Werder Bremen Fehlende Freigabe verhindert Wesleys Einsatz

Bremen. Werder Bremens Neuzugang Wesley ist heute im Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln noch nicht spielberechtigt. Die entsprechenden Papiere seines bisherigen Vereins FC Santos lagen den Bremern bis zum entscheidenden Zeitpunkt nicht vor.
28.08.2010, 08:17
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Fehlende Freigabe verhindert Wesleys Einsatz
Von Oliver Matiszick

Bremen. Wesley hatte seine Sache gut gemacht. Er hatte zwar nicht geglänzt in Werders Abschlusstraining, aber das hatte niemand getan, weil die Umstände - ein vom Dauerregen aufgeweichter, rutschiger Boden - preisverdächtigen Fußball wirksam zu verhindern wussten. Doch Wesley hatte durch ein Tor in diesem ansonsten torarmen letzten Trainingskick vor dem Bundesliga-Heimauftakt gegen den 1. FC Köln (heute, 15.30 Uhr) auf sich aufmerksam gemacht. Sprechen mochte der Neuzugang aus Brasilien darüber hinterher nicht. Und auch über nichts anderes. Keine Spur mehr von der Strahlemann-Laune an den Tagen zuvor. Die Begründung dafür lieferte sein Trainer kurz darauf nach: Wesley ist doch noch nicht spielberechtigt.

Es war die Überraschung des Tages - und zwar eine der bösen Sorte. Dass auch bei Werder niemand mit dieser Entwicklung gerechnet hatte, zeigte sich daran, dass der Spieler selbst seit seiner Vorstellung am Mittwoch seine Hoffnung, vom Trainer schon bei der ersten Gelegenheit aufgestellt zu werden, immer wieder betont hatte - und Thomas Schaaf wiederum, zwar die ersten Eindrücke abwarten wollte, der Idee von einem Wesley-Einsatz gegen Köln aber auch am Donnerstag noch durchaus zugetan schien. Doch all das hatte sich gestern Mittag um zwölf Uhr erledigt - bis dahin hätte Wesley auf der Transferliste stehen müssen, um die Spielberechtigung noch für die Partie gegen Köln zu erhalten. Der formaljuristische Akt scheiterte an der Freigabe des Mittelfeldspielers aus Brasilien - die entsprechenden Papiere seines bisherigen Vereins FC Santos lagen den Bremern bis zum entscheidenden Zeitpunkt nicht vor.

Dabei hat Wesley sich in Brasilien schon vor einer Woche in Richtung Bremen verabschiedet, wo er mit Datum Montag, 23. August, offiziell auch als Lizenzspieler geführt wird. Dass aber die entscheidenden Papiere noch fehlen, wirft automatisch Fragen nach der Wasserdichte eines Transfers auf, dem ohnehin ein zähes Ringen über Wochen vorangegangen war. Dass die Verpflichtung des 23-Jährigen in irgendeiner Form doch noch gefährdet sein könnte, weist Klubchef Klaus Allofs aber entschieden zurück. "Sorgen muss man sich allein darum machen, wie woanders gearbeitet wird...", sagt er. Da in den Transfervereinbarungen zwar tatsächlich noch Detailfragen offen, diese aber "unerheblich" gewesen seien, "gibt es keine logische Erklärung" für die Hängepartie. Außer vielleicht, dass die neue Santos-Führung überfordert war. "Wesley war erst der zweite große Transfer für sie", sagt Allofs. Den Eingang der fehlenden Papiere erwartet er möglicherweise noch heute, "nur nützt es uns da nichts mehr für das Köln-Spiel".

In dem muss Werder nun auch ohne Verstärkung durch Wesley an einer Art Trendwende arbeiten. Denn wenn es sich nach vier Pflichtspielen überhaupt schon ziemt, einen Werder-Trend ausmachen zu wollen, dann lautet er so: uneinheitlich. Das Repertoire der Auftritte deckte so ziemlich die gesamte Bandbreite von grauenhaft (in Hoffenheim) bis überzeugend (Hinspiel gegen Genua) ab. Die Mischform all dessen, das Rückspiel bei Sampdoria am Dienstag, ist nun die Basis, auf der aufgebaut werden soll. "Ich hoffe, dass das, was wir dort zum Abschluss erlebt haben, nun gegen Köln von Anfang an klappt", sagt Trainer Schaaf. Nachtrag: "Und dass wir vielleicht auch mal für ein langweiliges Spiel sorgen..." Der verkorkste Auftakt vor einer Woche erfordert drei Punkte als Gegenreaktion, notfalls eben auch völlig humorlose drei Punkte. Aufregung haben sie ja erst einmal genug gehabt. Erst gestern wieder.

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