Werders Frauen scheiden im DFB-Pokal aus

Ärger über drei Elfmeter

Werders Fußballerinnen haben den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals verpasst. 0:5 verlor das Team von Carmen Roth am Sonntag gegen Essen. Die Trainerin haderte vor allem mit der Schiedsrichterin.
03.12.2017, 21:22
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Ärger über drei Elfmeter
Von Marlo Mintel
Ärger über drei Elfmeter

Werders Frauen sind am Sonntag ausgeschieden.

nordphoto

Bremen. Carmen Roth war sauer. Sauer auf Laura Duske. „Ich beschwere mich nicht häufig über Schiedsrichter. Aber das war heute nicht ihre beste Leistung“, sagte Werders Trainerin am Sonntag nach der 0:5-Heimniederlage (0:2) ihrer Mannschaft im DFB-Pokal gegen die SGS Essen. Duske zeigte dreimal auf den Punkt – für die Gäste. Den ersten Strafstoß gab sie bereits in der zehnten Minute, den Essens Turid Knaak verwandelte. Der Pfiff sei zum „ungünstigsten Zeitpunkt“ gekommen, sagt Roth. „Für mich war das kein klarer Elfmeter. In der ersten Halbzeit hat die Schiedsrichterin das Spiel entschieden.“

Dabei hatte sich ihr Team für die Achtelfinal-Begegnung auf Platz 11 viel vorgenommen. Aus einer kompakten Defensive heraus und durch gezieltes Pressing wollten die Bremerinnen Essen vor Probleme stellen. Der Beginn aber gehörte den Gästen. Essen hatte deutlich mehr Ballbesitz und ein gezielteres Passspiel. Die erste große Chance vergab Jana Feldkamp (5.) freistehend aus rund sieben Metern knapp über das Werder-Tor. Beim viel diskutierten Strafstoß (11.) war Werders Torhüterin Anneke Borbe chancenlos. Eine Reaktion der Bremerinnen blieb zunächst aus, Essen drängte auf den nächsten Treffer. Vor allem auf den Außen durch Lea Schüller und Irini Ioannidou bereiteten sie den Gastgeberinnen immer wieder Schwierigkeiten.

Die nächsten großen Torchancen gehörten aber Werder. Erst probierte es Stürmerin Cindy König, deren Schuss von einer SGS-Verteidigerin vor der Linie geklärt wurde (20.). Anschließend scheiterte Pia Wolter mit einem Volley an Lisa Weiß im Essener Kasten. Danach kontrollierte Essen zunehmend die Partie. Erst vergab Knaak (25.) aus aussichtsreicher Position, kurz danach scheiterte Essens Top-Torjägerin Linda Dallmann (29.) an der glänzend parierenden Borbe.

Vielleicht mit den Gedanken schon in der Kabine, kassierte Werder das 0:2 (45.) kurz vor der Pause. Zunächst konnte Borbe den Schuss von Ioannidou noch parieren, den Abpraller versenkte Lea Schüller mühelos im Bremer Kasten. Auf der Haupttribüne schrieben einige Zuschauer das Heimteam in der Halbzeit schon ab. „Vor drei Wochen war das noch eine Partie auf Augenhöhe. Heute ist das viel zu passiv“, sagte ein Werder-Fan. In der Bundesliga trennten sich beide Teams in Bremen noch torlos voneinander. Beide Spiele könne man nicht miteinander vergleichen, sagte Carmen Roth. „Da hat auch eine andere Schiedsrichterin gepfiffen.“

Diese sah ein Foulspiel von Werders Katharina Schiechtl (50.) und gab kurz nach der Pause den nächsten Strafstoß. Wieder zum Unmut von Carmen Roth: „Wir haben uns in der Halbzeit viel vorgenommen. Bekommen dann den nächsten Elfmeter, der eigentlich auch keiner war.“ Ioannidou verwandelte den Elfmeter, wie auch den dritten der Partie (63.).

Nicht nur Roth haderte mit Schiedsrichterin Laura Duske – auch Cindy König. „An den Elfmetern mag ich heute zweifeln. Das war mit ausschlaggebend.“ Die Stürmerin musste eine Schrecksekunde (59.) verkraften, als sie nach einer Grätsche einer SGS-Verteidigerin kurz vor dem Essener Sechzehner am Fuß getroffen wurde und liegen blieb. Der Pfiff der Unparteiischen blieb aus. „Wenn man solche drei Elfmeter gibt, kann man da auch Freistoß pfeifen“, beschwerte sich König. Im Hinblick auf das wichtige Bundesliga-Spiel am kommenden Sonntag gegen Köln nahm Roth („Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel für uns“) die Stürmerin vom Feld. Auch König selbst richtete bereits den Blick auf die Partie gegen die punktgleichen Rheinländerinnen. „Wir müssen den Pokal jetzt abhaken. Heute war einfach nicht unser Tag.“

Für die rund 20 mitgereisten Anhänger aus Essen schon. Sie hatten am ersten Advent allen Grund zur Freude. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, sangen sie im Gästeblock und bejubelten den 5:0-Endstand durch Nationalspielerin Linda Dallmann (70.). Essen habe verdient gewonnen, resümierte Roth. „Klar sind fünf Tore zu viel. Aber wir waren nicht chancenlos.“

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