Momente mit Werder Gefangen im HSV-Block

Wenn es um die Liebe zu Werder geht, hat jeder seine eigene einzigartige Erinnerung, die mit Werder zusammenhängt. In unserer Serie erzählen Profis, Fans und Ex-Spieler von ihren schönsten Momenten.
07.06.2016, 10:44
Lesedauer: 2 Min
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Gefangen im HSV-Block
Von Stefanie Heitmann

Wenn es um die Liebe zu Werder geht, hat jeder seine eigene einzigartige Erinnerung, die mit Werder zusammenhängt. In unserer Serie erzählen Profis, Fans und Ex-Spieler von ihren schönsten Momenten.

Oliver Ahrens (Werder-Fan): "Es war der 18. Dezember 2005. Der letzte Spieltag der Hinrunde endete ausgerechnet mit dem Nordderby gegen den HSV. Ein Freund rief mich ein paar Tage vorher an, er hätte noch zwei Freikarten zu vergeben. Nach einem kurzen Telefonat mit meinem besten Freund war sofort klar: Die Karten nehmen wir, erst recht umsonst. Werden bestimmt super Plätze sein, immerhin sollte es sich um Sponsorenkarten handeln, vielleicht ja sogar mal in der Loge sitzen.

Ein paar Stunden vor dem Spiel kam es dann zur Kartenübergabe im Büro des Sponsors – und zur großen Überraschung. Auf der Karte vermerkt stand: "Gästeblock". Schnell wurde uns nun auch bewusst, woher wir den Namen des Sponsors kannten – nämlich vom Trikot der Hamburger.

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Was nun? Wieder nach Hause fahren, oder sich in die Höhle des Löwen trauen? Nach kurzer Diskussion stand fest: Wir stehen für Werder ein, so oder so. Noch schnell den Werder-Schal zurück ins Auto gelegt – man muss ja auch kein unnötiges Risiko eingehen – und dann ging's ab ins Stadion. Bereits vor dem Eingang bekamen wir die prickelnde Atmosphäre des Nordderbys zu spüren, nur prickelte es diesmal noch um einiges mehr. Was würde uns bloß erwarten?

Das Spiel begann relativ ruhig. Wir saßen mit knapp zehn Leuten in einer der letzten Reihen, oben in der Westkurve im Auswärtsblock. Erster spektakulärer Höhepunkt in der 39. Minute. Sascha Kirschstein hält einen Foulelfmeter von Johan Micoud. Sollen wir uns nun ärgern oder eher froh sein, dass wir nicht jubelnd aufspringen mussten? Dann die 45. Spielminute: Freistoß Micoud und Toooooo... Der Jubel blieb uns schnell im Halse stecken, bloß nichts anmerken lassen. Nie wieder habe ich mich über ein Werder-Tor so introvertiert gefreut. Nach und nach bekamen die Leute um uns herum jedoch trotzdem mit, dass mit uns etwas „nicht stimmte“.

Wir gaben unsere "Tarnung" einigen wenigen vertrauensvollen Leuten bekannt. Glücklich waren diese natürlich nicht, aber fair uns gegenüber. Erst recht ab der 67. Minute, in der der Hamburger Kucukovic für das 1:1 sorgte. Grenzenloser Jubel im Block. Auch bei uns, notgedrungen! Letztlich blieb es nach 90 Minuten beim 1:1, in unserer Lage vielleicht das beste Ergebnis, auch wenn uns ein Werder-Sieg natürlich lieber gewesen wäre."

Lust, auf weitere schöne Werder-Geschichten? Hier geht es zum Dossier mit allen Episoden.

Zur Serie:

Die Anekdoten stammen aus dem Buch "Die 333 schönsten Erlebnisse mit Werder Bremen", das die Bremer Tageszeitungen AG 2010 veröffentlicht hat. Das Buch ist jedoch vergriffen.

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