Werder Bremen Frings hat sich "viel vorgenommen"

Bremen. Werder-Kapitän Torsten Frings plant, schon im Trainingslager in Donaueschingen wieder voll ins Training einzusteigen. Zu den Saisonzielen der Grün-Weißen sagte er: "Wir haben gute Möglichkeiten, uns international zu qualifizieren."
27.07.2010, 09:00
Lesedauer: 3 Min
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Frings hat sich
Von Olaf Dorow

Bremen. Die Saison geht los, es gilt Ziele zu formulieren. Generell will man natürlich immer Deutscher Meister werden, die Werder-Spieler Naldo und Pizarro haben das für dieses Jahr auch ganz konkret so angekündigt. Was sagt der Kapitän dazu? Torsten Frings sagt, er habe sich "unheimlich viel vorgenommen". Aber Meister? Die Bayern seien stärker, dass habe man ja auch im Pokalfinale letztens doch gut sehen können.

Frings sagt: "Wir haben gute Möglichkeiten, uns international zu qualifizieren." Aber im Vergleich zum Vorjahr hätten sich die Koordinaten nicht verschoben. Seine Einschätzung, dass Europa League ein gutes, Champions League ein sehr gutes und Meisterschaft ein überragendes Ergebnis wäre, gelte auch für diese Saison.

Das hört sich vielleicht realistisch an, aber nicht besonders spektakulär. Die Nachricht aus Bremen ist auch weniger, was Torsten Frings sagt, sondern dass er etwas sagt. Er ist wieder da. Er läuft wieder - und bereits im Trainingscamp in Bad Waltersdorf (ab Donnerstag) will er wieder ins volle Training einsteigen. Am Wochenende ist er von der Reha in Donaustauf zurückgekehrt. Schmerzen? Habe er keine mehr. Trainiert habe er auch schon sehr gut in Donaustauf.

"Im Grunde habe ich nur die eine Woche in Norderney verloren", sagt er. Vor gut zwei Wochen hatte Werders Leitwolf sich in Berlin an der Leiste operieren lassen statt an der Nordsee ins harte Grundlagentraining einzusteigen. "Ich liege sehr gut in der Zeit", sagt er jetzt. Wenn die Pflichtspiele beginnen, in drei Wochen, will er bereit sein. Er habe in den letzten acht Jahren doch auch oft Teile der Vorbereitung verpasst, sagt er. Wegen der vielen großen Turniere, die er gespielt hat. Frings hat 79 Länderspiele gemacht, bevor Joachim Löw ihn (nachhaltig) aus der Nationalmannschaft entfernte. Frings ist durch mit dem Thema Nationalmannschaft. "Wie oft soll ich das denn noch sagen?", fragte er gestern.

Mit Werder ist er noch längst nicht durch. Er hatte eine starke Saison gespielt - eine weitere soll folgen, trotz mancher Unkenrufe, trotz des Alters. Er wird im November 34. Ballack wird schon im September 34. Frings macht sich Gedanken, wie es laufen kann, welche Taktik zum Personal passt, er ist der wichtigste Vertraute des Trainers in der Mannschaft. Passt 4-4-2 besser, oder 4-2-3-1? Oder 4-3-3, wie zuletzt ausprobiert?

"Es ist gut, wenn man mehrere Systeme ausprobiert"

"Es ist gut, dass man Systeme ausprobiert", sagt er, aber er glaube nicht, dass ein Modell mit drei Stürmern ein "dauerhaftes Ding" werde. Es sei sehr offensiv und Werder müsse auch die Defensive im Blick behalten. "Sonst spielen wir wieder so eine Saison, in der wir 100 Tore schießen, aber 80 kriegen." Dem einen oder anderen mag das Spaß machen, Frings nicht.

Die Nachricht von der Rückkehr des Werder-Kapitäns blieb nicht die einziges des gestrigen Trainingstages. Der Tag erregte eigentlich wenig Aufsehen, es wurde nicht viel trainiert, es war einen Tag nach einem anstrengenden Testspiel, ein Tag zwischen den Camps in Donaueschingen und Bad Waltersdorf. Und es wurde ein Tag der Rückkehrer. Auch Daniel Jensen ist wieder da. Er hat gestern sogar schon mit der Mannschaft gespielt.

Er habe sich in Dänemark intensiv behandeln lassen - und habe gleichzeitig auch intensiv trainiert, berichtete der 31-jährige Däne. In Südafrika hatte er erst gespielt in der WM-Vorrunde, dann hatte sich die Achillessehne gemeldet. Nicht die, die letztes Jahr operiert wurde, sondern die andere. Noch vor Ort wurde mittels einer Ultraschall-Untersuchung eine Schleimbeutelentzündung diagnostiziert. Es drohte eine erneute Operation, ein erneut monatelanger Reha-Prozess. In Dänemark habe sich dann herausgestellt, dass es doch nicht so schlimm und eine OP nicht notwendig sei. Jetzt ist auch Daniel Jensen guten Mutes und hofft, dass seine Sehne der stetig steigenden Belastung standhält.

Er hofft natürlich auch, dass er wieder häufiger spielt. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß. "Sie ist jedes Jahr groß", sagt er und sagt hinterher, dass er das gut findet. "Wenn ich ein bisschen Druck habe, dann werde ich besser", sagt Daniel Jensen.

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