Werder-Frauen holen den Titel

Der grün-weiße Party-Bus

Werder Bremens Fußball-Frauen haben sich nach dem Aufstieg auch den Titel in der 2. Bundesliga-Nord gesichert. Gegen den VfL Wolfsburg II gab es einen deutlichen Sieg.
21.05.2017, 15:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Der grün-weiße Party-Bus

Die Spielerinnen des SV Werder Bremen präsentieren die Meisterschale.

Hansepixx

Werder Bremens Fußball-Frauen haben sich nach dem Aufstieg auch den Titel in der 2. Bundesliga-Nord gesichert. Gegen den VfL Wolfsburg II gab es einen deutlichen Sieg.

Eine halbe Stunde nach Spielschluss kam es auf die Zugehörigkeit zu einem Team nicht mehr an. Rund 30 Fußballerinnen versammelten sich auf Platz 11 zu einer Polonaise und sangen „grün-weißer Party-Bus“ dazu. Sie hatten sich einfach vermischt, die Kickerinnen des SV Werder Bremen und des VfL Wolfsburg II.

Aber das war auch okay so: Grün-weiß sind nun mal beide Teams, und zu feiern gab es ja auch auf jeder Seite etwas. Denn die junge Wolfsburger Mannschaft hatte bereits vor diesem Spiel als Vizemeister der 2. Bundesliga Nord festgestanden, und Werder sicherte sich mit dem vorausgegangenen 3:1 (1:0)-Erfolg über die Niedersachsinnen endgültig die Meisterschaft.

„Ich bin einfach unglaublich stolz, verdienter kann man nicht gewinnen“, meinte Giovanna Hoffmann. Die Stürmerin brachte zum Ausdruck, was alle dachten, selbst die neutralen Zuschauer.

"Das war sehr souverän"

Denn auch Sabine Mammitzsch, die zuvor gemeinsam mit BFV-Präsident Björn Fecker die Meisterehrung vorgenommen hatte, fand nur lobende Worte für den Titelträger „Das war sehr souverän“, sagte die Spielleiterin der 2. Liga.Sie kennt sich aus im Frauenfußball, weiß, was auf den Plätzen los ist. „Die taktischen und technischen Fähigkeiten“ der Bremerinnen hatten es ihr besonders angetan.

Zudem gab Werder auch ein Beispiel für unbedingten Erfolgswillen. Denn eigentlich hatte das Team das ganz große Ziel mit dem Aufstieg bereits erreicht. „Aber uns war es sehr wichtig, die Saison mit der Meisterschaft abzuschließen“, begründete Spielführerin Marie-Louise Eta den engagierten Auftritt, während im Hintergrund gejubelt wurde.

Den Applaus hatte es bereits zur Pause gegeben. Weil Werder mit Beginn der Partie nie einen Zweifel daran gelassen hatte, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Fast schien es sogar, als ob der Gastgeber darauf aus sei, den Gegner zu überrennen.

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Bereits in der ersten Viertelstunde hatten sich zahlreiche Szenen im Strafraum des VfL II abgespielt. Weil der Gast auf die Überlegenheit mit einer massiven Defensive reagierte und es Werder gelegentlich noch an der nötigen Präzision mangelte, blieben große Torchancen zunächst Mangelware.

Die Ausnahme: Als Katharina Schiechtl auf Giovanna Hoffmann ablegte, kam die Stürmerin aus sechs Metern freistehend zum Abschluss, jagte den Ball allerdings über das Wolfsburger Gehäuse (9.). Erst zur Mitte der ersten Halbzeit drosselte Werder das Tempo ein wenig, und so entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, die sich weitgehend zwischen den Strafräumen abspielte.

Insofern lag der Führungstreffer der Bremerinnen nicht unbedingt in der Luft, verdient war er allerdings schon. Zudem gelang Verena Volkmer zweifellos ein schönes Tor, als sie kurz vor der Halbzeit im Fallen aus 14 Metern zum 1:0 traf. „Die Nervosität hat am Anfang mitgespielt“, bekannte Eta später.

"Keine Spur von Lässigkeit"

Doch mit der Führung kam immer mehr Sicherheit ins Bremer Spiel, und deshalb sollte es im zweiten Durchgang nicht lange dauern, ehe eine Vorentscheidung fiel: Einmal mehr hielt die lange Katharina Schiechtl ihren Kopf hin und verlängerte den Freistoß von Nina Lührßen zum 2:0.

Abschied mit Schale: Für Trainer Steffen Rau war es das letzte Spiel.

Abschied mit Schale: Für Trainer Steffen Rau war es das letzte Spiel.

Foto: Hansepixx

Eine leistungsgerechte Führung, die nicht einmal in Gefahr geriet, als der VfL eine Viertelstunde vor dem Ende durch Jasmin Sehan zum Anschluss kam. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie souverän Werder durch diese Saison gegangen ist, so folgte der nämlich auf dem Fuß:

Nicht etwa die Wolfsburgerinnen, die auf Verstärkung aus dem Bundesligakader verzichtet hatten, bliesen nun zur Offensive. Es war vor allem der Gastgeber, der den Weg zum Tor suchte. Durch Giovanna Hoffmann gelang den Grün-Weißen schließlich auch das letzte Tor des Tages.

„Keine Spur von Lässigkeit“, fand Werder-Coach Steffen Rau später. Er war wohl der einzige, der sich nicht uneingeschränkt freuen konnte. Schließlich wird der Trainer den Verein nun verlassen. Aber auch Rau wurde gefeiert, mit zahlreichen Sprechchören von seinem Team und den Fans. Und am Abend war er natürlich auch dabei, als der grün-weiße Party-Bus seine Fahrt ohne Wolfsburger Beteiligung fortsetzte.

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