Werders Zweitliga-Frauen

Sieg mit kleinem Makel

Der 3:1 (1:0)-Heimsieg über Turbine Potsdam II sicherte Werders Fußballerinnen den dritten Sieg im dritten Spiel der 2. Bundesliga Nord. Allerdings verwerteten die Bremerinnen zu wenig Chancen.
11.09.2016, 22:57
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Sieg mit kleinem Makel

Innenverteidigerin Katharina Schiechtl freut sich über ihr Tor zum 3:1-Endstand.

Dennis Gloth (hansepixx.de)

Bremen. Es läuft. Der 3:1 (1:0)-Heimsieg über Turbine Potsdam II sicherte Werders Fußballerinnen den dritten Sieg im dritten Spiel der 2. Bundesliga Nord.

Das Team von Stefan Rau sicherte sich damit nicht nur den zweiten Platz hinter dem ebenfalls noch ungeschlagenen VfL Wolfsburg II, sondern auch ein dickes Lob vom Trainer: „Was wir zurzeit spielen, ist schon sehr stark.“ Der Gastgeber trat so überlegen auf, dass sich das Resultat nur als schmeichelhaft für Turbines Bundesliga-Reserve bezeichnen ließ.

„Eigentlich geht so ein Spiel 5:0 oder 6:0 aus“, meinte Rau. Wobei der Trainer mit dieser Feststellung auch einen kleinen Ansatz zur Kritik verband. Denn zum einen hätte seine Mannschaft angesichts diverser Großchancen höher gewinnen müssen, und der Ehrentreffer der mit nur wenig Spielanteilen versehenen Potsdamerinnen wäre nun wirklich nicht nötig gewesen. Die „ein, zwei Fehler in der Abwehr und die Verwertung der Möglichkeiten“ trübte das Fazit des Trainers denn auch etwas. Nach den insgesamt überzeugenden Siegen gegen Bielefeld (4:1), in Gütersloh (5:1) und nun auch gegen Turbine Potsdam II blickte Rau aber ziemlich positiv auf den Saisonstart zurück: „Wir treten souverän auf und haben uns vor allem spielerisch entwickelt.“

Das sollte am Sonntag auch der Gast aus Brandenburg zu spüren bekommen. Bereits in der zweiten Minute war Cindy König mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze nur knapp gescheitert, eine Viertelstunde später wurde Reena Wichmann erst spät von der Potsdamer Abwehr gestoppt und scheiterte Stefanie Antonia Sanders im Nachschuss nur um wenige Zentimeter (17.). Bereits die Anfangsphase unterstrich also die Ambitionen der Grün-Weißen: Werder stand in der Defensive sicher und setzte den Gegner durch ein engagiertes Auftreten in der Offensive mächtig unter Druck – der Gast sollte gar nicht erst auf die Idee kommen, dass nach zwei Unentschieden ausgerechnet in Bremen der erste Saisonsieg möglich sein könnte.

"Das war von beiden echt stark"

Ein Fernschuss von Marie-Louise Eta, der nur knapp über den Querbalken strich, hatte bereits nach 20 Minuten das nächste Ausrufezeichen gesetzt. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Bremerinnen die Führung erzielen würden, und tatsächlich sollte es nicht mehr sehr lange dauern. Denn nur fünf Minuten später dribbelte sich Eta durch den Potsdamer Strafraum und legte überlegt ab auf Gabriella Toth, die zum 1:0 einschob. Werders Spielführerin hatte also großen Anteil am ersten Treffer ihrer Mannschaft. Es sei nicht seine Sache, einzelne Spielerinnen hervorzuheben, meinte Stefan Rau. Aber bei Marie-Louise Eta machte der Trainer dann ebenso eine Ausnahme wie bei Innenverteidigerin Katharina Schiechtl: „Das war von beiden echt stark.“

Während die Abwehrspielerin die Bremer Defensive organisiert und dabei viel Souveränität ausstrahlt, gilt Eta nach einem durchwachsenen Jahr in der 1. Bundesliga nun wieder als die zentrale Spielerin des Werder-Spiels. Es war also kein Wunder, dass die beiden herausragenden Kickerinnen auch für die Entscheidung sorgten: Ecke Eta, Kopfball der auch in der Offensive oft präsenten Schiechtl – und es stand 3:1.

Das war eine ziemlich gute Antwort auf den ziemlich unerwarteten Anschlusstreffer der Potsdamerinnen. Der Gast hatte kurz zuvor nämlich einen Fehler in der unsortierten Hintermannschaft ausgenutzt und durch Lidija Kulis zum 1:2 getroffen. Der Treffer von Reena Wichmann, die nach einer Ecke goldrichtig gestanden hatte und zum 2:0 abstaubte, büßte damit natürlich enorm an Geltung ein. „Nach dem zweiten Tor waren wir ein bisschen zu lässig“, bemängelte Rau später – einer von ganz wenigen kritischen Sätzen des Trainers.

Pause kommt nicht gelegen

Angesichts der guten Form der Grün-Weißen kommt die nun anstehende Pause nicht gerade gelegen. In zwei Wochen treten die Bremerinnen in Cloppenburg an, dann folgt am 8./9. Oktober das Pokalspiel gegen die Erste von Turbine Potsdam, und erst am 16. Oktober findet gegen den Bramfelder SV das nächste Heimspiel statt.

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