Trotz Niederlage Lob für Werder-Fußballerinnen

Der Plan ist aufgegangen: Mit einer verstärkten Defensive trat Werders 1. Frauen zum ersten Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg an – und landete angesichts der 0:2 (0:2)-Niederlage zumindest ein achtbares Ergebnis.
07.09.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Der Plan ist aufgegangen: Mit einer verstärkten Defensive trat Werders 1. Frauen zum ersten Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg an – und landete angesichts der 0:2 (0:2)-Niederlage zumindest ein achtbares Ergebnis. „Man ist nie mit einer Niederlage zufrieden, aber mit dieser können wir sehr gut leben“, fasste Trainer Steffen Rau seine Sicht der Dinge zusammen.

Er hatte auf die deutliche Außenseiterrolle seiner Mannschaft reagiert und in Cindy König und Maren Wallenhorst gleich zwei Stürmerinnen auf Bank beordert. Sie wurden im Vergleich zur Startelf vom 6:2 gegen den 1. FC Köln durch Lisa-Marie Scholz und Gabriela Toth ersetzt. In Scholz, sie feierte in Wolfsburg ihr Saisondebüt nach einem mehrmonatigen USA-Aufenthalt, stand also wieder die langjährige Abwehrchefin in der Startelf. Auch Zugang Toth ist eher für ihre Defensivqualitäten bekannt. Für Steffen Rau war diese Ausrichtung „logisch: Es ging ja nicht darum, in Wolfsburg mitzuspielen und am Ende einen auf die Mütze zu kriegen.“ Nein, darum ging es angesichts der Qualitäten dieses Gegners nicht.

Einer auf Torsicherung bedachten Bremer Mannschaft sollte es dagegen gelingen, die Gastgeberinnen möglichst schon weit vor der Gefahrenzone zu stoppen. Das klappte zumindest in der ersten halbe Stunde dieses Duells relativ gut. Die Schussmöglichkeit für Nationalstürmerin Alexandra Popp, die aus 14 Metern verzog, stellte in der Anfangsphase eher eine Ausnahme dar. Nachdem eine halbe Stunde gespielt war, schlug es trotzdem im Tor der Bremerinnen ein: Nach einer Flanke von Popp war Babett Peter mit dem Kopf zur Stelle – 1:0 für Wolfsburg. Vielleicht zeigte sich in der Phase kurz vor dem Wechsel auch die eigentliche Klasse des Gastgebers. Die Wolfsburgerinnen schienen zu spüren, dass Werder mit einer gewissen Verunsicherung auf den Rückstand reagierte, und das nahm der VfL zum Anlass, noch einmal richtig Fahrt aufzunehmen. Als Alexandra Popp ein gutes Auge bewies und Lara Dickenmann im Strafraum freispielte, war es schließlich soweit: Denn mit dem 2:0, erzielt aus kurzer Distanz, war die bereits vor der Pause recht einseitige Partie vorentschieden. Daran hätte wohl auch ein Anschlusstreffer nichts geändert. Möglich wäre er allerdings gewesen. Denn als Stefanie-Antonia Sanders kurz vor der Pause allein vor Almuth Schult auftauchte, musste die VfL-Keeperin schon ihr ganzes Können aufbieten, um das 1:2 zu verhindern (44.).

Trotz dieses offensiven Highlights gingen die Bremerinnen mit einem ebenso respektablen wie verdienten Rückstand in die Pause – schließlich hatte Alexandra Popp mit dem Halbzeitpfiff eine weitere gute Möglichkeit vergeben. In der Kabine gab es eine Menge Lob vom Trainer für den Auftritt seiner Mannschaft. Aber Steffen Rau ist ein erfahrener Übungsleiter, und deshalb wusste er, worauf es nach dem Wechsel ankommen würde. „Es ist wichtig, dass man nicht nur 50, 60 Minuten gut steht“, so der Werder-Coach.

Nach der Partie konnte er zufrieden feststellen, dass seine Mannschaft ihren Stil „komplett durchgezogen“ hatte. Zwar besaß der VfL Wolfsburg noch die ein oder andere Möglichkeit, und auch Werder war dem gegnerischen Gehäuse dank zweier Fernschüsse von Marie-Louise Eta zumindest ein bisschen nahe gekommen. Doch insgesamt passierte nicht mehr viel, und das lag vor allem an der engagierten Bremer Deckung, die hin und wieder allerdings auch das nötige Glück hatte.

„Es war klar, dass auf uns ein schwerer Brocken warten und wir genug Gelegenheit bekommen würden, unser Spiel gegen den Ball zu verbessern“, sagte Rau augenzwinkernd. Über den Auftakt mit drei Punkten aus zwei Partien wollte der Trainer sich ebenso wenig beschweren wie seine Spielführerin. „Wir haben nach den ersten beiden Spieltagen einen ordentlichen Start hingelegt, auf den wir für die nächsten Partien aufbauen können“, so Marie-Louise Eta. Ihr macht der Auftritt in Wolfsburg trotz der eher einseitigen Ausrichtung Mut für die kommenden Aufgaben: „Wir wollen unbedingt mit breiter Brust auftreten.“

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