Werder-Frauen mitten in der Vorbereitung

Mit harter Arbeit Richtung Bundesliga

Werders Fußballerinnen haben den ersten Teil der Bundesliga-Vorbereitung absolviert und legen jetzt eine kleine Pause ein. Trainer Alexander Kluge erzählt, welcher Spielerin er eine besondere Rolle zutraut.
11.08.2020, 10:52
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Von Stefan Freye
Mit harter Arbeit Richtung Bundesliga
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Als hätten sie es gewusst: Seit Montag befinden sich Werders Erstliga-Kickerinnen in einer mehrtägigen Vorbereitungspause. Bis einschließlich Donnerstag können sie nun selbst entscheiden, wann sie die individuellen Laufeinheiten und Kraftübungen absolvieren – das ist angesichts der Hitze natürlich eine schöne Sache. „Wenn man bereits morgens um acht Uhr anfängt, hat man das schnell von der Agenda“, sagt Trainer Alexander Kluge augenzwinkernd.

Aber natürlich waren die Temperaturen nicht der Grund für die Pause. Die war bereits vor Wochen in den Vorbereitungsplan eingebaut worden und diente einzig und allein dem Zweck, die ungewöhnlich lange Testphase ein bisschen aufzulockern. Schließlich bereitet sich der Bremer Aufsteiger insgesamt acht Wochen auf den Erstligastart am 6. September (14 Uhr) bei Eintracht Frankfurt vor. „Jetzt konnte die ein oder andere Spielerin auch mal wieder zur Familie fahren“ so Kluge.

Erst Kondition, dann Ballarbeit

Bereits dreieinhalb Wochen harter Arbeit liegen hinter dem Werder-Coach und seinem Team. War es zunächst um die konditionellen Grundlagen gegangen, kam schon bald wieder der Ball ins Spiel. „Wir wollen das Team nach der langen Pause Schritt für Schritt an den Wettkampfsport heranführen“, erklärt der Trainer. Nachdem der Spielbetrieb seit dem März geruht hatte, war zwischenzeitlich zwar in Kleingruppen trainiert worden. Vom eigentlichen Fußballspiel unterschieden sich diese Aktivitäten allerdings deutlich. Deshalb beschloss man eine verhältnismäßig lange Vorbereitung.

Auf Testspiele wurde dabei nicht verzichtet. Nachdem Werder in der Vorwoche mit 7:0 (2:0) gegen den Regionalligisten Henstedt-­Ulzburg gewonnen hatte, kassierte die Kluge-Elf am Wochenende eine 1:4 (0:1)-Niederlage gegen den Erstligakonkurrenten SGS Essen. „Das Ergebnis war sehr ärgerlich“, kommentiert Alexander Kluge die Pleite in Lastrup. Seine Mannschaft sei nicht um drei Tore schlechter aufgetreten als der Fünfte des Vorjahres. „Aber wir haben vermeidbare Tore kassiert“, so der Trainer. Für ihn war mit dem Test gegen die SGS deshalb auch ein „Standort-­Check“ verbunden. Dessen wesentliche ­Erkenntnisse: In spielerischer Hinsicht läuft bereits eine ganze Menge, da sind die Bre­merinnen auf einem guten Weg. Allerdings dürfen sie sich in der 1. Bundesliga keine Nachlässigkeiten erlauben, die werden umgehend bestraft.

Als Mannschaft zusammenfinden

Allerdings geht es zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung auch nicht in erster Linie um den eigenen Auftritt. „Wir hatten einen großen Umbruch und müssen erst einmal als Mannschaft zusammenfinden“, betont Kluge. In Lisa-Marie Scholz verlor sein Team die Leaderin, Abgänge wie Selina Cerci oder Giovanna Hoffmann standen für eine Qualität, die Werder auch nach dem Aufstieg geholfen hätte. Nun gilt es, das Vakuum zu füllen. Etwa durch Zugänge wie Jasmin Sehan (SC Sand) und Magarita Gidion (FFC Frankfurt), die viel Bundesligaerfahrung mitbringen und damit automatisch in eine Führungsposition rücken. Ähnliches gilt für die 32-jährige Agata Tarczynska vom VfL Wolfsburg II. Die polnische Nationalspielerin werde seine Mannschaft „auf allen Ebenen“ bereichern, findet Alexander Kluge.

Der Trainer setzt indes auch auf Bordmittel: Zum einen werde Stefanie Goddard ohnehin viel Verantwortung übernehmen, zum anderen hätten Lina Hausicke, Michelle Ulbrich und Katharina Schiechtl zuletzt „den nächsten Step gemacht“. Und weiter geht‘s bereits am Wochenende: Nach einem ersten gemeinsamen Training am Freitag tritt Werder beim Regionalligisten Hannover 96 (So., 15 Uhr) zum dritten Testspiel seiner langen Vorbereitung an.

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