Nach Ballacks WM-Aus Frings-Nominierung theoretisch noch möglich

Bremen. Für den verletzten Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack kann Joachim Löw auch Akteure nachnominieren, die nicht zum 27-köpfigen vorläufigen WM-Kader gehören. Also auch Torsten Frings - mehr als diese theoretische Chance auf die WM hat der Werder-Kapitän aber wohl nicht.
17.05.2010, 14:28
Lesedauer: 2 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Für den verletzten Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack kann Joachim Löw auch Akteure nachnominieren, die nicht zum 27-köpfigen vorläufigen WM-Kader gehören. Also auch Torsten Frings - mehr als diese theoretische Chance auf die WM hat der Werder-Kapitän aber wohl nicht.

Um Frings - oder den ebenfalls nicht im vorläufigen WM-Kader berücksichtigten Thomas Hitzlsperger - noch auf den WM-Zug zu holen, müsste sich Löw eines legalen Tricks bedienen. Allerdings kann er das erst ab Juni tun, denn bis dann muss Ballack - trotz Verletzung und feststehendem WM-Aus - noch offiziell beim Weltverband als WM-Spieler gemeldet werden. Das ergibt sich aus Artikel 26.6. der WM-Statuten des Weltverbandes FIFA.

Demnach müssen alle WM-Teilnehmer am 1. Juni der FIFA einen Kader von 23 Akteuren melden. Diesem Aufgebot dürfen nur Akteure angehören, die der FIFA im maximal 30 Spieler umfassenden, vorläufigen Aufgebot am 11. Mai gemeldet worden waren. Dort fehlen die Namen der WM-erfahrenen Frings und Hitzlsperger.

Nach dem 1. Juni darf Löw dann in Verletzungsfällen sein Aufgebot noch einmal verändern. Spieler, die ihre Verletzung durch ein Attest belegen können, dürfen bis 24 Stunden vor dem Anpfiff der ersten Partie ausgetauscht werden. Die Ersatzakteure müssen nicht dem vorläufigen Aufgebotangehört haben, können zuvor aber bereits mit dem Nationalteam trainieren. Ballack wäre also ein "Platzhalter" im deutschen Kader.

Ein Ballack-Ersatz könnte sich also sofort mit dem DFB-Aufgebot für die WM einspielen und auch in den Tests in Ungarn (29. Mai) und gegen Bosnien-Herzegowina (3. Juni) eingesetzt werden. Die Nachnominierungsfrist für das DFB-Team endet am 12. Juni um 20.30 Uhr, exakt einen Tag vor dem Auftaktspiel gegen Australien in Durban.

Allerdings gibt es keinerlei Anzeichen, dass Löw die Planstelle im defensiven Mittelfeld ausgerechnet mit Frings besetzen will. Zwar forderte Olaf Thon, Weltmeister von 1990, die Nominierung des Werder-Routiniers, da dieser ein unumstrittener Führungsspieler sei, doch hatte sich Löw schon früh gegen den Bremer Kapitän ausgesprochen. Und auch Frings selber hatte zuletzt öffentlich geäußert, dass er kein Vertrauen mehrzu Joachim Löw habe - das Tischtuch zwischen beiden scheint zerschnitten. Wahrscheinlicher ist eine Nachnominierung von Talenten wie Mats Hummels (Borussia Dortmund) oder Stefan Reinartz (Bayer Leverkusen), die 2009 mit den Junioren-Teams des DFB schon Europameister geworden sind. (mit Material von dpa)

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