2. Frauen-Bundesliga

Werder-Frauen treffen auf Schlusslicht Bramfelder SV

An Selbstbewusstsein mangelt es Werders Kickerinnen nicht. „Das sollte eine klare Sache werden“, sagt Stephanie Goddard vor dem Heimspiel gegen den Bramfelder SV am Sonntag (14 Uhr).
15.10.2016, 00:00
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Von Stefan Freye
Werder-Frauen treffen auf Schlusslicht Bramfelder SV

Freut sich über ihr Comeback: Werders Stephanie Goddard (links) braucht nach der langen Verletzung jetzt Spielpraxis. Die kann sie bekommen beim Heimspiel am Sonntag gegen das Liga-Schlusslicht aus Bramfeld.

imago sportfotodienst, imago/foto2press

Bremen. An Selbstbewusstsein mangelt es Werders Kickerinnen nicht. „Das sollte eine klare Sache werden“, sagt Stephanie Goddard vor dem Heimspiel gegen den Bramfelder SV am Sonntag (14 Uhr).

Ihre Mannschaft ist gut drauf zurzeit. Nach vier Siegen aus vier Partien liegt sie punktgleich mit Tabellenführer VfL Wolfsburg II an der Spitze der 2. Bundesliga. Und zuletzt gab es ja noch diese Pokalsensation. Am vergangenen Wochenende hatten die Bremerinnen den 1. FFC Turbine Potsdam nach Elfmeterschießen (6:5) aus dem Wettbewerb geworfen.

Das Spiel bot guten Fußball und einen überraschenden Erfolg gegen den Erstliga-Spitzenreiter. Und es stand im Zeichen des Comebacks von Stephanie Goddard. Zum ersten Mal seit November 2015 trat die Mittelfeldspielerin wieder im Trikot der 1. Frauen an. „Es fühlt sich gut an“, sagt die 28-Jährige. Das hatte Ende des vergangenen Jahres anders ausgesehen. Am 4. Dezember war das vordere Kreuzband im linken Knie der Kickerin operiert worden. Damals hatte Goddard noch beschwerliche Gedanken mit den kommenden Monaten verbunden. Eine lange Zeit der Reha, freudlos und anstrengend. Eines stand jedoch fest: Ans Aufgeben dachte sie nicht. „Ich habe gesagt: Diese Verletzung ist kein Karriereende, denn das möchte ich immer noch selbst bestimmen“, erinnert sich Werders Nummer 23. Sie habe ­bereits im vergangenen Jahr das Ziel gehabt, noch einmal mit ihrer Mannschaft in der 1. Bundesliga anzutreten – den Wiederaufstieg hält sie für durchaus realistisch.

„Wir können unsere Qualität nicht wegreden“, sagt Stephanie Goddard. Es sei sehr schwer, ihre Mannschaft zu schlagen, die Elf würde derzeit „voller Selbstvertrauen“ antreten, habe gemeinsam viel Spaß. Das „große Plus“ besteht für die Kickerin in der langen gemeinsamen Zeit, die nun hinter den meisten Teammitgliedern liegt. Man kennt sich bei Werder, und der Abstieg aus der 1. Bundesliga im Sommer schweißte die Mannschaft noch mehr zusammen. „Wir sind ein geiler Haufen“, so Goddard. Man spürt ihre Freude über die Rückkehr. Vielleicht betrachtet sie die lange Leidenszeit, die dem Comeback vorausgegangen war, deshalb mit Gelassenheit: „Ich hätte es mir länger vorgestellt, es war okay.“ Dabei weiß die routinierte Spielerin, dass es einige Zeit dauern wird, ehe sie wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte ist. „Ich habe erst einmal den Anspruch, mir selbst zu beweisen, dass es wieder funktioniert.“. Sie brauche jetzt Spielpraxis. „Ich erwarte bestimmt noch keine 90 Minuten.“ Deshalb werde sie auch nicht „daherkommen“ und irgendwelche Forderungen stellen. So richtig fit sieht sich Stephanie Goddard erst im kommenden Jahr, nach einer kompletten Wintervorbereitung.

Die Zurückhaltung kommt gut an beim Trainer. „Sie braucht Spielpraxis, und die werden wir ihr geben“, sagt Steffen Rau. Aber er weiß auch, dass er mit Goddard und der erst kurz zuvor nach einer ebenfalls sehr langen Verletzungspause zurückgekehrten Giovanna Hoffmann zwei wichtige Spielerinnen zurückerhalten hat. Auf sie könnte es schon sehr bald ankommen. Ab November wird die U-20-WM in Papua-Neuguinea ausgetragen. Dort sollten mit Pia-Sophie Wolter, Stefanie Antonia Sanders und Lena Pauels gleich drei Werderanerinnen antreten. Zunächst wartet aber der Bramfelder SV, Schlusslicht der 2. Bundesliga und krasser Außenseiter am Sonntag. „Da müssen wir von der Euphorie des Pokals auf den Alltag umschalten“, betont Rau. Stephanie Goddard sagt: „Am Ende wird sich die Qualität durchsetzen.“

Heimspiel auf Platz 11
Ein Stadion ohne überdachte Tribüne – da fehlt eigentlich etwas. Doch obwohl der bedachte Bereich auf Platz 11 derzeit gesperrt ist, weil die Statik wie berichtet in Mitleidenschaft gezogen wurde, tragen Werders Frauen das Heimspiel gegen Bramfeld in der kleinen Arena aus. „Das ist blöd, aber da müssen wir durch“, sagt Abteilungsleiterin Birte Brüggemann. Sie geht von einer „einmaligen Ausnahme“ aus, glaubt, dass die Schäden bald behoben sein werden. Es sei jetzt wichtig, nach mehrmaligem Ausweichen auf Platz 12 erstmalig in der eigentlichen „Heimspielstätte“ Platz 11 anzutreten.
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