Werders Frauen

Das etwas wichtigere Spiel

Werders Frauen kämpfen in der Bundesliga um den Klassenerhalt, im Heimspiel gegen den USV Jena kann das Team am Sonntag nun einen direkten Konkurrenten auf Distanz halten.
25.02.2018, 08:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye
Das etwas wichtigere Spiel

Marie-Louise Eta.

nordphoto / Rauch und nordphoto, nordphoto

Lediglich zwölf Teams treten in der 1. Fußball-Bundesliga der Frauen an. Angesichts dieses überschaubaren Feldes hat natürlich jedes Spiel in dieser Klasse eine gewisse Bedeutung. Aber das Heimspiel des SV Werder gegen den USV Jena an diesem Sonntag (14 Uhr) ist zweifellos noch ein bisschen wichtiger als die anderen Partien der Bremerinnen. „Es ist schon richtungsweisend“, sagt Lena Hausicke. Die Angreiferin kann schließlich die Tabelle der Spielklasse lesen. Dort steht es: Werder sammelte bislang zehn Punkte und hat sich damit um sechs Zähler vor den beiden Abstiegsplätzen abgesetzt. Die werden eingenommen vom Schlusslicht MSV Duisburg (drei Punkte) und eben dem USV Jena (vier). Da kann man schon mal auf den richtungsweisenden Charakter der Partie hinweisen.

„Mit einem Erfolg könnten wir einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt weiter auf Distanz halten“, sagt auch Carmen Roth. Die Trainerin folgert daraus: „Für uns zählt nur ein Sieg.“ Die Vorschau auf das Duell des Tabellenneunten gegen den Elften ist eben auch ein Beleg für die Entwicklung, die Werder in den vergangenen Jahren gemacht hat. Vor zwei Jahren, in der ersten Aufstiegssaison, hatten die Bremerinnen noch von Beginn an um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze gekämpft – um dann irgendwann im Frühjahr festzustellen, dass es nicht reichen würde für den Klassenerhalt.

Die zweite Spielzeit in der 1. Liga verläuft anders, ganz anders. Es würde wohl kaum überraschen, wenn die Bremerinnen ihren neunten Rang bis zum Schluss verteidigen sollten. Sie wären dann ein Team aus dem Mittelfeld, das gelegentlich mal ein bisschen aufpassen musste auf den Abstand zu den Kellerkindern. Sie hätten mit dem Absteiger der Saison 2015/2016 aber nichts mehr zu tun. „Die Mädels strotzen vor Selbstbewusstsein“, sagt Carmen Roth. Aber „überziehen“ würde die Mannschaft nicht.

Die gute Mischung zwischen Respekt vorm Gegner und den Glauben an die eigene Stärke tut Werder offenbar gut. Das letzte Bundesliga-Heimspiel gegen den Tabellennachbarn 1. FC Köln (10.) war angesichts des 7:0-Erfolgs schon zu einer kleinen Demonstration der Stärke geraten. Das 2:2 beim SC Sand zum Jahresauftakt am vergangenen Wochenende verlief auch nicht gerade schlecht. Allerdings verbuchte der aktuelle Gegner zuletzt ebenfalls ein Erfolgserlebnis. Der USV Jena, eine Woche vor Werder gestartet, sicherte sich beim 3:0 über den MSV Duisburg nämlich den ersten Saisonsieg. Am vergangenen Wochenende kehrte dagegen schon wieder Tristesse ein, verlor Jena doch mit 0:5 gegen Turbine Potsdam.

„Dieses Spiel hat gezeigt, dass wir keine Angst haben müssen“, findet Carmen Roth. Sie muss zwar nach wie vor auf die Langzeitverletzten Lena Pauels und Jessica Golebiewski verzichten. Dafür kehrte aber Cindy König nach muskulären Problemen in der Vorwoche in den Kader zurück. Für Carmen Roth ist es wichtig, auf eine weitere Offensivkraft setzen zu können. Die Trainerin findet nämlich, ihre Mannschaft sei im Angriff mittlerweile „nicht mehr so ausrechenbar wie in der Hinrunde“. Gut ein halbes Dutzend Kickerinnen streitet sich derzeit um die nominell vier Sturmpositionen – eine komfortable Situation, die nun der USV Jena spüren soll.

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