Werders Stefanie-Antonia Sanders

Mit 17 schon in der Bundesliga

Sie gehört zu den jüngsten in Werders Frauen-Team, ist aber als Torjägerin gefragt: Mit gerade einmal 17 Jahren spielt Stefanie-Antonia Sanders schon in der Bundesliga.
13.11.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Über dieses Fußballspiel muss man eigentlich nicht viele Worte verlieren. „Es ist wichtig, jetzt Punkte zu sammeln“, sagt Stefanie-Antonia Sanders vor der Heimpartie gegen Bayer Leverkusen (Sbd., 14 Uhr). Es gab eine Menge Beifall für ihr Team, die Frauen des SV Werder. Der Aufsteiger in die 1. Bundesliga schlug sich in den meisten Spielen beachtlich, hielt sogar gegen die Topteams mit.

Doch der Applaus allein nährte nicht das Punktekonto. Mit fünf Zählern belegt Werder derzeit den vorletzten Platz. Vom Schlusslicht, dem Mitaufsteiger 1. FC Köln, haben die Bremerinnen sich zwar abgesetzt, und vor den Grün-Weißen liegen gleich vier Mannschaften mit sieben Punkten gleichauf. Doch es wäre natürlich gut, wenn das Team von Stefanie-Antonia Sanders am 8. Spieltag endlich den zweiten Saisonsieg folgen ließe.

Von Soltau nach Bremen

„Wir müssen uns jetzt richtig anstrengen“, sagt die Stürmerin. Sie kennt sich aus damit, sie strengt sich bereits seit einigen Jahren richtig an. Anders hätte sie das auch gar nicht hinbekommen. Schließlich wurde das Talent am 12. Juni 1998 in Soltau geboren, aufgewachsen ist es im benachbarten Neuenkirchen. Dort gibt es natürlich einen Fußballverein, in dem Sanders bis 2012 auch dem Ball nachjagte. Aber eine Frauenfußball-Hochburg ist das kleine Örtchen am Rande der Lüneburger Heide nun nicht gerade.

Also stand bereits vor drei Jahren fest: Wenn Stefanie-Antonia Sanders den nächsten Schritt machen möchte, wenn ihre vorhandenen Anlagen tatsächlich auf die große Fußballbühne führen sollen, dann geht das nur in einem anderen Verein. Für eine Saison schloss sich die damals 13-Jährige der Spielgemeinschaft Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen an. Mehrfach in der Woche legte sie die rund 40 Kilometer zum Training zurück. Als Stefanie-Antonia Sanders sich ein Jahr später dem SV Werder anschloss, wurde es nur insofern besser, als der Verein sie mit einem Fahrdienst zum Training nach Bremen brachte. Einen Großteil ihrer Freizeit nahm jedoch nach wie vor die Pendelei ein. „Aber es hat sich gelohnt“, sagt die 17-Jährige.

Mit starken 31 Toren in 17 Spielen der B-Juniorinnen-Bundesliga avancierte sie zur erfolgreichsten Stürmerin der vergangenen Saison. In diesem Jahr, nach dem endgültigen Aufstieg in den Kader der 1. Frauen, gelangen Sanders gleich zur Saisonpremiere zwei Treffer beim 6:2 gegen den 1. FC Köln. „Ich bin echt zufrieden“, sagt Werders Nummer 20. Sie findet, die Teilnahme an der 1. Bundesliga sei „schon cool“. Ihre Schnelligkeit, eine gewisse Robustheit und vor allem ein effektiver Torabschluss zeichnen die beidfüßig starke Angreiferin aus. Dabei ist ihre Entwicklung noch längst nicht am Ende.

„Sie ist ein großes Talent und für ihr Alter auch schon recht weit“, sagt Birte Brüggemann. Aber die Abteilungsleiterin betont: „Die ersten Spiele in der Bundesliga haben gezeigt, dass es auch für sie ein großer Sprung ist und sie noch eine Menge lernen kann und muss.“ Stefanie-Antonia Sanders sieht es genauso. Spontan fällt ihr die noch fehlende Cleverness ein. Sie möchte lernen, sich besser auf das ungewohnte Niveau einzustellen und nicht mehr in alte Muster zurückfallen. „In der U17 konnte ich schon mal allein durchgehen“, sagt sie.

Vertrag bis 2017

Sanders wird die nächsten Schritte machen. Davon ist sie ebenso überzeugt wie von einer weiteren Entwicklung ihrer Mannschaft. Auf den angestrebten Klassenerhalt habe Werder jedenfalls „richtig gute Chancen“. Dafür würde der gute Teamgeist sprechen und auch, dass die Elf sich mittlerweile an die Liga gewöhnt habe. Nun müssen nur noch Punkte her – am besten schon gegen Leverkusen, den Tabellenneunten. Stefanie-Antonia Sanders macht sich auch keine allzu großen Gedanken über die eigene Zukunft. Bis 2017 ist die U19-Nationalspielerin ohnehin an Werder gebunden, und daran wird sich schon wegen des dann bevorstehenden Abiturs in Soltau nichts ändern. „Danach werde ich mal gucken“, sagt die Stürmerin.

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