Frauen-Fußball-Bundesliga Leichter wird’s nicht

Werders Damen hatten alle Chancen, das Spiel gegen Frankfurt nicht zu verlieren. Am Ende aber kassierten sie eine unnötige Niederlage.
29.04.2018, 19:17
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Das Warten geht weiter. Bei der 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen den 1. FFC Frankfurt blieben die Fußballerinnen des SV Werder auch im sechsten Spiel des Jahres sieglos. „Wir sind mit dem Ziel ins Spiel gegangen, die Null zu halten und zu punkten, was durchaus möglich gewesen wäre“, kommentierte Werder-Trainerin Carmen Roth die erneute Pleite – die Enttäuschung war groß.

Rund zehn Minuten hatte es auch so ausgesehen, als ob die Bremerinnen das Spiel offen gestalten könnten. Sie suchen den Weg nach vorn, und Verena Volkmer gelang sogar ein Abschluss aus 14 Metern, der allerdings zu einer sicheren Beute von FFC-Keeperin Bryane Heaberlin wurde (4.). Nach dem mutigen Beginn des Gastgebers sollte sich die individuelle Klasse der Frankfurterinnen allerdings schon bald durchsetzen.

Fortan verlief das Spielgeschehen vorwiegend in Richtung des Bremer Tores. Der Gast spielte kurze Pässe, lange Pässe, er variierte das Tempo und versuchte es mit Kombinationen. Das sah schon recht gut aus, was die Frankfurterinnen auf die Beine stellten. Allerdings gelang es ihnen nur selten, bis in den Strafraum vorzudringen. Zwei Schüsse von Kumi Yokoyama (13., 15.) markierten die einzigen Abschlüsse des Tabellensechsten in den ersten 40 Minuten.

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Das war eine recht magere Ausbeute – die sich nur mit einer richtig guten Bremer Defensive begründen ließ. Zwar fand Werder in der Offensive so gut wie gar nicht mehr statt, lieferte aber eine Abwehrleistung, die die Möglichkeiten des Gegners deutlich einschränke. Trotz der engen Räume und einer großen Laufbereitschaft ließ sich diese eine gute Chance des FFC allerdings nicht verhindern.

Kurz vor der Halbzeit stand Marith Prießen nach einem Freistoß von Jackie Groenen vier Meter vor dem Tor völlig frei, scheiterte mit ihrem Kopfball aber an der stark reagierenden Lena Pauels (41.). Zur Pause hätte also ein sehr positives Fazit gezogen werden können, schließlich hatte Werder sich angesichts der engagierten Leistung alle Optionen für die zweite Hälfte bewahrt.

Doch mit dem Halbzeitpfiff sollte noch eine Hiobsbotschaft folgen: Katharina Schiechtl, in Vertretung von Marie-Louise Eta mit dem Kapitänsamt versehen, musste den Platz mit einer Kopfverletzung verlassen und wurde ins Krankenhaus gefahren. Das war sicher ein Schock – der sich zunächst allerdings nicht auswirken sollte.

Berechtigte Zweifel an einer Aufholjagd

Denn parallel zum ersten Durchgang begann Werder auch zu Beginn der zweiten Halbzeit mit Schwung und suchte mutig den Weg nach vorn. Allein: Wie in den 45 Minuten zuvor kam nichts dabei heraus, und zudem war die ordentliche Phase denn auch schon bald wieder vorbei. Sie wurde erneut abgelöst von einer Frankfurter Offensive, die nun auch bald belohnt wurde.

Wieder hatte Werder nach einem Freistoß die Spielführerin des Gegners aus den Augen verloren, und diesmal traf Marith Prießen aus sechs Metern mit dem Fuß zum Tor des Tages. Das musste nichts bedeuten angesichts der noch ausstehenden Spielzeit. Wer die Bremer Offensive in der ersten Stunde verfolgt hatte, musste aber berechtigte Zweifel an einer Aufholjagd haben.

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„Eine Leistungssteigerung war zu sehen, auch die Willensstärke war da, aber nach vorn fehlt es dann“, kommentierte Birte Brüggemann später die Niederlage. Die Abteilungsleiterin zeigte sich enttäuscht: „Frankfurts Torfrau hat eigentlich nicht einen Ball zu halten gehabt.“ Eine treffende Analyse, die angesichts des Rückstandes noch ein bisschen bitterer war. Tatsächlich geriet das FFC-Tor auch in der letzten halben Stunde nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Dabei lieferte der Gast eine ordentliche, aber keineswegs übermächtige Vorstellung ab. Man konnte sich schon vorstellen, warum dieser FFC Frankfurt vor dem Spiel in Bremen vier Partien lang ohne Sieg geblieben war. „Es war ein Gegner, gegen den man punkten kann“, meinte Birte Brüggemann. Bereits an diesem Mittwoch (17 Uhr) tritt das Team erneut in der 1. Bundesliga an. Zu Gast in Bremen ist dann der VfL Wolfsburg, der Spitzenreiter. Leichter wird es also nicht werden.

Weitere Informationen

Werder Bremen: Pauels - Wolter , Ulbrich, Scholz, Tóth - Angrick (63. Clausen), Hausicke - Schiechtl (45. König), Goddard (75. Gieseke), Lührßen - Volkmer

1. FFC Frankfurt: Heaberlin - Sandvej, Hendrich, Gidion, Yokoyama (68. Munk), Kleinherne, Schmidt, Prießen, Groenen, Hechler, Pawollek

Tore: 0:1 Prießen (58.)

Schiedsrichterin: Derlin (Dahme)

Zuschauer: 306

Gelbe Karten: Hausicke / -

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