Werder-Frauen mit 1:1 gegen Jena

Tristesse und Enttäuschung

Die Fußballerinnen des SV Werder Bremen haben es verpasst, sich von der Abstiegszone der Bundesliga abzusetzen. Im Heimspiel gegen USV Jena reichte es nur zu einem enttäuschenden 1:1-Unentschieden.
25.02.2018, 20:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye
Tristesse und Enttäuschung

Ihr Treffer reichte nicht: Janine Angrick (links) hatte Werder in Führung gebracht, doch kurz vor Schluss kam Jena noch zum Ausgleich.

Oliver Baumgart (hansepixx.de)

Es war alles angerichtet. Mit einem respektablen 2:2 beim SC Sand waren die Fußballerinnen des SV Werder in die zweite Saisonhälfte der 1. Bundesliga gestartet. Gleich das zweite Pflichtspiel des Jahres sollte zum Duell mit dem USV Jena führen, jenem Team, das als Tabellenelfter den Beginn der Abstiegszone markiert. Um sechs Punkte hatten die Bremerinnen diesen Gegner ohnehin schon distanziert. Ein Heimsieg, und der Klassenerhalt wäre ein großes Stück näher gerückt. Aber daraus wurde nichts, das Spiel endete mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden, und deshalb herrschte nach dem Abpfiff erst einmal Tristesse.

„Wir alle sind sehr enttäuscht“, bekannte Carmen Roth, und Janine Angrick nannte das Spiel einfach nur „bitter“. Die Werder-Trainerin und ihre Mittelfeldspielerin wussten, dass es nach dem Remis weniger darum ging, die Fehler außerhalb der eigenen Leistung zu suchen. Werder hatte nicht geliefert, vor allem darin bestand das Problem. „In der ersten Hälfte waren wir nicht zielstrebig und mutig genug“, meinte Carmen Roth. Noch am Tag vor der Partie hatte sie ihrem Team attestiert, vor „Selbstbewusstsein zu strotzen“ – und nun lieferte der Gastgeber zunächst einmal einen recht farblosen Auftritt ab.

Ein paar gute Offensivaktionen, in erster Linie abgeschlossen durch Cindy König, waren viel zu wenig für diese Partie. Fast schien es, als würde die Aussicht auf einen womöglich vorentscheidenden Heimsieg die Bremerinnen hemmen. „In der ersten Halbzeit waren wir zu ängstlich“, bekannte Janine Angrick. Erst nach der Pause sei Werder „besser ins Spiel gekommen, weil wir bissiger in den Zweikämpfen waren.“ Mit gefährlichen Schüssen von Giovanna Hoffmann (54.) und Pia Wolter (67.) hatte dieser zweite Durchgang schon eine ganze Menge versprochen. Als Janine Angrick dann eine Viertelstunde vor dem Ende im Anschluss an einen Freistoß aus 16 Metern traf, schien doch tatsächlich alles gut zu werden. Schließlich war bislang doch recht deutlich geworden, dass der Gast aus Jena lediglich auf einen Punktgewinn aus war, seine Offensive also auf wenige Aktionen beschränkte. Wie sollte dem doch weitgehend harmlosen USV-Angriff plötzlich ein Feuerwerk gelingen?

Nun, ein Feuerwerk gelang dem Gast auch nicht. Aber eben doch noch dieser eine Treffer, der für Werder unterm Strich aus drei wichtigen Punkten einen enttäuschenden Zähler machte. Es war denn auch ziemlich unverständlich, wieso sich wenige Minuten vor dem Spielende niemand ausreichend für Amelia Pietrangelo interessierte und die Jenaer Torjägerin aus kurzer Distanz ausgleichen durfte. „Wir gehen in der Schlussphase verdient in Führung, aber schaffen es am Ende nicht, dass die Null steht – das Gegentor war total unnötig“, meinte Carmen Roth genervt.

Die Trainerin wollte das Unentschieden auch nicht mit einer vermeintlichen Fehlentscheidung von Schiedsrichterin Susann Kunkel erklärt wissen. Die Unparteiische hätte kurz nach dem Ausgleich nach einem Foul an Verena Volkmer nämlich durchaus auf Foulelfmeter entscheiden können (88.). „Den hätten wir bekommen müssen, aber das darf keine Entschuldigung sein.“ Den Sieg verpasste Werder in erster Linie dank eigener Versäumnisse – und die lagen deutlich vor der Schlussphase dieser Partie.

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