Fussball-Bundesliga Frauen

Werders Fußballerinnen kassieren 0:5-Niederlage

Mit einem sicheren Sieg oder einem Unentschieden hätte niemand gerechnet. Und trotzdem ist die 0:5-Niederlage daheim der Kickerinnen des SV Werder gegen Eintracht Frankfurt bitter.
20.12.2020, 20:57
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Werders Fußballerinnen kassieren 0:5-Niederlage

Die 0:5-Niederlage gegen Frankfurt vor der Winterpause ist für die Frauen des SV Werder besonders bitter gewesen.

Oliver Baumgart (hansepixx)

Das Ergebnis war schon ein Problem. Keine Fußballmannschaft kassiert ja gern eine klare Heimniederlage. Allerdings war auch niemand davon ausgegangen, dass die Kickerinnen des SV Werder gegen Eintracht Frankfurt, den Tabellensechsten der 1. Fußball-Bundesliga, sicher zu einem oder gar drei Punkten kommen würden. Aber zur 0:5 (0:2)-Pleite zum Rückrundenauftakt kam noch ein ganz anderer Aspekt: die Art und Weise der Niederlage. Insofern dürfte die Leistung für den ein oder anderen nach­denklichen Moment an den kommenden Feiertagen sorgen. Sie war ziemlich schlecht. „­Leider konnten wir nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten“, meinte ­Alexander Kluge nach dem letzten Spiel des Jahres. Der Trainer kommentierte das ­Geschehen zunächst also gewohnt moderat. So ganz ohne klare Worte wollte er die Pleite dann aber doch nicht einordnen: „Wir sind sowohl vom Spiel als auch vom Ergebnis her extrem enttäuscht.“

Sein Team war noch gar nicht angekommen in der Partie, da musste Torhüterin Lena Pauels bereits den ersten Ball aus dem Netz holen: Nach einem Patzer von Sophie Walter kam Lara Prasnikar aus kurzer Distanz zum Abschluss und brachte die Eintracht mit 1:0 in Führung. Ein bitterer Auftakt in dieses Spiel – der allerdings nicht zwingend eine Heimniederlage hätte einleiten müssen. Schließlich waren nach dem ersten Gegentor noch fast 90 Minuten zu spielen. Doch offen verlief das Duell auch in der Folge nicht: Der Gast bestimmte das Geschehen, war optisch überlegen und gewann auch die Mehrzahl der Zweikämpfe. Die Frankfurterinnen wirkten dabei frischer als der Gastgeber.

Gegen die Eintracht reichte es nur für eine kurze ordentliche Phase

Es schien fast so, als ob Werder die zweiwöchige Trainingspause aufgrund der Quarantäne im November noch immer nicht ganz habe kompensieren können. Gegen die Eintracht reichte es jedenfalls nur zu einer ordentlichen Phase zwischen der 20. und der 25. Minute. Da hatte nämlich zunächst Agata Tarczynska mit einem Schuss aus 15 Metern für Torgefahr gesorgt und sich nur wenig später eine Doppelchance für Verena Volkmer und Ricardo Walking ergeben. Doch nach der Partie konnte man sich wirklich nicht sicher sein, ob der mögliche Ausgleich angesichts des doch recht fehlerhaften Bremer Spiels eine nachhaltige Wirkung entfaltet hätte. „Bei den Gegentoren haben wir es Frankfurt zu einfach gemacht“, bekannte Alexander Kluge.

Was er damit meinte, wurde nur zwei Minuten nach der kurzen Werder-Offensive veranschaulicht: Laura Freigang legte von links auf für Tanja Pawollek, die aus 15 Metern relativ unbedrängt zum 2:0 treffen durfte. Später hatte Werder sogar noch Glück, dass Schiedsrichterin Mirka Derlin nach einem Foul von Michelle Ulbrich an Freigang nicht auf einen Strafstoß entschied (39.). Aber selbst wenn kein dritter Treffer vor der Pause fiel – die weiteren Gegentore waren angesichts des insgesamt ziemlich schwachen Bremer Auftritts dann doch eher ein unabwendbares Ereignis. Es war sogar einmal mehr Lena Pauels zu verdanken, dass die Gastgeberinnen am Ende „nur“ fünf Gegentore kassierten.

Überwintern mit neun Punkten auf Platz neun

Dabei vermochte allerdings auch die zweite Niederlage nach dem 1:5 gegen den VfL Wolfsburg in der Vorwoche nichts an der an sich guten Ausgangsposition der Grün-Weißen zu verändern: Werder überwintert mit neun Punkten als Tabellenneunter, hatte das Kluge-Team im Verlauf der Hinrunde doch alle drei folgenden Team geschlagen. Der Vorsprung von drei Zählern auf einen Abstiegsplatz ist zwar überschaubar. Er versieht die Bremerinnen aber mit guten Chancen auf den Klassenerhalt. „Für uns geht es im neuen Jahr darum, unsere Punkte gegen die direkten Konkurrenten zu holen, damit wir das Ziel schaffen“, sagt der Trainer. Am 31. Januar steht nun aber erst einmal das Nachholspiel bei Turbine Potsdam auf dem Programm. Dann geht es zum Tabellenvierten der 1. Bundesliga.

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