Werder-Fußballerinnen

Im Februar so wenig, im März so viel

Werders Fußballerinnen fiebern dem Pokalspiel gegen den SV Meppen entgegen, einem Tabellennachbarn in der ersten Liga. Gewinnen sie, haben sie bald zwei englische Wochen.
28.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Im Februar so wenig, im März so viel
Von Olaf Dorow
Im Februar so wenig, im März so viel

Im Test Ende Januar trennten sich die Tabellennachbarn Werder (in Aktion: Ina Timmermann) und Meppen 2:2. An diesem Sonntag wird es nicht mit einem Remis enden, es steht ein Pokalspiel an.

Oliver Baumgart/hansepixx

Sie haben versucht, im Rhythmus zu bleiben, das war ganz schön schwierig. Das war für Werders Fußballerinnen sowieso schon die ganze Saison lang schwierig, obwohl es zuletzt gar nicht mal wegen der Pandemie so war. Sondern wegen Schnee und Eis. Das Bundesligaspiel gegen Potsdam musste abgesagt werden, das gegen Freiburg auch. Resultat: Während die Werder-Frauen in den vergangenen zwei Monaten gerade mal ein Pflichtspiel bestritten, sind für die nächsten vier Wochen gleich sechs angesetzt. Oder sieben. Sieben könnten es werden, wenn Werder an diesem Sonntag gegen den SV Meppen gewinnt (15 Uhr, Platz 11). Dann würde Werder ins Viertelfinale des DFB-Pokals einziehen und am 21. März gegen den VfL Wolfsburg antreten dürfen.

Als Trainer habe er diese Herausforderung in Sachen Belastungssteuerung auch noch nicht erlebt, sagt Werder-Trainer Alexander Kluge. Er habe sich da sehr intensiv mit seinem Trainerteam ausgetauscht. Für die kurzfristig ausgefallenen Wettkämpfe wurden quasi kurzfristig Wettkämpfe simuliert. Entweder als internes Testspiel oder externes Freundschaftsspiel. Wie das 2:2 gegen den Pokalgegner vom Sonntag, gegen Meppen. Das Ergebnis, wenn auch nach dreimal 30 Minuten und mit vielen Wechseln zustande gekommen, verstärkte den Eindruck von zwei Mannschaften auf ähnlichem Leistungsniveau. Sie stehen wohl nicht nur zufällig in der Tabelle der ersten Liga nebeneinander, Werder als Neunter mit neun, Meppen als Zehnter mit sechs Punkten. Primäres Saisonziel: in der erste Liga bleiben. Auch die grundsätzliche fußballerische Einschätzung ähnelt sich. „Meppen versucht, Fußball zu spielen und nicht nur zu verteidigen. Sie mussten als Aufsteiger Lehrgeld zahlen in der Hinrunde, aber spielen eine ordentliche Saison“, sagt Alexander Kluge. So könnte er auch seine eigene Mannschaft beschreiben. Was für das Spiel am Sonntag in der wenig überraschenden Prognose mündet, dass es eine schwere, aber lösbare Aufgabe wird. Und ein Spiel, in dem das Team an seine Grenzen gehen müsse.

So herausfordernd die Belastungssteuerung und die prall gefüllten März-Wochen auch sein mögen, so sehr überwiege im Team die Vorfreude. So schildert es der Trainer. Die Bremer Spielerinnen, die den Fußball lieben, aber nicht von ihm leben, gehören zu jener Gruppe, die ihren Sport im Lockdown weiter ausüben darf. In Interviews betonen sie stets, wie sehr sie diese Einstufung zu schätzen wissen. „Da wollen wir nicht meckern, dass wir jetzt im März zu viele Spiele haben. Wir wissen, dass wir ein absolutes Privileg haben, dass wir Fußball spielen dürfen“, sagt Alexander Kluge.

Die Vorfreude auf den Sonntag geht einher mit einer eher entspannten Personalsituation. Zwar fehlt weiterhin die zweite Torhüterin Anneke Borbe wegen einer Oberschenkelverletzung, aber nicht mehr die erste. Lena Pauels sei wieder fit, sagt Kluge. Auch Kapitänin Lina Hausicke, die wegen einer Knieverletzung große Teile der Hinrunde verpasst hatte, mache gute Fortschritte. Sie werde mehr als nur 30 Minuten zum Einsatz kommen können. Vielleicht diesmal von Anfang an. Das war zuletzt am 14. Oktober so. Damals siegte Werder mit 2:1. Gegen den SV Meppen.

Info

Zur Sache

Pokalspiel im Livestream

Das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal der Frauen zwischen den Erstligisten SV Werder und SV Meppen am Sonntag um 15 Uhr auf Platz 11 wird live zu verfolgen sein. Und zwar kostenfrei im Livestream von DFB.TV. Als Co-Kommentatorin wird eine ehemalige Werder-Spielerin auftreten. Marie-Louise Eta stand von 2014 bis 2018 im Werder-Kader und führte die Mannschaft auch als Kapitänin. Im Anschluss an die Liveübertragung wird das Halbfinale ausgelost, im Viertelfinale würde Werder beziehungsweise Meppen beim VfL Wolfsburg antreten.

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