Auswärtspartie im Süden

Mutig nach München

Zurück in die Heimat. Zwar wurde Carmen Roth in Pirmasens geboren, doch München ist für die Trainerin von Werders Fußballerinnen längst zu einer zweiten Heimat geworden. Nun gibt es das direkte Duell.
18.11.2017, 07:24
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Von Stefan Freye
Mutig nach München

Carmen Roth steht seit diesem Sommer bei Werder an der Seitenlinie.

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Carmen Roth fühlt sich wohl in München. Kein Wunder, war sie dort doch insgesamt 14 Jahre für den FC Bayern aktiv, zunächst als Spielerin und bis zu diesem Sommer auf der Bank der weiblichen U 17. Nun kehrt die 38-Jährige an die alte Wirkungsstätte zurück – mit ihrem neuen Team.

Was Carmen Roth dabei zuerst durch den Kopf geht? „Ich habe eine tolle Mannschaft und bin stolz, mit ihr in München anzutreten“, sagt die Werder-Trainerin. Nach all den Jahren im Süden verfügt die Neu-Bremerin über eine Menge Freunde und Bekannte in der bayerischen Landeshauptstadt. Sie pflegt diese Kontakte, tauscht sich regelmäßig aus und reist noch immer im Abstand von einigen Wochen für ein paar Tage nach München. „Jetzt freue ich mich, dass alle dort meine Mädels mal live sehen können“, so Roth.

Die Freude ist umso größer, da sie überzeugt ist, mit einem konkurrenzfähigen Team anzutreten. Das war der Trainerin auch beim 0:0 gegen Essen am vergangenen Wochenende wieder bewusst geworden. In der Offensive war gegen die SGS zwar nicht alles nach Plan verlaufen. Aber das Spiel gegen den Ball, dieses aufopferungsvolle Engagement vor dem eigenen Strafraum, es imponierte Roth: „Wir haben nicht wie ein Aufsteiger gespielt, sondern wie eine Erstligamannschaft.“ Von Angst vor dem Gegner könne deshalb keine Rede sein.

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Dabei weiß die Werder-Trainerin allerdings auch sehr genau, an wen die Favoritenrolle geht in diesem Spiel. Die Münchnerinnen blieben in der vergangenen Saison zwar hinter dem VfL Wolfsburg zurück – zu den Topteams der Liga zählen sie aber nach wie vor. Der Meister von 2015 und 2016 belegt derzeit dann auch einen aussichtsreichen dritten Rang in der 1. Bundesliga, liegt mit 19 Punkten gleichauf mit dem Zweiten aus Wolfsburg und nur knapp hinter dem Spitzenreiter SC Freiburg (20). Mittlerweile spricht man auch von einem Bayern-Block in der Frauen-Nationalmannschaft: In Verena Faißt, Leonie Maier, Simone Laudehr, Melanie Leupolz sowie Mandy Islacker stehen gleich fünf Münchnerinnen im aktuellen Aufgebot der Auswahl, zudem musste Sara Däbritz lediglich verletzungsbedingt absagen. „Wir werden uns wehren“, verspricht Carmen Roth vor dem Duell mit dem Starensemble.

Dass Werder „defensiv kompakt“ antreten wird, ist angesichts der Ausgangslage keine große Überraschung. Aber auch den Weg nach vorn sollen ihre Spielerinnen suchen, denn die Trainerin fordert einen „mutigen Auftritt“. Obwohl das Spiel im Süden des Landes ausgetragen wird, dürfen die Bremerinnen dabei mit einer ordentlichen Unterstützung rechnen. Allein 100 Fans von Katharina Schiechtl haben sich aus Österreich angekündigt, um ihre Nationalspielerin anzufeuern. Am Ende kommt Werders Kickerinnen die Partie in der zweiten Heimat ihrer Trainerinnen womöglich wie ein Heimspiel vor – und wer weiß, wozu das dann gut ist.

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