Zum 50. Todestag Gedenken an Alfred Ries

Zum 50. Todestag des ehemaligen Werder-Präsidenten legte Bürgerschaftspräsident Christian Weber am Freitag einen Kranz auf dem jüdischen Friedhof in Hastedt nieder.
25.08.2017, 14:28
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Gedenken an Alfred Ries
Von Marc Hagedorn

Es gibt Fotos, die zeigen Alfred Ries an der Seite von Bundestrainer Sepp Herberger. Auf einem anderen Bild ist Alfred Ries mit Bundespräsident Heinrich Lübke zu sehen oder wie er gemeinsam mit dem seinerzeit berühmten Boxer Hans „de Aap“ Müller in die Kamera schaut. Und als Werder 1965 Deutscher Meister in der damals noch jungen Fußball-Bundesliga wird, ist Alfred Ries der Vorsitzende des Vereins.

Dass Alfred Ries eine Berühmtheit in Bremen ist, lässt sich trotzdem nicht behaupten. Alfred Ries war Jude. Er musste vor den Nazis fliehen. Seine Eltern, die in Bremen wohnen blieben, wurden später im KZ Theresienstadt ermordet. Ries, der vor dem zweiten Weltkrieg erst Fußballabteilungsleiter war und mehrfach als Werder-Präsident wiedergewählt wurde, kehrte nach dem Krieg auf Bitten des damaligen Bürgermeisters Wilhelm Kaisen zurück. „Wer Versöhnung will, muss sie praktizieren.“ An diese Worte von Alfred Ries erinnerte Bürgerschaftspräsident Christian Weber, als er am Freitag einen Kranz zum 50. Todestag von Alfred Ries auf dem jüdischen Friedhof in Hastedt niederlegte.

Alfred Ries, vor dem Krieg Werbeleiter des Kaffee-HAG-Konzerns und Direktor der Böttcherstraße, wurde 1947 erneut Werder-Präsident und blieb es mit Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1967. Er arbeitete von 1953 bis 1963 im diplomatischen Dienst der Bundesrepublik, erst in Jugoslawien, dann in Indien und schließlich in Liberia.

Inzwischen beginnt man, sich in Bremen wieder an Alfred Ries zu erinnern. Sehr viel dazu beigetragen hat das Fan-Projekt Bremen, das in der Ostkurve des Weserstadions seine Heimat hat. Das Fan-Projekt hat jetzt eine Broschüre über das Leben von Alfred Ries aufgelegt. Sie soll pünktlich zum ersten Heimspiel gegen die Bayern druckfrisch vorliegen.

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