberte sich Ndjeng den Ball, scheiterte aber am aufmerksamen Wiese. Mit der 1:0-Führung ging Werder dann bei einem Chancenverhältnis von 5:2 in die Halbzeitpause.

Beide Trainer nahmen zunächst keine Wechsel vor. Die erste Chance der zweiten Hälfte (47.) gehörte den Gästen aus Süddeutschland, aber Wiese war nach der Ndjeng-Flanke auf dem Posten. Werder kam zunächst zu keinen guten Tor-Gelegenheiten, stattdessen spielte Augsburg zur Freude der eigenen Fans gut mit und hielt die Partie erst mal offen.

Rafael nur mit Gelb bedacht

In der 60. Minute nahm Augsburgs Trainer Jos Luhukay dann Andrew Sinkala vom Feld, brachte in Nando Rafael eine weitere Offensivkraft und ließ anschließend mit drei Spitzen spielen. Unmittelbar im Anschluss an seine Einwechslung hatte Rafael großes Glück, als es Schiedsrichter Gräfe nach Rafaels brutalem Foul an Mertesacker bei einer Gelben Karte beließ.

Auch Werder-Trainer Thomas Schaaf wechselte anschließend zum ersten Mal und ersetzte Hunt durch Tim Borowski (62.). Hochkarätige Tor-Gelegenheiten der Grün-Weißen blieben zunächst Mangelware. Zwar versuchte es Pizarro in der 69. Minute mit einem Schuss, diesen setzte der Peruaner allerdings über den FCA-Kasten.

60 Sekunden später blitze erneut die Genialität von Marin auf, als er die Augsburger Abwehr aushebelte und den Ball zu Özil beförderte. Özill versuchte zwar, der Kugel mit dem linken Außenrist noch den nötigen Drall zu geben, setzte das Spielgerät dann aber letztendlich doch am Tor vorbei.

Almeida für Özil eingewechselt

In der 75. Minute nahm Schaaf Nationalspieler Özil dann vom Feld und brachte stattdessen Hugo Almeida. Fünf Minuten später besaß der Portugiese dann seine erste Tor-Chance, verzog aber knapp. Auf der anderen Seite wurde dann noch mal der FCA gefährlich, als sowohl Fritz als auch Wiese einen Eckball verpassten. Aber auch Thurk kam nicht mehr rechtzeitig an den Ball.

In der 84. Minute dann die Entscheidung für Werder: Ein schnell ausgeführter Freistoß von Frings fand Pizarro, der die Unaufmerksamkeit der Augsburger Hintermannschaft ausnutzte und eiskalt zum 2:0 für die Bremer einschob. Jentzsch war ohne Chance.

Mit diesem Sieg gegen Augsburg ist das Ticket für die Europa League aus Werder-Sicht so gut wie gebucht. Im zweiten Halbfinale stehen sich am Mittwoch Bayern München und Schalke 04 gegenüber und da beide Klubs wohl im kommenden Jahr in der Champions League (-Qualifikation) antreten, wären die Grün-Weißen als Finalist sicher international dabei.

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