Werder Bremen Frings schießt Werder in letzter Minute zum Sieg

Bremen. Dank eines 1:0 (0:0)-Heimsieges gegen den 1. FC Köln hat Werder Bremen am Sonnabend Tabellenplatz drei und damit einen Champions-League-Qualifikationsrang verteidigt. Torsten Frings verwandelte in letzter Minute einen Hand-Elfmeter für die Grün-Weißen.
24.04.2010, 20:39
Lesedauer: 4 Min
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Frings schießt Werder in letzter Minute zum Sieg
Von Daniel Stöckel

Bremen. Dank eines 1:0 (0:0)-Heimsieges gegen den 1. FC Köln hat Werder Bremen am Sonnabend Tabellenplatz drei und damit einen Champions-League-Qualifikationsrang verteidigt. Am Nachmittag waren Bayer Leverkusen (3:0 gegen Hannover 96) und Borussia Dortmund (3:2-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg) kurzzeitig an den Grün-Weißen vorbeigezogen. In allerletzter Minute sorgte Torsten Frings mit einem verwandelten Hand-Elfmeter doch noch für den Sieg der Grün-Weißen.

Werder-Trainer Thomas Schaaf schickte gegen die „Geißböcke“ die identische Startformation wie am vergangenen Wochenende gegen den VfL Wolfsburg auf den Rasen. Nicht auf der Bank saß allerdings Tim Borowski, der den Grün-Weißen wegen seiner Gelbsperre nicht zur Verfügung stand. Für Werders Torwart Tim Wiese und Abwehrspieler Clemens Fritz bedeutete die Partie eine besondere Begegnung: Wiese bestritt sein 200., Fritz sein 150. Bundesliga-Spiel.

Seitfallzieher von Bargfrede

Unter der Leitung von Schiedsrichter Guido Winkmann setzte Werder das erste Ausrufezeichen (3. Minute). Marin flankte von der rechten Seite und Bargfrede setzte einen Seitfallzieher an. Allerdings traf der 21-Jährige den Ball nicht richtig. Dennoch war dies eine gute Szene, die verdeutlichte, dass Werder vor rund 38.000 Zuschauern direkt Druck machen wollte.

Drei Minuten später feuerte Özil einen brandgefährlichen Schuss auf das Gehäuse der „Geißböcke“ ab, den Kessler gerade noch so mit beiden Händen über die Querlatte des Kölner Tores lenken konnte.

Werder blieb zunächst am Drücker: Marin traf nur das Außennetz (11.), nachdem er sich im Zweikampf gegen Geromel durchgesetzt hatte. Bis zur nächsten Torgelegenheit der Werderaner dauerte es dann bis zur 24. Minute: Petit konnte den agilen Marin, der immer wieder die Seiten wechselte, nur mit unfairen Mitteln stoppen, Freistoß für Werder. Naldo trat zu einem seiner berüchtigten Fernschüsse an, setzte den Ball aber ungefähr einen halben Meter über das Tor.

Kurz danach landete der Ball im Anschluss an eine Kombination über Marin und Hunt bei Pizarro, dessen Kopfball-Versuch aber entschärft wurde; Geromel hatte aufgepasst.

Köln durch Konter gefährlich

Direkt im Anschluss zeigten die Gäste, warum Werder-Coach Schaaf vor der Konterstärke der Kölner gewarnt hatte. Maniche leitete die Kugel weiter zu Podolski, der Brecko in Szene setzte. Allerdings fehlte dem slowenischen Nationalspieler ein halber Meter, sonst wäre es für die Bremer noch gefährlicher geworden.

In der 33. Minute verhinderte Kessler zum zweiten Mal die Bremer Führung. Den Kopfballversuch von Pizarro im Anschluss an einen Özil-Freistoß entschärfte der Kölner mit einer weiteren Glanzparade und hielt die Rheinländer weiter im Spiel. Fünf Minuten vor der Pause hatten die „Geißböcke“ die beste Gelegenheit der gesamten Partie: Doppelpass zwischen Novakovic und Podolski, mit seinem schwächeren rechten Fuß vergab „Poldi“ aber unbedrängt.

"Das ist zu wenig"

Somit gingen beide Mannschaften torlos in die Halbzeitpause. „Das ist zu wenig und erinnert mich an die ersten 45 Minuten in Wolfsburg. Wir müssen mehr über die Außen spielen“, forderte Werder-Boss Klaus Allofs. „Ich denke aber, dass wir in der Halbzeitpause durchschlagskräftiger agieren werden“, so der gesperrte Tim Borowski.

Das sah auch Schaaf so und ersetzte Hunt zu Beginn der zweiten Spielhälfte durch Almeida, der als „Joker“ schon am vergangenen Wochenende in Wolfsburg getroffen hatte.

Die erste Torgelegenheit in Halbzeit zwei gehörte den Grün-Weißen. Pizarros Kopfball aus 15 Metern ging aber knapp rechts am Kölner Tor vorbei. Zuvor war Bargfrede von Ehret unfair von den Beinen geholt worden. In der 54. Minute stellte Kessler dann erneut unter Beweis, dass er im Kölner Tor ein hervorragender Ersatz für den verletzten Mondragon ist, als er rechtzeitig aus seinem Kasten kam und vor dem heranstürmenden Almeida klärte. Auch beim Schuss von Marin (60.) war der 24-Jährige wieder zur Stelle, anschließend schoss Almeida am Kölner Katen vorbei.

Werder machte ordentlich Druck

Obwohl Werder zur Freude der Bremer Fans weiter ordentlich Druck machte und es zwischenzeitlich nur ein Spiel auf das Kölner Tor war, wollte der Ball zunächst einfach nicht in den Kasten der „Geißböcke“. Auch Frings (64.) und Pizarro (69.) zielten nur neben das Tor. Dann zeigte Köln wieder, dass die Rheinländer erstklassig kontern können. Ehret brachte in der 72. Minute eine maßgenaue Flanke auf Novakovic, doch der Slowene hämmerte den Ball nur an die Latte des Werder-Tores. Da wäre Wiese chancenlos gewesen.

Im Gegenzug dann fast doch die Führung für Werder: Frings tauchte alleine vor Kessler auf, der erneut toll parierte – dieses Mal mit einer Fußabwehr. Eine kleinere Herausforderung für den Köln-Keeper war der anschließende Özil-Kopfball in der 76. Minute.

120 Sekunden später kam wieder Almeida zum Zuge: Der Portugiese nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor an und versuchte einen Seitfallzieher, aber Mohamad war zur Stelle. Anschließend zeichnete sich erneut Kessler aus (79.), als er gegen Pizarro klärte. Zuvor hatte der Peruaner zwei Gegenspieler aussteigen lassen.

Frings beim Elfmeter eiskalt

Als sich die Zuschauer im Weser-Stadion schon mit dem Remis abgefunden hatten, wurde es dann in der letzten Spielminute noch einmal spektakulär. Geromel wehrte einen Mertesacker-Kopfball im Strafraum mit der Hand ab und Schiedsrichter Winkelmann zeigte völlig zu Recht auf den Elfmeterpunkt. Zudem verwies er Geromel mit der Roten Karte vom Platz. Diese Gelegenheit ließ sich Werder-Kapitän Frings nicht entgehen, versenkte den Ball sicher im Tor und sorgte damit bei der Mannschaft und auf den Zuschauerrängen für Erleichterung über die Rückkehr auf den wichtigen Tabellenplatz drei.

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