Werder-Frauen

Wichtiger Sieg im Kellerduell

Mit einem zunächst überzeugenden, dann wackeligen Sieg haben sich die Spielerinnen des SV Werder Bremen erfolgreich gegen die Mannschaft vom MSV Duisburg behauptet.
15.11.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Wichtiger Sieg im Kellerduell

Nach dem Treffer zum 5:2 ist die Freude der Bremer Spielerinnen groß.

Oliver Baumgart (hansepixx)

Bremen. Erleichterung und Freude hielten sich in etwa die Waage: Beim 5:3 (3:2)-Heimsieg über den MSV Duisburg sicherten sich die Kickerinnen des SV Werder nicht nur drei wichtige Punkte im Kampf für den Erhalt der 1. Frauen-Bundesliga. Sie entschieden auch ein Spiel für sich, das einen etwas merkwürdigen Verlauf genommen hatte: Zwar stellte Werder unterm Strich das bessere Team, gewann also verdient. So richtig absetzen konnten die Bremerinnen sich allerdings erst im zweiten Durchgang – und trotzdem drohte die Partie am Ende noch einmal spannend zu werden. „Das war ein typisches Spiel, wo jeder weiß, worum es geht“, kommentierte Birte Brüggemann die bisweilen turbulenten 90 Minuten. Aber Werders Abteilungsleiterin durfte auch zufrieden feststellen: „Wir haben jetzt das dritte Sechs-Punkte-Spiel gewonnen.“

Die Vorzeichen der Partie zwischen dem Neunten und dem Elften der 1. Bundesliga hatten ein sehr deutliches Bild ergeben: Die Bremerinnen waren beim knappen 1:2 in Freiburg zuletzt zwar sieglos geblieben, hatten sich zuvor aber durch zwei Dreier ein gutes Stück vom Tabellenkeller abgesetzt. Es gab keinen Grund, verunsichert in dieses Duell zu gehen. Für den MSV dagegen schon. Zuletzt hatte der Gast nämlich vier Niederlagen in Folge kassiert und so natürlich keinen Weg aus den Niederungen der Spielklasse gefunden. Der Druck lag deshalb auf Seiten des Gegners, und Werder tat gleich zu Beginn, was in einer solchen Situation zu tun ist: Das Team setzte die Duisburgerinnen unter Druck, ging sehr engagiert zu Werke und sorgte so dafür, dass der Gast die Verunsicherung der letzten Wochen erst einmal nicht ablegen konnte.

Fast zwangsläufig ergaben sich eine ganze Reihe von Offensivszenen – und so schien der Plan recht früh aufzugehen. Nachdem Verena Volkmer durch MSV-Keeperin Meike Kämper zu Fall gebracht wurde, hatte es bereits nach drei Spielminuten einen Strafstoß gegeben, den Agata Tarczynska zur Führung verwandelte. Es sollte noch einige Zeit einseitig bleiben, Werder dominierte das Geschehen, und so war noch in der zehnten Minute alles in bester Ordnung. Bis zu diesem Zeitpunkt blieb allerdings eine Frage unbeantwortet: Wie konsequent und konzentriert war eigentlich die Bremer Abwehr ins Spiel gegangen? Ein ernstzunehmender Angriff der Duisburgerinnen hatte es bisher ja noch nicht zu sehen gegeben. Wenig später war man schlauer: Noch hatte die Defensive des Gastgebers das Niveau der Offensive nicht erreicht.

Deshalb gelang dem MSV bereits mit seinem ersten Versuch ein Tor, als Jorian Baucom gegen eine nicht orientierte Werder-Abwehr aus kurzer Distanz zum Ausgleich traf. Was zunächst wie ein kleiner Schönheitsfehler aussah, sollte sich schon bald als Muster erweisen. Die Bremerinnen gingen nur wenig später nach einem indirekten Freistoß von Katharina Schiechtl mit 2:1 in Führung, und kurz darauf führte der zweite Angriff des MSV zum Ausgleich. Einmal mehr zeigte sich die grün-weiße Abwehr dabei nicht auf dem Posten. „Wir haben die Gegentore jeweils selbst eingeleitet“, meinte Birte Brüggemann. Immerhin blieb der postwendende Ausgleich aus, nachdem Nina Lührßen nach einem schönen Pass von Ricarda Walkling zum 3:2 getroffen hatte.

Dafür bestand Anlass zur Sorge um Anneke Borbe. Nach einem Zusammenprall mit Yvonne Zielinski zog sich die Werder-Keeperin eine Rippenprellung zu, die eine minutenlange Behandlung notwendig machte. Danach rappelte sich Borbe zwar auf und spielte die Halbzeit zu Ende. Doch zur Pause stand noch nicht fest, ob die Torfrau tatsächlich würde weitermachen können. Sie konnte, und das war eine gute Nachricht. Denn obwohl Werder gegen nun offensivere Gäste die Treffer von Tarczynska und Gideon – jeweils stark vorbereitet durch Ricarda Walking – nachlegte, war das Spiel nicht endgültig entschieden. Und das lag am Treffer von Taylor Kornieck, die per Kopf zum 5:3 traf.

Danach trat tatsächlich ein, was Birte Brüggemann bereits zur Pause vermutet hatte: „Viele aufregende Minuten.“ Obwohl das dritte Duisburger Tor sich nicht angedeutet hatte, stattdessen sogar ein wenig die Luft raus zu sein schien, verfehlte es seine Wirkung nicht: Werder verlor den Faden, leistete sich mehr Fehler als zuvor und gestattete dem Gegner einige Chancen. „Wir haben mehr Angst vorm vierten Gegentor als Lust auf unseren sechsten Treffer“, so Brüggemann. Es bedurfte vor allem einer starken Anneke Borbe und einer präsenten Abwehrchefin Michelle Ulbrich, um das ganz große Zittern am Ende zu vermeiden.

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