Alianz-Frauen-Bundesliga

Bereit für ein dreckiges Spiel

Werders Frauen empfangen den Tabellennachbarn 1.FC Köln. Wer dieses Spiel verliert, droht den Anschluss zu verlieren.
10.12.2017, 00:00
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Von Stefan Freye
Bereit für ein dreckiges Spiel

Sie erwartet mit ihrer Mannschaft an diesem Sonntag auf Platz 11 einen Gegner, der „sehr aggressiv und leidenschaftlich“ auftreten wird: Carmen Roth, Trainerin der Werder-Frauen.

Oliver Baumgart (hansepixx.de)

Sie sind irgendwie mittendrin und auch dabei: Das gesicherte Mittelfeld der 1. Bundesliga ist für die Fußballerinnen des SV Werder (9.) und des 1. FC Köln (10.) angesichts eines Rückstandes von sieben Punkten relativ weit entfernt. Dem ersten Abstiegsplatz haben die beiden punktgleichen Teams allerdings auch fünf Plätze voraus.

Man könnte fast behaupten, sie tragen gerade ihren eigenen Wettbewerb aus. Und nun kommt es zum direkten Duell: An diesem Sonntag tritt Werder auf Platz 11 gegen die Kölnerinnen an. „Ein wichtiges Spiel“, sagt Carmen Roth, die Bremer Trainerin.

Wer gewinnt, macht einen großen Schritt in Richtung der derzeit noch recht sorglosen Konkurrenz. Der Sieger dieses Duell würde sein Konto auf neun Punkte aufstocken, könnte damit also ein gutes Stück heranrücken an den achten Tabellenplatz, aktuell belegt vom SC Sand (13 Punkte).

Der Verlierer müsste dagegen befürchten, dass der Tabellenelfte USV Jena (1 Punkt) ihm vor der Winterpause doch noch irgendwie nahe kommt. „Es geht für beide Mannschaften um viel“, sagt Carmen Roth. Sie erwartet deshalb auch keine Fußballkunst von dieser Partie. Sie erwartet ein „dreckiges Spiel“ – mit einem Gegner, der „sehr aggressiv und leidenschaftlich“ antreten wird.

Hinter dem 1. FC Köln liegen jedenfalls recht erfolgreiche Wochen. Zwar blieb der Gast in den Heimspielen gegen Potsdam (0:8) und Sand (1:2) zuletzt ohne Punktgewinn. Zuvor hatte er die Duelle mit den Kellerkindern aus Jena und Duisburg aber jeweils 1:0 gewonnen. Die Bremerinnen sind dagegen seit sechs Partien ohne Sieg, sammelten lediglich zwei Punkte aus diesen Spielen.

"Wir wissen, woran es gelegen hat"

Am vergangenen Wochenende kassierten sie zudem die herbe 0:5-Pokalpleite gegen die SGS Essen. „Aber wir wissen, woran es gelegen hat“, verspricht Carmen Roth eine gelungene Verarbeitung der höchsten Saisonniederlage. Es ging dabei mal wieder um die viel zitierten „100 Prozent“. Weil ihre Mannschaft nicht ans Limit gegangen war, habe der Gegner Freiräume besessen, erklärt die Trainerin. „So haben wir sie ins Spiel kommen lassen.“

Sie ist sich aber sicher, dass ihr Team nun präsenter auftreten wird: „Und wenn wir spielen, was wir können, dann haben wir gegen Köln auch gute Möglichkeiten.“ Allerdings: In einem Spiel von so großer Bedeutung für die kommenden Wochen wird es nicht nur um Engagement und Einsatzbereitschaft gehen. Es geht in diesem Duell auch um die psychologischen Aspekte des Fußballs. „Der Kopf entscheidet dieses Spiel. Aber auch mental sind wir stark genug“, betont die Werder-Trainerin.

Ihr stehen bis auf Lena Pauels und Jessica Golebiewski, beide Langzeitverletzte, alle Spielerinnen zur Verfügung. Damit besitzt Carmen Roth einige Optionen, ihr Team zu verändern und den Gegner zu überraschen. Sie hält es auch für möglich, dass Werder mit einer etwas anderen Startelf antreten wird. Doch verraten möchte die Trainerin natürlich nichts, und Umstellungen im großen Stil sind sowieso nicht zu erwarten. „Wir werden unserer Linie treu bleiben“, sagt Roth.

Es muss ja auch nicht alles auf den Kopf gestellt werden, nur weil es gegen den direkten Konkurrenten geht. Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln werden am Ende auch nur drei Punkte vergeben. „Wir sollten es nicht wichtiger machen, als es eh schon ist“, findet Carmen Roth.

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